4660 Watt im Test: Was haben die absoluten Top-Netzteile drauf?

Die Netzteil-Hersteller schicken uns immer wieder – meist ungefragt – ihre stärksten und effizientesten Netzteile. Mittlerweile hat sich da eine kleine Elitegruppe versammelt. Ein idealer Zeitpunkt, um einen Blick auf die Netzteil-Spitzenklasse zu we...

Renommierte Autobauer krönen ihr Portfolio gern mit unvernünftigen Top-Modellen, die zeigen sollen, was derzeit State-of-the-Art im Automobilbau ist. Außerdem sind diese Superlative natürlich auch Zugpferde für die Brot-und-Butter-Modelle, mit denen schließlich das Geld verdient wird. Wirft man einen Blick auf dieses elitäre Netzteil-Testfeld könnte man einen ähnlichen Eindruck gewinnen: Da steckt alles drin, was gut und teuer ist – getreu den Leitmotiven „Was kostet die Welt?“ und „Das Bessere ist des Guten Feind“. 


Für den aktuellen Test haben wir keinerlei Vorgaben gemacht, sondern einfach das Beste aus dem Regal genommen, was uns die Hersteller in den vergangenen Wochen zugesendet haben. Herausgekommen sind vier Netzteil-Boliden mit einer Gesamtleistung von 4660 Watt. In Sachen nomineller Leistung liegt das LEPA G1600 mit 1600 Watt ganz vorne, gefolgt vom 1200 Watt starken Corsair AX1200i. Dahinter reihen sich das Antec HCP-1000 und das Seasonic Platinum-860 ein. Abgesehen davon, dass es sich bei allen Testprobanden um Highend-Geräte handelt, weisen sie zum Teil ganz spezifische Besonderheiten auf. So bietet das Corsair AX1200i etwa eine digitale Überwachungsfunktion, Seasonic setzt wieder einmal auf eine hybride Lüftersteuerung. Was die anderen Netzteile so alles zu bieten haben, klären wir im weiteren Verlauf des Roundups.

Dass es sich bei diesen Power-Netzteilen nicht um Sonderangebote handelt, dürfte jedem klar sein. Ganz so teuer wie wir „befürchtet“ haben, sind diese Boliden aber doch nicht – zumindest nicht alle. Das Seasonic Platinum-860 ist beispielsweise ab etwa 200 Euro zu bekommen. Immerhin handelt es sich dabei um ein 860-Watt-Netzteil mit 80 PLUS Platinum Einstufung. Dass es auch deutlich teurer geht zeigt Corsair: Für das AX1200i werden über 300 Euro fällig. Bei den übrigen Testkandidaten steht meist eine Zwei am Anfang. Dennoch: Wer soviel Geld für ein Netzteil ausgibt, macht keine Kompromisse. Wir sind gespannt, was die Top-Modelle drauf haben.

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11 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Gaensebluemchen
    Hallo :)
    Wenn schon von den Kabellängen die Rede ist, hätten die auch aufgeführt werden können, finde ich.

    Das heitere Preiseraten auf Seite 1 unten ist irritierend: 4 Netzteile werden getestet, das Seasonic gibt es ab 200 Euro, das Corsair kostet über 300. Bleiben 2 Geräte übrig, zu denen heißt es: 'Bei den übrigen Testkandidaten steht meist eine Zwei am Anfang.' Bei allen beiden meist eine 2? Ja, nee, is klar...

    Das Lepa wird auf der HP übrigens mit 80 Plus Gold beworben, Zitat:
    Surpassing 80 Plus Gold level (G1600-MA is 80 Plus Gold certified.)

    Und es heißt 'aufs'.
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  • derGhostrider
    Zitat:
    ...auch wenn die Spannungskurve nicht so smooth verläuft...
    Och bitte! Was soll denn bitte das Wort "smooth" dort? Es ist ja schon schön, daß nicht in jedem zeiten Satz "Performance" oder "Performanz" steht - musste DAS denn jetzt wirklich sein?

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    Das Corsair-Netzteil gefällt mir richtig gut.
    Es widerlegt, daß ein "gut passendes" Netzteil für einen "anspruchsvollen PC" (keine low-power Möhre) in jedem Fall besser ist. Bei 85W ist es mindestens gleichwertig mit den schwächeren Netzteilen und das ist ja nun wirklich beachtlich: Bei 7,1% Last derartig positiv abzuschneiden ist halt schon eine Kunst.
    Nun wäre es natürlich noch toll etwas vergleichbares in 500 W zu haben, dann könnte man mit zwei Netzteilen ungefähr alle Anforderungen restlos erschlagen.

    Naja, fast alle. Nur eine 12V Schiene ist halt etwas schade.
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  • Anonymous
    Der intergalaktische Kilowatt Netzteil Bratertest, die Leistungs-Reserven werden immer höher, wer es haben muss. Für einen Heimanwender eher uninteressant! :sol:
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  • Fabo@guest
    lepa =enermax. hiermit wohl das maxrevo von enermax umgelabled.kann das wer bestätigen?
    hätte es das lepa bereits zum release des 1,5 kW max revo gegeben hätte ich sicher dort zugegriffen.
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  • Diesel_im_Blut
    Ich frage mich immer wieder nach dem Sinn für solche Netzteile bei Privatanwendern. Das einzig vertretbare NT in dem Test ist das Seasonic. Ich selbst habe ein 600 Watt Cougar Netzteil und hab eine Intel 3930K CPU sowie 2 GTX 580 im SLI Verbund mit 2 Laufwerken, einer SSD und ner 2,5 Zoll Datenplatte laufen. Die 600 Watt reichen fällig aus. Und von meinem System kann man nicht behaupten das es Energieeffizient gestaltet ist. Die Aktuellen Grafikkarten (GTX 680 und Co.) brauchen auch nicht mehr Strom wie die GTX 580.
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  • avaka
    @Diesel_im_Blut

    Stichwort: Machbarkeit. So ein Teil muss nicht zwingend sinnvoll sein, wobei ich Ghostrider auch Recht geben muss, dass bei derart hohen Effizienzwerten ein "zu groß kaufen" eigentlich nur noch in der Anschaffung existiert.
    Vllt ansatzweise brauchen kann man solche Teile eventuell bei extrem krassen Quad-SLi/Crossfire-Gespannen mit 3930K CPU und alles bis an die Kotzgrenze übertaktet. Mit Wasserkühlung drauf, mindestens 3x360mm Radiatoren in Push-Pull-Konfig (18 Lüfter), 2 Pumpen und 6x3TB Datengrab. Mehr fällt mir nicht ein.
    1600Watt puuh, was hat so ein mittelmäßiges Bügeleisen? 2000 Watt vllt? Die Leistung final in Wärme umgesetzt und Frost kriegst du niemals in der Hütte.
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  • Big-K
    Was genau hab ich als potentieller Kunde von der Holdup-time und Ripple & Noise werten? Hab ich den inrush current überlesen? Und: gibts das vielleicht auch auf Deutsch?
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  • avaka
    Naja, von Ripple & Noise hast du insofern was, dass deine Mühle stabiler läuft und deine Hardware (Kondensatoren und insbesondere Spannungswandlung) nicht so stark damit beschäftigt ist den Eingangsstrom zu bügeln, der ansonsten ständig im Takt des Versorgungsnetzes in der Spannung schwankt. Bei total versautem Steckdosenstrom, bspw. durch eine Vielzahl an Dimmern und PWM-Reglern kann das einen Unterschied machen.
    Aber ich sehe das auch ein bisschen relativ, dafür gibs schließlich die Grenzwerte.

    Mit Hold-Up ist die Überbrückungszeit gemeint, also die Zeit in der das Netzteil in der Funktion eines Akkus den Rechner am Leben erhalten kann. Damit dir z.B. nicht ständig der Rechner ausgeht wenn du 3 Wasserkocher mit 2500Watt gleichzeitig einschaltest und das Netz sich erst mal wieder begrabbeln muss.
    Auch das kann bei schlechtem Stromnetz interessant sein aber für den Normalmenschen, der mit dem deutschen Stromnetz quasi im gelobten Land lebt ist das auch kein Killerargument.
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  • derGhostrider
    Big-K: Wie Avaka schon ausführlich erklärte: Es sind "nice-to-have-Features". Etwas, was unter gewissen Umständen positive Auswirkungen auf den Rechner haben kann. Es zeigt zudem, daß sich der Netzteilhersteller wirklich Mühe gegeben hat.

    Und auf deutsch:
    Ripple&Noise - Das sind die Störungen und Schwankungen auf den Ausgangsspannungen. Es kommen aus der 12V-Leitung eben nicht wirklich perfekte 12V, sondern, wie im Test zu sehen, lustige gezackte Wellenlinien, die irgendwie um 12V herum schwanken.
    Wenn diese Spitzen zu weit vom Soll abweichen, kann es zu Störungen führen. Im schlimmsten Fall wird bei einer ungewöhnlichen Spitze aus einer 0 eine 1 (ein low-Signal wird durch die Spitze dann eben soweit verfälscht, daß doch der "high" zustand erreicht wird). Das ist extrem, aber es könnte passieren.
    Wenn nun die Ripple&Noise Werte, also die Abweichungen von der Sollspannung, nicht nur "soeben innerhalb der Grenzwerte" sind, sondern sehr gering sind, dann gibt es auch bei größeren Schwankungen (z.B. durch Spannungsspitzen im normalen Stromnetz) noch genügend Spielraum, daß die Spezifikationen eingehalten werden.
    Solche Stromspitzen im Normalen Stromnetz gibt es teilweise, wenn Durchlauferhitzer anspringen/ausgehen, Staubsauger oder Backöfen.
    Solche Spitzen sind in Lautsprechern z.B. auch durch ein Knacken hörbar.

    Dann ist halt auch die Hold-Up-Time interessant. Falls, warum auch immer, die Spannung kurzzeitig einbricht. Wenn die Hold-Up-Time eben nicht ausreicht, dann ist der PC plötzlich aus oder startet neu (je nach Einstellung im BIOS). Ist die Hold-Up-Time länger, dann kann das Netzteil solche Situationen besser ausbügeln. Außerdem zeigt es, daß nicht an den Kondensatoren gespart wurde und auch nach einigen Jahren die gealterten Kondensatoren immernoch hinreichend sein werden.

    Ein Killerargument ist es tatsächlich nicht. Der gemeine User wird viel eher daran interessiert sein ein "halbwegs ordentliches" Netzteil für möglichst wenig Geld zu bekommen.
    Zu der Kategorie zähle ich mich eher nicht.
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  • BlackX
    LEPA= ENERMAX
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  • Gaensebluemchen
    Ja, wie auch schon im Test selber zu lesen ist.
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