Die neuen Energiespar-Festplatten von Samsung und WD setzen auf Sektoren im so genannten Advanced Format und beeindruckende Plattergrößen von 667 GB. Was die 2-TB-Versionen der Öko-Laufwerke leisten, haben wir im Testlabor ermittelt.
Samsung und Western Digital bieten jeweils eine, deren Vertreter auf Energieffizienz getrimmt sind. Die Laufwerke sollen deshalb leiser arbeiten als Standardgeräte, dabei weniger Wärme produzieren und trotz „grüner“ Spezialisierung durchwegs flott unterwegs sein. Western Digital führt seine Energiespar-Laufwerke unter der Bezeichnung Caviar Green, bei Samsung heißt die Serie EcoGreen.
Niedrige Drehzahl, hoher Energiespar-Effekt
Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal gegenüber herkömmlichen Laufwerken ist die reduzierte Drehzahl: Die Energiespar-Festplatten setzen nicht auf die klassentypischen 7.200 U/Min, sondern arbeiten mit 5.400 U/Min, was in einer geringeren Leistungsaufnahme resultiert. Primäres Einsatzgebiet der „grünen“ Laufwerke sind PC-Umgebungen, in denen ein möglichst geräuscharmer und kühler Betrieb gefragt ist. Die Energiespar-Laufwerke machen sich deshalb vor allem in heimischen Rechnern gut und lohnen sich zudem für Festplatten-Receiver oder NAS-Systeme, die nicht nur im Serverraum, sondern auch auf dem Schreibtisch eine akustisch gute Figur machen sollen.
Im Test: Samsung Spinpoint F4EG HD204UI und Western Digital WD20EARS
Wir haben zwei aktuelle Vertreter der Energiespar-Festplatten unter die Lupe genommen: Mit der Samsung Spinpoint F4EG HD204UI und Western Digital WD20EARS gehen zwei 3,5“-Festplatten ins Rennen, die über jeweils 2 TB Kapazität verfügen. Abgesehen vom Stromspar-Etikett und der reduzierten Drehzahl lesen sich die technischen Daten wie die gewöhnlicher Festplatten: So gehört zum Beispiel ein SATA/300-Anschlusebenso zur Standardausstattung wie Native Command Queueing (NCQ) oder ein mindestens 32 MB großer Cache.
2 TB, 3 Platter, 4 KB große Sektoren
Weil sich allein durch eine reduzierte Drehzahl noch kein Blumentopf gewinnen lässt, setzen beide Laufwerke auf weitere Trumpfkarten. Um die Leistung konkurrenzwürdig zu halten, haben Samsung und WD den Testkandidaten eine hohe Speicherdichte von 667 GB pro Platter spendiert. Beide Laufwerke kommen daher mit nur drei Magnetscheiben aus. Damit können sie pro Umdrehung mehr Daten auslesen oder schreiben als gleich schnell drehende Festplatten, die ihre Bits und Bytes weniger kompakt anordnen. Western Digital zeigt übrigens, dass sich die Speicherdichte noch weiter steigern lässt: Die WD30EZRS ist die erste erhältliche 3-TB-Festplatte und speichert satte 750 GB pro Platter. Wir haben den Speicherriesen bereits getestet.
Mehr Speicherplatz mit Advanced Format
Um die hohe Speicherdichte zu erreichen, nutzen Samsungs Spinpoint F4EG HD204UI und die Western Digital WD20EARS das so genannte Advanced Format (AF). Das setzt auf Sektoren mit 4.096 statt 512 Byte Nutzdaten, wodurch sich die verfügbare Kapazität erhöht. Der Grund: Jeder Sektor einer Festplatte steckt zwischen Datenblöcken mit Synchronisierungs- und Fehlerkorrektur-Informationen (ECC) und ist obendrein noch durch eine Toleranzzone von benachbarten Sektoren getrennt. Mit AF lassen sich pro 4.096-Byte-Abschnitt acht dieser Bereiche einsparen, wobei die ECC-Blöcke den größten Teil davon ausmachen. Insgesamt erhöht sich die verfügbare Speicherkapazität durch das AF laut Herstellerangaben um 7 bis 11 Prozent.
Das Advanced Format sorgt indes nicht nur für Freude. Zwar sind Nutzer von Windows Vista und 7 fein heraus, weil die beiden Betriebssystem-Versionen die größeren Sektoren automatisch unterstützen. Bei einem älteren Betriebssystem wie Windows XP können die 4-KB-Sektoren aber zu Leistungseinbußen führen, wie sich im Test zeigt. Solchen Inkompatibitäten begegnen die Hersteller mit unterschiedlichen Anzätzen.
AF-Hilfsmittel für Betriebssysteme
Bei Western Digital sorgt das Hilfsprogramm WD Align Tool für die passende Sektorierung. Wer die Festplatte unter Windows XP mit nur einer einzigen Partition betreiben will, kann alternativ einen Jumper auf dem WD-Laufwerk umsetzen. Samsung verzichtet auf Hilfsmittel oder Zusatzprogramme und greift dafür zu einem Trick. Die HD204UI verwendet eine 512-KB-Sektor-Emulation, damit auch ältere Betriebssysteme das Laufwerk problemlos einsetzen können.
- Festplatten mit Öko-Siegel
- Samsung Spinpoint F4EG HD204UI
- WD Caviar Green WD20EARS
- Vergleichstabelle und Testkonfiguration
- Diagramme: Datenübertragung
- Zugriffszeit und I/O-Performance
- Datendurchsatz und Interface-Bandbreite
- Datendurchsatz in der Praxis
- Temperatur und Leistungsaufnahme
- Fazit: Zeitgleich im Ziel


Unter Windows XP kann man das NTFSlastaccessupdate abschalten, das sollte den Platten auch in Sachen Zugriffszeit auf die Spruenge helfen. Unter Win7 und Vista ist es standardmaessig deaktiviert.
Für mich besitzen Tests, die nur mit einem einzigen Chipsatz gemacht werden, relativ wenig praktischen Nutzen. Ich würde mich da über eine verbindlichere Aussage echt freuen
Samsung hat scheinbar ein Händchen für solche Fettnäpfchen, bei den F4 gibt es wieder Probleme mit der Firmware, wüsste nicht wie das sonst zu Stande kommen kann.
Als ich vor einem Jahr meinen ganzen Rechner auf "Ruhe" getrimmt habe, musste ich zuletzt feststellen das gerade meine alten Festplatten im Betrieb noch das lauteste waren. Das ist gerade bei den für Festplatten typischen unstetigen Geräuschen sehr nervig.
Also habe ich damals alle meine Platten, inkl. einer 74GB Raptor gegen drei 1TB WD Green getauscht. Sie sind ein warer Segen was die Lautstärke angeht. Leider scheint eine der Platten seit kurzem einen Lagerschaden zu haben, denn es ist neudings ein leises kreischendes fiepen bei Plattenaktivität zu hören.
Bei geizhals bietet jedenfalls nur 1 Händler explizit die "WD20EARS-00MVWB0" mit 3 Plattern an (für die er auch prompt mehr verlangt), ist der Kauf bei den anderen Händlern also ein Glücksspiel?
P.S.: Schöner Test, lediglich eine Messung der Lautstärke wäre noch ganz nett gewesen, ist ja für den Einsatz im NAS/HTPC nicht ganz uninteressant...
@ peter_shaw
Soweit ich weiß ist die EARS immer ein 3 Platter (im Falle der 2TB Variante).Auch zu erkennen am 64MB Cache
Glaube die 4Platter hatten EADS (?) hinten dran stehen und nur 32MB Cache.
Was ich aber feststellen musste ist, dass sie bei mir ein hohen Dauerpfeifton absondert, wenn ich sie fest in einem 3,5" Schacht verschraube (Alugehäuse). Entkoppelt ist sie allerdings wirklich sehr leise.
Frage: normal oder Fehler?
Nein, da liegst du leider falsch, die EARS sind ursprünglich ebenfalls mit 4 Plattern auf den Markt gekommen. Deshalb bietet der oben erwähnte Händler nämlich - neben einer nicht weiter spezifizierten WD20EARS - auch eine selektierte Version an, bei der es sich dann definitiv um ein Modell mit nur 3 Plattern handelt. Natürlich gegen Aufpreis...
@ fffcmad
Viele Nutzer sind halt beunruhigt, wenn sie in den specs was von 300.000 cycles lesen und der Zähler bei ihrer Platte schon nach wenigen Wochen auf ein paar tausend steht (sind dann wohl vor allem Systemplatten). Das kann man irgendwo nachvollziehen.
Ich hab allerdings noch von keiner Platte gehört, die erwiesenermaßen abgeschmiert ist, weil sie zu viele load cycles drauf hatte...