Effizienzvergleich: Sandy Bridge gegen CPUs von Intel und AMD

Die zweite Generation des Core-Prozessors hat sich mit Pauken und Trompeten vorgestellt. Doch wie sieht es hinsichtlich der Performance pro Watt aus? Wir haben mit Vier- und Sechs-Kern-Phenoms sowie mit relevanten Vorgängern von Intel verglichen.

Die neue Desktop-Plattform von Intel (Codename Sandy Bridge) ist endlich da. Während es in unserem Artikel „Intels Core-CPUs der zweiten Generation: Das Sandy Bridge Review“ um die Architektur und Performance-Benchmarks der neuen Prozessoren und Chipsätze geht, beschäftigen wir uns heute vor allem mit der Leistungsaufnahme und Effizienz. Eine niedrige Leistungsaufnahme ist nicht mehr nur ein netter Nebeneffekt, sondern es lässt sich beobachten, dass Energieverwaltungsmaßnahmen und der Stromverbrauch bewusst dazu eingesetzt werden, die Performance in verschiedenen Lastszenarien zu maximieren. Dies ist umso wichtiger wenn man sich vor Augen hält, dass Intel Sandy Bridge modular aufgebaut hat, und damit komplette Spanne vom Einsteigerbereich bis hin zum High-End-Segment bedienen kann. Der Großteil des Mainstream-Prozessor-Portfolios von Intel wird daher bis Ende 2011 auf Sandy Bridge basieren, weshalb eine weitere Effizienz-Auswertung lohnenswert ist.

Sandy Bridge wird bis Ende des Jahres auch als Grundlage für die Basismodelle dienen.

Im Vorfeld der Präsentation wurde bereits vermutet, dass Sandy Bridge mehr Performance bietet und das bei womöglich geringerer Leistungsaufnahme. In unserem Artikel zur Produktvorstellung hatte sich bereits bestätigt, dass Sandy Bridge, auch bekannt als Core i5 und i7 2000-Serie, deutlich mehr Performance liefert als der Vorgänger. Gründe für die höhere Geschwindigkeit liegen in den  Verbesserungen der Architektur, wie zum Beispiel der ringbasierten Cache-Architektur mit hoher Bandbreite, dem stark überarbeitete Cache für dekodierte Micro-Ops, der verbesserten Sprungvorhersageeinheit (Branch Prediction Unit), dem größeren Zwischenspeicher, einem höheren Durchsatz bei FPU-Operationen, der besseren Verfügbarkeit des Speichers, usw. Ein weiterer Grund für die höhere Performance findet sich in der besseren Verfügbarkeit von Threads: 4 Threads auf zwei Kernen beim Core i3, vier physische Kerne auf dem Core i5 und vier Kerne mit acht Threads auf dem Core i7.

Letztendlich stattet Intel bereits bestehende Segmente mit mehr Leistung und weiteren Funktionen aus. Obwohl die Sockel LGA 1155-Plattform weiterhin den herkömmlichen Leistungspegel von 95 W beibehält, sind Sandy-Bridge-Prozessoren darauf ausgelegt, sämtliche funktionelle Einheiten bei Nichtbedarf radikal auszuschalten. Wer unseren ersten Sandy-Bridge-Artikel gelesen hat, der dürfte sich noch daran erinnern, dass die Prozessoren über eine Leistungskontrolleinheit sowie drei separate Spannungs- und Frequenzbereiche verfügen. Dies sind gleichzeitig die Hauptgründe, weshalb der Sockel 1156 einen Pin und seine Kompatibilität nach unten eingebüßt hat. Die Spannungsregler müssen zwecks angemessener Unterstützung des Sandy Bridge hohe Spannungen deutlich spontaner ansteuern/umschalten können als bisher.

Bei der S- und T-Serie sinkt die TDP bei Desktop-Anwendungen, die nur wenig Energie benötigen, auf 65, 45 oder sogar 35 W, indem hier und da die Taktraten beschränkt werden. Wir werden uns demnächst ausführlicher mit diesen Produkten beschäftigen, konzentrieren uns im heutigen Artikel aber auf die Mainstream-CPUs der Core i5 und i7 2000-Serie.

Unser Effizienz-Test besteht aus zwei Teilen: Zunächst werfen wir einen Blick auf Systeme mit integrierter Grafik und vergleichen dann Systeme mit separater Grafikkarte. Die Testsysteme mit integrierter Grafik umfassen eine 890GX-Lösung mit dem Phenom II X4 965 und dem X6 1100T von AMD – durch langsamere AMD-Produkte wäre der preisliche Vergleich auf ein zu niedriges Niveau gesunken. Mit von der Partie ist auch eine H55-Plattform von Intel mit den Doppelkern-Prozessoren Core i5-661- und i3-530 sowie eine H67-Plattform mit Core i5-2500K und 2600K. Für den Vergleich mit separater Grafik haben wir uns für die gleichen Lösungen von AMD entschieden und das Testfeld mit dem Core i5-750, dem Core i7-875K sowie den neuen Core i5-2500K und i7-2600K-Prozessoren ergänzt.

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64 Kommentare
    Dein Kommentar
  • fffcmad
    Dann fehlt nur noch der x68 Chipset :) Die Sandy Bridge liest sich wie ein Effizienz-Wunder. Langsam frage ich mich wirklich, wie AMD das noch einholen will. Schon 4 Jahre haengen sie Intel massiv hinterher.
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  • Derfnam
    Yup, sehe ich ähnlich. Zugzwang, Baby, zumal ja etwa n halbes Jahr später Ivy Bridge noch kommt. Wenn Bulldozer nix wird, können sie gleich mit einem das ganze Zeugs plätten :D
    Was ich übrigens etwas irritierend finde: auf Seite 2 unten findet sich die Empfehlung, Gamer sollen sich Boards mit p67-Chipsatz genauer ansehen wegen des Betriebs zweier Grafikkarten.
    Gut unterrichtete Greise munkeln zum einen, daß man auch echt ganz prima mit einer Karte zocken kann und zum anderen, daß es auch Gamer geben soll, die zur Nutzung von Quick Sync sogar die Karte auszubauen bereit wären, oder utopiere ich da grade vor mich hin? Ich würde das jedenfalls tun.
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  • Anonymous
    Sehr schöner Test.
    Was ich jedoch nicht verstehe, warum nehmt ihr ein 750W Netzteil für die integrierte Grafiklösung? Gerade für SB und Idle-Werten von 30W schmälert das doch den Vergleich? Ich kenne mich leider nicht mit der Effizienz solcher Netzteile im Niedrigenergieaufnahmebereich aus.
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  • Anonymous
    Naja ich würde nicht alles zum Himmel jubbeln. Gerade was Features angeht, hat AMD glücklicherweise noch die Nase vorne.
    Was für eine sinnfreie Strategie, nur die Spitzenmodelle mit der HD3000 auszustatten; Gängelung vom Feinsten.
    Weiterhin sind nur 2 von 6 SATA Plätzen für SATA3 ausgelegt. USB3.0 gibt es auch nicht nativ.
    Man muss es mal so sehen. Viele werden sich durch Sandy Bridge ein komplett neuen PC zusammenschustern (mich inkludiert!)
    Das Ding wird nicht billig, soll aber (für mich) mind. 4 Jahre halten. Genügend Rechneleistung für den Otto-Normali gab es schon vor 2 Jahren, bzw. kann jetzt auch sehr sehr günstig bei AMD erstanden werden.
    Was für mich dann noch übrig bleibt? Richtig, weitere zukunftstaugliche Technik wir USB3.0, SATA3 und und und.
    Und wo bleibt da Intel? Die Boards sind auf den Stand von etwa 1156. Die Prozessoren sind komplett neu und einfach nur spitze! Aber für eine Gesamtsystem, dass neu ist, ist eben im Endeffekt nur die CPU (technisch) wirklich neu!
    Da bekomme ich bei AMD mehr für mein Geldl.
    Problem: Ich brauche jetzt ein PC für die nächsten 4 Jahre und kann nicht auf Bulldozer warten. Andererseits sind mir die alten AMDs zu stromhungrig!
    Summa Summarum bleibt mir nur die Sandige übrig!
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  • 1Hz
    Ich hätte mir hier im Effiziezvergleich eher eine 1366-Plattform gewünscht. Bei einer Neuanschaffung dürfte zum Beispiel der Griff nach 1156 eher nicht in Betracht kommen - aber die Frage zwischen 1155 und 1366 ist ggf. schon eher relevant.
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  • FormatC
    @gudrunwillswissen:
    Die 8er Chipsätze von AMD sind auch nicht der Fortschritt in Tüten. Mit dem 7ern geht der Trim-Befehl für SSDs mit dem AMD-Treibern nicht usw. und so fort. Ich bin mit 3 AMD-Systemen, davon zwei mit X6 gestraft genug, das endlich einzusehen. Wobei ein System am Tag vor Neujahr samt CPU die Hufe hochgerissen hat, dem Mainboard sei Dank. So gesehen ist dies zumindest ein wirkliches Argument für einen Plattformwechsel. Denn jetzt noch auf den mausetoten AM3-Sockel zu setzen wäre Nonsens. Und für AM3+ gibts noch nichts.
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  • Anonymous
    Quote:
    Langsam frage ich mich wirklich, wie AMD das noch einholen will

    32nm wird das meiste richten. Struktur vs Architektur. Zumindest in Sachen Strukturgröße ziehen sie bald gleich auf, das sollte locker langen um wieder konkurrenzfähig dazustehen.
    Zugegeben die Sandy Bridge CPU ist beeindruckend. Dass die GPU softwareseitig schrott ist, kann man da verzeihen.
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  • fffcmad
    32nm wird gar nichts richten. Intel hat die Pentium 3-CPU jetzt mehrmals hintereinander in jeder Hinsicht auf den Kopf gestellt und optimiert. Seit Core 2 ist sie sehr ausgefeilt. Die aktuellen Phenoms koennen sich gerade so von den in Zwischen graubaertigen Core2Quads absetzen. Und jetzt werden sie von der aktuellen Mittelklasse von Intel nahezu boesartigst in der Luft zerfetzt. Wer sich jetzt noch einen AMD kauft um in der Mittelklasse rumzuschwimmen hat den Schuss nicht gehoert. AMD kommt ja bald mit einer neuen Architektur fuer das Mittelfeld. Ich bin sehr gespannt, aber nicht zuversichtlich.
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  • Anonymous
    Quote:
    32nm wird gar nichts richten.

    Warum? Wie wärs mal mit Argumentation?
    Ein chip der von 45nm auf 32nm geshrinkt wird, nimmt nur noch 50% der Fläche ein => halbe Kosten.
    und laut nem ht4u-Test ist bei Intel mit ein und der selben Architektur bei der CPU der Stromverbrauch unter Last allein durch den Shrink um 35% gesunken.
    Beinahe halbe Kosten und 35% weniger Verbrauch. Da zu sagen, das wird nichts richten... naja.

    Ein Shrink hat in aller Regel mehr Einfluss als eine neue Architektur.
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  • titan1981
    netter test muss ich sagen mal sehen wie es nächsten monat aussieht bis es noch mehr gibt
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  • Anonymous
    Naja, wird ich nicht so sehen. Shrink ist die eine Sache, aber mit der Energie Haushalten die andere. Es geht ja auch um Rechenleistung/Watt. Was nützt mir da Stromsparen, wenn ich es durch eine beschi**ene Architektur wieder wegschmeisse? Intel ist und wird da immer Vorreiter sein.
    Aber AMD geht den richtigen Weg. Dort wird keine Pseudografik eingebaut! (Es geht hier nicht um dieses CPU Pfui GPU Hui Llanos Mist!)
    Trotzdem denke ich nicht, dass AMD durch Bulldozer Land bei Energieeffizienz oder mehr Rechenleistung gegenüber Intel gewinnen kann. Die Preisgestaltungs wird's wohl dann eher wieder richten müssen.
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  • Anonymous
    Also ich warte bis Feb. 2011. Dann werden die ersten Test für die Bulldöschen eindruddeln und ich bin schlauer=). Dann wird entschieden, denn dann ist die Kohle auch am Start;)
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  • Jack67
    ???
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  • Derfnam
    War schon echt spät, wa, Jack, oder schreibst du immer son pulp?
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  • FormatC
    Ich bin jedes mal verwirrt, weil die Avatare von nForce und Jack gleich sind.
    Ok, der Text ist es offensichtlich nicht :D
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  • fffcmad
    34871 said:
    Quote:
    32nm wird gar nichts richten.
    Warum? Wie wärs mal mit Argumentation? Ein chip der von 45nm auf 32nm geshrinkt wird, nimmt nur noch 50% der Fläche ein => halbe Kosten. und laut nem ht4u-Test ist bei Intel mit ein und der selben Architektur bei der CPU der Stromverbrauch unter Last allein durch den Shrink um 35% gesunken. Beinahe halbe Kosten und 35% weniger Verbrauch. Da zu sagen, das wird nichts richten... naja. Ein Shrink hat in aller Regel mehr Einfluss als eine neue Architektur.



    50%? Wie kommst du darauf? Die 32nm werden nichts richten, weil Intel schon auf dem Bock sitzt. Intel hat nicht nur die Strukturgroeßen verkleinert, sondern auch massiv an Energiesparmechanismen gearbeitet. Und das nicht das erste Mal. Die AMDs brueten schon seit Jahren vor sich hin, wenn man vom Heruntertakten einzelnder Kerne absieht. Dafuer brauchst du aber den passenden Sockel und das Glueck, das das Mainboard mitspielt.
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  • Anonymous
    32^2/45^2 =0.5.
    Das manche hier noch nicht einmal simple Mathematik beherrschen. Traurig!
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  • fffcmad
    50% weniger Die-Flaeche sind unbedingt auch gleich die Haelfte an Kosten. Und zudem heist eine Reduzierung auf 50% der Strukturgroeße nicht, das die DIE-Flaeche automatisch nur noch 50% der urspruenglichen Flaeche einnimmt. So einfach ist das nicht. Deine "Formel" ist fuer mich nichts neues.
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  • seeigel
    Und was soll die Mathematik richten?
    Beherrscht AMD inzwischen C&Q ohne extra Programm in Windows nur übers Bios? (Ich habe nur AM2)
    Wie weit kann ich einen AMD übertakten?
    E8400 -> @3500 @ normal vcore (ich weis das ist schlecht)
    E6320 -> @3200 @ normal vcore

    Wie weit gehen die AMD @ normal cvore?
    Ist da auch bis 75% OC drin?

    Ich denke hier im Forum wird eher was übertaktet als bei Bild.de
    Dort kann die Mathematik siegen , aber wie ist es hier?
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  • Anonymous
    Seien wir doch mal ehrlich.
    Alle Leute die etwas bannbrechendes von SB erwartet hatten, wurden nicht wirklich glücklich gemacht.
    Alle Leute, die einen kompletten Plattformwechsel geplant hatten, wurden bestätigt. SB ist eben nun einmal ein Unterschied zu 1156 und AM3 samt 6Kerner.
    Und jene Leute, die jetzt einen neuen PC brauchen, kaufen sich höchstwarhscheinlich SB. Und diese Leute, die sicherlich diese Power nicht brauchen werden, haben sich aber einen PC für die nächsten 3-4 Jahre zugelegt. Und vielleicht wird in 4 Jahren dieser Prozessor etwas an die Grenze getrieben!

    Und von AMD erwarte ich keine Wunder. Auch wenn es bei Ihnen einen komplett neue Architektur ist. Und auch wenn es in gewissen Benches ein Mehrwert zu SB geschaffen wird, ist dies Hinz und Kunz egal, weil er diese Leistung zu 80% nie abrufen wird.

    Also warum sollte ich trotz scheinbarer unnötiger neuer Plattform auf altes setzen, was einfach schon Technik von gestern ist.
    Die CPU ist sicherlich teurer für 1155 gegenüber 1156 und AM3, aber für den Rest nimmt sich preislich nicht viel.
    Insofern ist es mir egal, wenn ich den PC mind.4 Jahre betreibe, dann habe ich diese Mehrkosten für die CPU locker wieder über die Stromabrechungen reingeholt.
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