Anmelden mit
Registrieren | Anmelden

Nvidia 3D Vision Surround: Spielen mit Tiefgang

Nvidia 3D Vision Surround: Spielen mit Tiefgang
Von , Chris Angelini

Letztes Jahr stellte Nvidia mit 3D-Vision eine Technologie für stereoskopisches Spielen vor. Heute legt die Grafikschmiede nach und erlaubt Spielen mit 3D-Effekt auf drei Monitoren. Doch können Spiele und Grafikhardware beim Tempo mithalten?

Dass man als Tester direkten Besuch von einer Firma bekommt, hat schon Seltenheitswert. Noch seltener kommt es aber vor, dass Testhardware von selbiger Firma auch noch persönlich übergeben und nicht einfach als Paket geschickt wird. Als Nvidia also persönlich jemanden vorbeischickte, um uns ein Test-System von Digital Storm bestehend aus einem übertakteten Core i7-960, zwei GeForce GTX 480 und einem SilverStone RV02 zu überbringen, wussten wir, dass es bald spannend würde. Der Grund für den Aufwand: 3D Vision Surround. Auch die drei Acer-Displays, die uns per schnödem Paketdienst erreichten, ließen unsere Herzen höher schlagen, denn sie sind 120-Hz-fähig.

Wenn wir es recht bedenken, scheinen persönliche Lieferungen zumindest in letzter Zeit auch immer mit vielen Monitoren in Verbindung zu stehen. Der letzte Firmenbesuch war von ATI, und damals hatte man zwei Karten der Radeon HD 5870 Eyefinity 6 Edition und nicht weniger als sechs Monitore im Gepäck. Spiele flüssig (!) auf einer so großen Fläche mit einer Auflösung von 7560 x  2160 Pixeln zu spielen, war wirklich ein atemberaubendes Erlebnis – das allerdings durch die dicken Displayränder der Dell-Displays ein gutes Stück an Attraktivität verlor. Als breiter Störbalken mitten im Spielgeschehen machen sie beispielsweise Shooter unspielbar. Deshalb fristen die besagten Monitore seitdem in einer Ecke des Tom’s-Hardware-Labors ein Schattendasein, und wir hoffen nach wie vor auf die Displays mit extra-dünner Kruste, die uns Samsung bereits letztes Jahr versprochen hatte.

Ohne Frage ist aus diesem Grund zumindest derzeit eine Kombination aus drei Displays wohl die beste Wahl, wenn man auf mehreren Monitoren spielen will. Wer die Fläche von drei nebeneinander aufgestellten Monitoren mit je 1920 x 1080 Pixeln als zu breit empfindet, kann sie auch hochkant ausrichten. Dann sind es 3240 x 1920 Pixel. Für unsere Zwecke ist, dem geflügelten Wort entgegen, mehr aber ausnahmsweise mal mehr, und so genießen wir die Optik in der vollen Breite von bis 5760 x 1080.

Bis zu? Ja, manchmal muss man dann doch einen Gang bzw. eine Auflösung zurückschalten, denn nun gibt es eine Technologie, die es teilweise schafft, dass selbst die geballte Power von zwei GeForce GTX 480 im SLI-Verbund gerade eben ausreicht. Dürfen wir vorstellen: 3D Vision Surround. Nvidia stellte dieses Feature an sich zum Start ihrer GF100-Familie vor, hat es aber bis jetzt zurückgehalten. Laut Nvidia war die Technik damals noch nicht ganz so weit. Heute ist das anders.

Wenn Geld keine Rolle spielt…

Ausgefallene Lösungen haben schon immer „ein wenig mehr“ gekostet. Eyefinity 6 ist ATIs Multi-Monitor-Lösung, die bis zu sechs Displays mit einer einzigen Karte ansteuern kann. Dafür benötigt man aber auch zwei entsprechende Grafikkarten ab 430 Euro plus die Nebensächlichkeit der sechs Monitore. Das macht die Besitzer solcher Konfigurationen schon aus finanziellen Gründen zu einem exklusiven Club.

Auch Nvidias 3D Vision Surround sieht vor allem dann besonders spannend aus, wenn man über das gewisse Kleingeld verfügt. Die drei Acer-Monitore vom Typ GD235Hz sind zwar hierzulande noch nicht verfügbar, gehören aber mit um die 400 US-Dollar in den Vereinigten Staaten noch zu den preisgünstigeren 24-Zoll-Monitoren mit 120-Hz-Technik. Zwar unterstützen auch schon Grafikkarten wie die „kleine“ GeForce GTX 260 3D Vision Surround, doch wer auf diese Technik umsteigen möchte, ist gut beraten, gleich richtig zu investieren und zwei GeForce GTX 480 zum Stückpreis von etwa 440 Euro aufwärts ins System zu stecken. Der letzte Posten auf dem Wunschzettel ist dann das 3D Vision Kit, das man online ab etwa 130 Euro findet. Zusätzliche Brillen kosten dann nochmals um die 100 Euro.

Gehen wir mal von amerikanischen Preisverhältnissen aus (um so auch die Monitore berücksichtigen zu können), kommen für die beschriebenen Komponenten grob 2.500 Dollar zusammen. Dann sollte man natürlich auch einen passenden PC besitzen, der schon entsprechend leistungsfähig ist, um die 3D-Show nicht seinerseits ins Stottern zu bringen. In der Rechnung ist er jedenfalls noch nicht enthalten. Aus einer reinen Spieler-Sicht wollen wir aber so viel schon vorab verraten: Diese Technologie macht so viel Spaß, dass sie durchaus bei der Planung des nächsten Hardware-Upgrades berücksichtigt werden sollte – denn dann kann man gleich die passende Basis schaffen.

13 Kommentare anzeigen.
Auf dieser Seiten können keine Kommentare mehr abgegeben werden
Sortieren nach: Neueste zuerst | Älteste zuerst
  • marcolb , 5. Juli 2010 08:28
    Also abgesehen vom Geld hätte ich nicht mal den Platz für 3 Monitore in meinem Büro, bin ja schon froh wenn ich PC und Laptop sauber unterbekomme
  • bluray , 5. Juli 2010 08:45
    @ben:

    Ich glaube, auf Seite 2 unter dem letzten Schaubild im Text ist Dir ein kleiner Fehler unterlaufen: In diesem Szenario übernimmt nun GPU 1 die ungeraden Frames für das rechte und das linke Auge, während GPU 2 die gerade Frames für beide Augen berechnet.

    Wenn ich mir das Bild dazu anschaue, dann sieht es aber so aus, dass GPU1 alle Frames für das linke Auge rendert und GPU2 alle Frames für das rechte Auge rendert...
  • benkraft , 5. Juli 2010 08:58
    @bluray - Schau dir noch mal genau die Pfeile an ;) .
    Im ersten Bild rendert GPU Frame 1 rechts und Frame 1 links.
    Im zweiten Bild rendert GPU 2 Frame 2 rechts und Frame 2 links.
    Im dritten Bild rendert wieder GPU 1 Frame 3 rechts und Frame 3 links.
    usw
  • Anonymous , 5. Juli 2010 10:46
    Was ist mit den Drittanbieter-3D-Softwares, die so gut wie jedes vorhandene 3D-Spiel vernünftig auf 120Hz-3D bringen können?? Ich brauche keine nVidia-Karten, wenn's dafür nur ganze 3 Spiele gibt...
    Ich war lange genug von nVidia abhängig. Ich finde die Produkte zwar nach wie vor gut, aber sie sind nicht die Lösung aller Probleme.
  • jo-82 , 5. Juli 2010 11:16
    @elwood84: Hier gehts um Stereoskopie mit mehreren Monitoren, da muss das Spiel mitspielen. Wenn du nur einen Monitor/Beamer hast kannst du mit 3D Vision jedes 3D Spiel Stereoskopisch anzeigen lassen.
  • intergalactic , 5. Juli 2010 12:17
    Wie siehts mit Kopfschmerzen oder sonstigen "Nebenwirkungen" bei längerer Verwendung der Shutter Brille aus?
  • TNC-Flipstar , 5. Juli 2010 12:24
    Das bestimmt ne feine Sache für den der es sich leisten kann, für die breite Masse ist das bisher wohl eher noch nichts.
    Zitat :
    Wie siehts mit Kopfschmerzen oder sonstigen "Nebenwirkungen" bei längerer Verwendung der Shutter Brille aus?

    Das ist mal eine gute Frage, beim 3D Kino hab ich festgestellt das das ganz schön anstrengend für die Augen ist.
  • holgiheftig , 5. Juli 2010 13:40
    Multi-Monitor-Zocken und 3D-Brillen sind doch zwei verschiedene dinge, welche im test gleichzeitig Anwendung fanden.
    Als nutzer kann man ja zuerst eins und dann das zweite für sich realisieren.

    Ich finde es zum Spiel-Erlebnis wesentlich sinnvoller einen Beamer oder großen TV zu verwenden. Hier erreicht man leichter eine noch größere Bildfläche ohne störende Rahmen. Die Auflösung ist zwar kleiner, aber dementsprechend auch der Preis für die Grafikkarte(n).

    Beamer (3D-Vision fähig) 600€ (billigster 306€)
    GTX260 160€
    3D-Vision-Kit 130€

    Man wäre also für weniger als 900€ dabei und hätte eine Lösung welche mir persönlich besser gefallen würde als die hier getestete.
  • thomas2605 , 5. Juli 2010 14:32
    Bitte Bitte macht auch mal benches mit AA! Mich würde mal interessieren wann den Karten der VRam ausgeht!
  • jo-82 , 5. Juli 2010 20:07
    Zitat :
    Wie siehts mit Kopfschmerzen oder sonstigen "Nebenwirkungen" bei längerer Verwendung der Shutter Brille aus?


    Meine längste Session am Beamer war bis jetzt 7 Stunden mit kleiner Pause, alles ohne Kopfschmerzen, und ich bin Brillenträger, trage die Shutter also über der normalen drüber. Aber da ist wohl jeder unterschiedlich. Man muss sich das ganze aber auch anständig Einstellen (Tiefe und Konvergenz).
  • senfabgeber , 6. Juli 2010 09:20
    3D hatte ich schon bei Tomb Raider 3 + 4 mit der Elsa Revelator Shutterbrille - und ich fand's saugeil. Damals noch auf dem guten Röhrenmonitor.

    Dank Avatar ist 3D wieder im Aufwind. Und die Industrie hat mit HDMI 1.4a den passenden Standard geschaffen. Erste TV Geräte und BluRay Player gibt es bereits. Allerdings wird auch nur 1 Display unterstützt.

    Leider kocht NVidia noch sein eigenes Süppchen und versucht ihre proprietärte Lösung unters Volk zu bringen und konzentriert sich daher auf die Surround Geschichte mit mehreren Displays. Was eigene Sender/Shutterbrillen und Monitore (alle kleiner 24 Zoll) voraussetzt. Dabei würde ein aktueller großer (> 40 Zoll) 3D Fernseher reichen und man kann auf mehrere Display verzichten. Der 3D TV bringt seine eigene Brille mit und man hätte hier die Wahl zwischen Shuttertechnologie oder Polarisation wie im Kino wo man nur eine einfache polarisierte Brille auf der Nase hat (viel Billiger und besser für anfällige Personen denen die Shuttertechologie Kopfschmerzen bereitet). Dazu müsste das 3D Bild (egal ob Spiel oder Blu-Ray Film) aber per HDMI 1.4a Standard übertragen werden, was prinzipiell nur eine Treiberangelegenheit ist, dann kann man auch auf richtig große Glotzen zurückgreifen und hätte eine wesentlich bessere Auswahl.

    Nvidia hatte sowas bereits in der Vorbereitung. Seltsamerweise ist das zugunsten von 3D Vision Surround wieder verschwunden (ein Schelm ist wer Böses dabei denkt...) und es findest sich nur noch ein versteckter knapper Hinweis auf 3D-TV-Play mit der unbestimmten Ankündigung "coming soon".

    Ich hoffe da tut sich bald was, dann hole ich mir einen 32 Zoll 3D Full-HD Fernseher als Computermonitor und kann so bei Bedarf auch in 3D zocken.
  • holgiheftig , 6. Juli 2010 09:47
    muss eine shutterbrille nicht mit der grafikkarte kooperieren?
  • senfabgeber , 6. Juli 2010 10:02
    @holgiheftig: Synchronisation erfolgt über einen IR Sender der mit dem VSync gekoppelt ist. Dabei spielt es keine Rolle ob das eine Sender-Brillen-Kombi von NVidia oder ein eingebauter Sender in einem 3D Fernseher mit passender Brille von z.B. Samsung, Sony, Panasonic ist.

    Der Grafikartentreiber kümmert sich dann um die abwechselnde Bildausgabe entweder per 120Hz abwechselnd L+R oder per HDMI 1.4a als single Frame, der linkes und rechtes Bild nebeneinander oder untereinander sendet mit 24, 50 bzw. 60 Hz. Der 3D Fernsehr zeigt die Bilder dann automatisch abechselnd mit der doppelten Frequenz.

    Theoretisch ist dazu jede Grafikkarte in der Lage auch ATI. Letztendlich liegt es am Treiber und da hat im Moment nur Nvidia etwas zu bieten und die beschränken sich bei der Unterstützung eben auf die "potenten" Karten.