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Software-Workaround für das 2,2-TB-Limit

Software-Workaround für das 2,2-TB-Limit
Von , Achim Roos

Festplatten größer als 2,2 TB und Windows vertragen sich nur bei genauer Planung. Die will Asus mit dem Disk Unlocker drastisch vereinfachen. Per Mausklick lässt sich der komplette HDD-Speicherplatz auch auf inkompatiblen Systemen nutzen.

Festplatten größer als 2,2 TB und Windows vertragen sich nur bei genauer Planung. Die will Asus mit dem Disk Unlocker drastisch vereinfachen. Per Mausklick lässt sich der komplette HDD-Speicherplatz auch auf inkompatiblen Systemen nutzen.

Western Digital hat es vorgemacht und bislang zog nur Hitachi nach: Mit ihren 3-TB-Festplatten haben beide Hersteller echte Speichermonster am Start, die mit technischen Finessen wie 750 GB Kapazität pro Platter beeindrucken. Als Datenlager eignen sich die Laufwerke optimal. Wie sich zeigt, bleibt das derzeit auch fast ihr einziges Anwendungsgebiet, denn aufgrund ihrer Größe ist der Einsatz der Speicherriesen problematisch.

Will man einen solchen Speicherboliden als Bootfestplatte einsetzen, müssen Betriebssystem, Chipsatz-Treiber und Mainboard mitspielen. Doch derzeit können nur die allerwenigsten Computer von einer Festplatten-Partition größer als 2 TB starten, da sie auf BIOS statt EFI/UEFI setzen und sich infolgedessen mit dem 2-TB-Limit des MBR herumschlagen müssen.

Verschenkte Kapazität jenseits von 2,2 TB

Die MBR-Partitionstabelle einer Festplatte enthält nur 32-Bit-Felder für die logische Blockadressierung (LBA). Damit lassen sich maximal 2^32 x 512 Byte je Sektor, also 2.199.023.255.552 Byte adressieren, was gerundet 2,2 TB entspricht. Wer eine 2,5-TB- oder gar 3-TB-Festplatte in seinen Rechner einbaut, verschenkt nach dieser Rechnung sämtlichen Speicherplatz jenseits der 2,2-TB-Grenze. Das Speicherlimit ist aber beileibe nicht das einzige Problem, denn je nach verwendetem Betriebssystem erfordert es einige Verrenkungen, damit die Laufwerke überhaupt ordnungsgemäß funktionieren.

Notlösung Advanced Format

Festplatten mit einer Speicherkapazität von 2,5 TB oder 3 TB setzen auf das so genannte Advanced Format (AF), das mit 4 KB großen Sektoren arbeiten. Da jeder AF-Sektor achtmal größer ist als ein herkömmlicher 512-Byte-Sektor, kommen die Laufwerke mit achtmal weniger Datenblöcken für die Synchronisierungs- und Fehlerkorrektur-Informationen aus. Laut Herstellerangaben erhöht das ihre Speicherkapazität um 7 bis 11 Prozent. AF bietet theoretisch einiges an Ausbaupotenzial, denn hierüber adressierte Festplatten dürfen bis zu 16 TB groß sein.  

Nutzer von Windows Vista, Windows 7, einem aktuellen Linux oder einem Intel-Mac sind fein heraus, weil diese Betriebssysteme die AF-Partitionen automatisch passend ausrichten. Weil Windows XP das jedoch nicht tut und damit Datenverlust droht, müssen die Hersteller in die Trickkiste greifen und die Sektoren MBR-gerecht hinbiegen.

Tools, Jumper-Tricks und Sektor-Emulation

Beispiel Western Digital: Will man Windows XP auf eines der AF-Laufwerke aus der Caviar-Green-Reihe installieren, sorgt das Umsetzen eines Jumpers für die passende Ausrichtung der Sektoren.

Soll das Laufwerk mehrere Partitionen enthalten, braucht es stattdessen das vom Hersteller bereitgestellte Festplattentool WD Align. Dieses sollte man auch unter Windows 7, Vista und XP einsetzen, wenn man seine Betriebssystem-Partition von einer alten Festplatte per Cloning-Tool auf das WD-Laufwerk umzieht. Samsung greift zu einem anderen Trick und verwendet eine 512-KB-Sektor-Emulation für seine AF-Festplatten. In diesem Fall hat man keine Wahl und muss schlichtweg darauf hoffen, dass alles so funktioniert, wie der Hersteller es beabsichtigt hat.

Alle 24 Kommentare anzeigen.
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  • -Iwan- , 2. Februar 2011 09:43
    Zitat :
    Bootfähig, aber Datenverlust nicht ausgeschlossen

    auf gut deutsch: lieber die Finger von lassen

    ich setze privat hauptsächlich noch XP 32bit ein, so das so eine Frickelei für mich gar nicht erst in Frage kommt
    traurig ist es aber schon, das wir immer noch am (guten alten) Bios festhalten und Boards mit EFI kaum zu bekommen sind
  • Anonymous , 2. Februar 2011 10:24
    Die Idee von Asus ist gut aber Platten in dieser Größe brauche ich weniger!
  • Denken , 2. Februar 2011 11:48
    Also mal ehrlich, wer sich ne Platte mit mehr als 2,2TB holt kann auch von Windows XP weg. Das System ist doch Steinalt!
  • checkmate , 2. Februar 2011 12:49
    Selbst HDDS oberhalb 2,2TB kann man an XP benutzen, wenn man sie partioniert und den Bootsektor
  • drcupido , 2. Februar 2011 13:27
    Die neuen Sandy Bridge Boards werden teilweise mit EFI ausgestattet. Geschwindigkeitsvorteil beim booten ist aber nur sehr gering, aber hey, ich kann im Bios Spiele spielen ^^
  • corristo123 , 2. Februar 2011 13:53
    Ich frag mich grad nur, warum ihr von 2,2 TB ausgeht. Es sollte sich eher genau um 2 TB handeln: 2.199.023.255.552 Byte (1024 Byte = 1 Kilobyte)
    Na ok, die Festplattenhersteller rechnen auch mit dem Faktor 1000, aber das empfinde ich eher als ziemlich verwirrend.
  • Hufu , 2. Februar 2011 14:33
    http://de.wikipedia.org/wiki/Byte#Bedeutungen_von_Dezimal-_und_Bin.C3.A4rpr.C3.A4fixen_f.C3.BCr_gro.C3.9Fe_Anzahlen_von_Bytes

    2,2 TB sind 2.200.000.000.000 Byte
    2TiB sind 2.199.023.255.552 Byte
  • corristo123 , 2. Februar 2011 15:48
    Ahja richtig, an diesen Unsinn kann ich mich noch dunkel erinnern. Wie dem auch sei, meine Betriebssysteme zeigen 2 TB an und nicht 2,2 TB, 2 TiB oder 2,2 TiB ^^
    In meinen Augen bleibt es eine sinnlose Verwirrung, die man sich getrost hätte sparen können.
  • Cookie2734 , 2. Februar 2011 16:16
    wer zur hölle braucht ne bootplatte mit >2TB?
  • Anonymous , 2. Februar 2011 17:45
    Cookie2734wer zur hölle braucht ne bootplatte mit >2TB?


    DAUs die meinen die Speicherkapazität an mp3s und billigem ameriknischen soft.... wären eine Angabe über die Leistung ihres PCs. Mir sind schon einige davon über den Weg gelaufen.
  • corristo123 , 2. Februar 2011 18:19
    Naja, man muss sie ja nicht unbedingt als Bootplatte nutzen, als Datengrab aber sicher nicht uninteressant, vor allem für Raid-Systeme (Fileserver etc.). Und wenn man da schon nicht mehr als 2 TB ansprechen und den Datenträger nicht in GPT konvertieren kann, ists halt schon ärgerlich.
    Linux lässt sich durchaus u.a. durch Grub auch von GPT-Partitionen aus starten. Und auch wenn ich Apple nicht mag, arbeiten sie schon seit geraumer Zeit mit EFI und GPT.
  • Cookie2734 , 2. Februar 2011 18:52
    @ Corristo123

    also laut dem Artikel kann man solche HDDs als Datengrab nutzen. Das ist kein Problem. Hier wird nur über die Nutzung als Bootplatte geschrieben, was bei Platten dieser größe ja total sinnfrei ist...
  • TGH1978 , 2. Februar 2011 19:10
    Also ich sehe das nicht mehr so eng, wie früher. Wie schon weiter oben erwähnt. Die neuen Boards für Sandy Bridge unterstützen schon teilweise UEFI...

    Gibt immerhin schon über 30 Boards damit:

    http://geizhals.at/eu/?cat=mbp4_1155&xf=494_UEFI

    und ich denke nachdem inzwischen die 3TB Grenze bei HDDs geknackt ist, werden das in absehbarer Zukunft noch mehr werden...
  • smg72523889 , 3. Februar 2011 08:57
    bei einer 2.5TB-Platte sind doch eh nur ca. 2.275TiB nutzbar dank der dämlichen Rechenweise der Hersteller. D.h. ich würd grad mal ca. 75GiB verschenken wenn ich auf diese Tools pfeif.
  • corristo123 , 3. Februar 2011 09:41
    @ Cookie2734

    Das kannste allerdings nur, wenn Dich Dein Betriebssystem GPT formatieren lässt. Bei MBR ist bei 2 TB halt Schluss.
  • derGhostrider , 4. Februar 2011 00:06
    @Hufu:

    Nur weil irgendwann ein DEPP auf die Idee kam: "Oh, das stimmt ja gar nicht, wir führen aus heiterem Himmel abweichende Einheiten ein.", ist es noch lange nicht richtig, was da steht. Ob das nun von anderen als möchtegern-Standard verabschiedet wurde oder nicht, spielt dabei zunächst auch keine Rolle.

    Defacto war ein kB bei Computern immer 1024 Byte groß, da aus historischen Gründen zur Basis 2 gerechnet wurde. Erst als einige Marketingdeppen auf die idiotische Idee kamen, daß es eine andere Einheit, oder genauer: die SI-Präfixe, gab und man diese fälschlicher Weise einfach mal im IT-Bereich missbrauchen konnte, wurde es falsch angegeben, nämlich dümmlich: "k ist aber 1000".
    Der einzige Grund dafür war, daß sich größere Zahlen besser verkaufen lassen. Es gab keinen anderen Grund.
    Die Verabschiedung als "Standard" vor ein paar Jahren zeugt zudem nicht von Sachkenntnis, sondern von einem sehr engen Horizont kombiniert mit zugehöriger Borniertheit.

    Zudem ist der Artikel nicht konsistent. Die Beschränkung beim Booten betrifft nämlich ausnahmslos Festplatten [Anmerkung: Das ist auch falsch. Es betrifft Partitionen! Trifft auch auf RAID-Systeme aus mehreren kleineren Festplatten zu.], die größer als echte 2TB sind (Basis 2). Wenn man so den Artikel anfängt, dann sollte man auch bei dieser Wahl der korrekten Einheiten bleiben.
    Über den klassischen MBR kann man also lediglich Partitionen bis zu 2TB verwalten. Danach wird GPT nötig und davon können unsere klassischen Mainboards mit BIOS nicht booten.
    Und? Eine flinke Bootplatte oder SSD (MBR) und ein Datengrab in fast beliebiger Größe (GPT). Problem gelöst und für viele Anwendungen zudem noch eine sehr vorteilhafte Wahl. So ist auch das Sichern angenehm im Hintergrund ausführbar, ohne daß das OS gebremst wird: Das läuft ja auch der flinken Boot-Platte.
    Für Enthusiasten ist es doch fast schon selbstverständlich, daß sie ihr OS auf einer SSD liegen haben. Die nicht-Enthusiasten benötigen wohl keine 3TB Platte. Und wenn, dann werden auch die gut mit einer zwei-Platten-Lösung leben können, für die ein oder zwei Jahre, bis es UEFI in größerer Verbreitung gibt.
  • Bzzz , 4. Februar 2011 12:36
    derGhostriderwurde es falsch angegeben, nämlich dümmlich: "k ist aber 1000"


    Dumm, dass es diese dümmliche Einheit schon ein bisschen länger als die Elektronik an sich gibt. Wer Kilo, Mega, ... nutzen will, der hat sich entweder an die 1000^n zu halten, oder einen anderen Namen dafür zu nutzen. Nur ein gewisser Softwareriese aus Redmond interessiert das einen Dreck. Und ähnlich den Apfeljüngern stellt auch bei den Redmondjüngern keiner jene seit über einem Jahrzehnt falschen Angaben in Frage. Schlimmer noch, man verteidigt die bewusste Falschangabe. Gegebenenfalls, weil man gar nicht verstanden hat, warum es die Binärpräfixe überhaupt gibt, sich aber trefflich darüber auslässt.

    Jener einzige Grund waren übrigens zwei Gründe, und das ist zum einen die größere Zahl in der Werbung, zum anderen die schlechte Trennbarkeit zwischen Systemen grundlegend verschiedener Herkunft. Klar, die Telegraphenhersteller haben 1850 schon mit größeren Zahlen protzen wollen...

    Wenn du die Verabschiedung des Standards als Fehler ansiehst, dann bewirb dich doch mit deiner Fachkenntnis und überzeuge die internationalen Kommissionen von deiner Sicht der Dinge. Mit der nächsten SI-/IEC-Empfehlung ist die ganze Sache dann wieder vom Tisch.
  • derGhostrider , 4. Februar 2011 14:12
    @Bzzz:
    1. Hat die Basis 2 nichts mit Microsoft zu tun, sondern mit der Art der Datenspeicherung und

    2. schmeißt Du hier vieles durcheinander, was überhaupt nichts miteinander zu tun hat.

    SI-Eiheiten gibt es und sind nützlich. Aber das "kilo" bei Computern ist schlichtweg keine SI-Einheit.

    Es gibt viele Einheiten, die den gleichen Namen tragen, jedoch etwas unterschiedliches bedeuten. Es war bei Computern über lange Zeit klar, daß Kilobyte 1024 Byte sind. Das war keine einzige Sekunde lang falsch, es war nur schlichtweg keine SI-Einheit.
    So gibt es auch mehr als nur eine Meile - je nachdem, wo man von Meile spricht, wird aber trotzdem klar, was gemeint ist. Und Meilen sind auch heute noch üblich. Nicht bei uns auf dem Festland, aber sowohl in anderen Ländern als auch in der Schifffahrt. Und trotzdem, egal ob nun die amerikanische Meile oder die Seemeile gemeint ist, ist "Meile" für beides korrekt.

    Du begehst den gleichen Fehler wie die, die sich für die albernen "Kibi" und "Mebi" Präfixe ausgesprochen haben: Du ignorierst die Existenz der jahrzehnte eindeutig definierten Einheiten und wendest blind SI-Präfixe an, die in dieser Verwendung schlichtweg falsch sind.

    Aber was soll's. Du kannst alles mit dem großen "aber SI-Einheiten sind genormt"-Hammer erschlagen und die Festplattenhersteller freuen sich einen Ast ab. Glückwunsch.
  • Bzzz , 5. Februar 2011 10:34
    1. Richtig. Hab ich auch nie behauptet.

    2. Was denn so zum Beispiel?

    3. Ebenfalls richtig. Also darf es auch nicht den SI-Präfix für "1000" verwenden.

    Welche Einheiten wären das denn so? Mir fällt keine einzige ein. Man nimmt mangels Buchstaben für viele Größen das gleiche Symbol, aber auch die Kurzformen der Einheiten sind jeweils verschieden.

    Es war klar, und es war seit jeher falsch. Kilo sind 1000, und glatte 1000 schafft man in einem Binärsystem ohne krumme Anzahlen nicht. Ergo hätte es von vornherein nicht Kilobyte heißen dürfen, es sei denn, man hätte damit eben 1000 Bytes bezeichnet. Übrigens sind wir uns über 8 Bit pro Byte ja auch einig, was aber auf den diversen Systemen früher nicht überall so war.

    Ja und nein, nur ist Meile die faule, uneindeutige Form. Kein Seemann wird von amerikanischen Meilen reden, wenn er mitten auf dem Meer ist. Trotzdem ist die nautische Meile mit der Einheit NM eindeutig bestimmt (nm wäre übrigens der Nanometer). Die abweichende Definition gegenüber anderen Meilen ergibt sich einfach aus der auf See praktischeren Längenskala einer Bogenminute. Frag mal nen Seemann, wieviel nautische Meilen 100 statute miles kerzengerade Küste lang sind.

    Ich begehe keinen Fehler, ich stimme jenen zu. Wenn dir weniger alberne Präfixe einfallen, dann reich deren Namen doch ein. Für mich macht das -bi- für binary durchaus Sinn.

    Mach ich, und weil ich sie täglich brauche, bin ich auch sehr froh um deren internationale Standardisierung.
    Die Festplattenhersteller für ein jahrzehntelanges Vergehen der Softwarehersteller zu belangen? Na klar. Und übrigens, die noch böseren SSD-Hersteller freuts. Die können 64 GiB verbauten Flash als 64 GB verkaufen, machen sich keines Etikettenschwindels schuldig, und spendieren die Differenz einfach dem Controller fürs Wearlevelling.
  • derGhostrider , 5. Februar 2011 12:51
    Tja, genau diese Engstirnigkeit ist es, die ich angesprochen habe.
    Ob nun Binär- oder Dezimalpräfix war eigentlich automatisch klar. Selbsterklärend, sozusagen. Die Unterscheidung braucht keine zusätzlichen Symbole, nur da einige Menschen unfähig sind zu unterscheiden.
    Hingegen hätte man Festplattenhersteller dazu bringen sollen sich an die üblichen Bezeichnungen zu halten.
    BTW: Auch Festplatten wurden anfangs "korrekt" zur Basis 2 gerechnet. Es war tatsächlich ausschließlich die Schuld von Marketingstrategen das zu verändern.
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