Schon vor Jahren liefen bei Tom’s Hardware CPUs mit 5 GHz. Höhere Frequenzen sind auch heute kaum möglich, dafür aber mehrere parallele Kerne. Wir zeigen, wie man mit normalen Komponenten und ein wenig Ehrgeiz zu einer Sechskern-CPU bei 5 GHz kommt.
Kühler-Tests haben bei Tom’s Hardware Tradition. Abseits der „normalen“ und vielleicht ein wenig langweiligen Luftkühler schauen wir uns besonders gern auch ausgefallene und ausgeklügelte Lösungen an. Fast schon aus den Urzeiten unseres Artikel-Kompendiums stammt ein Review von KryoTechs Kompressorkühler Anno 1999. Noch im selben Jahr brachte der Hersteller mit dem Cool Athlon 900 eine Version mit von Hause aus auf für damalige Verhältnisse sensationelle 900 MHz übertaktetem Athlon 700 – damals frisch vorgestellt und das Flaggschiff der AMD-Prozessorlinie. Nicht einmal einen Monat später erlaubte es uns eine weitere Revision, erstmalig die 1-GHz-Marke zu knacken.
Irgendwann bekam KryoTech dann Konkurrenz. Bevor Asetek zu einem der renommiertesten Anbieter im Bereich der Wasserkühlung wurde, bot man mit dem VapoChill ebenfalls einen Kompressorkühler-Lösung an, die schon im Gehäuse vormontiert war und sowohl mit AMD- als auch Intel-CPUs funktionierte. Als schließlich Prometeia die Bildfläche betrat, war KryoTech schon wieder von der Bühne verschwunden, während die CPUs inzwischen eiskalt die 3-GHz-Grenze durchbrachen. Weitere Verbesserungen hielten Einzug, und ein Jahr später war auch die 4-GHz-Grenze passé. Da war aber erst einmal das Ende der Fahnenstange erreicht, und es schien klar, dass weitere Taktrekorde entweder einen Durchbruch bei der CPU-Herstellung oder der Kühltechnik erfordern würden.
Im legendären 5-GHz-Projekt gelang es uns vor etwa sechseinhalb Jahren mit einer Kombination aus Flüssigstickstoff für die CPU und einem Kompressorkühler für den Chipsatz schließlich, auch die 5-GHz-Schallmauer zu durchbrechen. Sonderlich praktisch oder gar alltagstauglich war diese Lösung natürlich nicht, denn wer hält sich schon einen Vorrat an Flüssigstickstoff? Auch die sonst so erfindungsreichen Hersteller nutzten diese Marktlücke nicht.
Inzwischen hat Intel CPUs in 32 nm Strukturgröße vorgestellt, die weniger Abwärme produzieren und so auch mit „permanenten“ Kühllösungen diese hohen Taktraten erreichen sollten. Tatsächlich schafften wir es in unserem Launch-Artikel zu Intels K-Serie, das System mit Core i5-655K noch bei 4,93 GHz hochzufahren– und zwar nur mit Luftkühlung.
Der technische Fortschritt hatte also dafür gesorgt, dass wir nun auch ohne den launischen Flüssigstickstoff unsere 5-GHz-Bestrebungen wieder aufnehmen konnten. Allerdings erschien es uns trivial, diesen Versuch mit einem preiswerten Doppelkern-Prozessor durchzuführen, der schon mit Luftkühlung stabile 4,6 GHz verkraftete. Außerdem hätte die Performance eines solchen Zweikerners mit auch mit 5 GHz in der modernen Welt der allgegenwärtigen Quad-Cores auch nicht weiter beeindruckt. Uns schwebte Größeres vor: Ein wahres CPU-Flaggschiff sollte es schon sein, alles andere ist langweilig.

Als Intel im März endlich seinen Core i7-980X Extreme Edition mit sechs Kernen und ganzen 12 Threads auf den Markt brachte, wussten wir, dass wir unseren Wunschkandidaten gefunden hatten. Nun fehlte nur noch ein passender, entsprechend potenter Kühler. Fündig wurden wir beim taiwanischen Hersteller Cooler Express.
- Alte Moden kehren wieder
- Der Kompressor kehrt zurück
- The Test Platform
- Cooler Express Installation, nach Anleitung
- Isolierung muss sein
- Ist das....Wasser?
- Wir bessern nach
- Einfaches Übertakten
- Das Ziel vor Augen
- Test-System
- Benchmarks: 3D-Spiele
- Benchmarks: Audio/Video Encoding
- Benchmarks: Anwendungen
- Benchmarks: Synthetische Tests
- Leistungsaufnahme und Effizienz
- 5 GHz auf sechs Kernen nach knapp sieben Jahren



Die Gegenüberstellung mit dem 980X wäre dann ebenfalls interessant, denn aus meiner Sicht heraus erhascht sich der 980X den klaren Vorteil aus seiner HT-Technik. Dass diese aber ihren Tribut fordert, hat euer OC-Projekt eindrucksvoll bewiesen.
OK, deren Strukturbreite ist zwar noch nicht bei 32 nm und es gibt kein Hyperthreading, aber mit der getesteten Kühllösung wäre es bestimmt einen Versuch Wert.
Klar ein paar Details könnte man immer verbessern aber im Großen und Ganzen SEHR interessant – vor allem weil es mal was ist was nicht jeder mal kurz zu Hause selbst ausprobieren kann… und für die Freaks unter uns(die so was tatsäcjlich mal selber bauen wollen) nebenbei noch ein paar gute Denkanstöße um teure Hardwaredefekte von vornherein zu vermeiden.
So etwas würde ich mir von euch öfter wünschen – was interessiert mich das Buffallo den 100.000sten USB Hub auf den Markt gebracht hat – der diesmal allerdings rote statt blaue LED hat.
Wie wäre es mal mit einer Modding Ecke – wo man so was wie Voltmods von Grakas u.Ä. mal am konkreten Beispiel genau zeigt – vielleicht mal die Berechnung und sonstigen Grundlagen zur Bestimmung der Wiederstände anschneidet o.Ä. – evtl. Umbau von Routern usw. usf.
Sowas hattet ihr mal eine Zeit lang im Programm und damit seid ihr groß geworden…
Vielleicht besinnt man sich mal wieder auf alte Werte (die Hoffnung stirbt zuletzt)
Ich glaub, beim Enkodieren könnte ich gerne mal eins zwei Minütche länger warte. ^^
Beeindruckend ist das Experiment aber trotzdem!
Bitte den Phenom 2 1090T nochmal unter diesen Bedingungen auf die Folter spannen.
Auch eine Melone kann nicht unendlich viele Kerne haben.
Vielleicht bietet die Natur doch gewisse Vorbilder und Indizien für begrenzten Fortschritt.
Für den normalen Anwender wird wohl bei 16 Kernen Schluss sein falls sich im Bereich der Software nicht einiges ändert, zumindest nach diesem Artikel hier.
@TH Ich wünsche mir auch so einen Test mit dem 1090T, wenn dann müssen schon beide antreten
Mal abgesehen davon wird euer Prozessor bei 1,7Volt nur ein kurzes Leben haben. Egal wie gut gekühlt.
Aber mit ein bisschen Optimierung am Kühleraufbau vllt ja bald möglich und auf jeden Fall endlich mal wieder ein gelungener Artikel auf THG. War lange Zeit echt nichts interessantes hier zu lesen.
Lasst mal wieder sehen dass ihr mehr von der Hardware versteht als die anderen und nicht nur eure Standardtests mit den Komponenten durchlauft :-)
http://valid.canardpc.com/show_oc.php?id=897781
Viele Grüße
Tobias Topyla
Ich finde den Test vor allem für den Spielebereich unzureichend. Das Problem ist doch wohl eher, dass man höhere Taktraten braucht, damit die GPU oder MultiGPU-Plattform besser zur Geltung kommt bzw. nicht begrenzt wird. Ich hätte mir von daher schon einen Test gewünscht, mit z.B. 3*GTX480 um zu sehen, ob die Skalierung der Grafikkarten evtl. besser bei höherem Takt ist.
Aber ansonsten nette Idee. Alltagstauglich würde ich es nicht nennen, aber witzig in jedem Fall und wer gerne bastelt und genügend Geld hat, der bekommt bestimmt auch Spaß daran.
Naja ich bleib bei meinem q6600 mit 3,2 Ghz