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Vier SAS 2.0 RAID-Controller mit 6 Gb/s im Test

Vier SAS 2.0 RAID-Controller mit 6 Gb/s im Test
Von , Achim Roos

Vier SAS-RAID-Controller treten zum Vergleichstest an und geben vor, welche Leistung sich derzeit mit SAS 2.0 für Server der Einstiegs- und Mittelklasse erreichen lässt.

Wirft man einen Blick auf die Ausstattung von aktuellen Mainboards, die im übrigen gar nicht mal so taufrischen Datums sein müssen, könnte einem Angst und Bange werden ob der Zukunft von professionellen RAID-Controllern. So zählen schnelle SATA/300-Anschlüsse schon längst nicht mehr zu den exotischen Features, sondern gelten mittlerweile als ebenso selbstverständlich wie der Onboard-Soundchip oder der Netzwerkanschluss. Die Mainboards der neuesten Generation, zum Beispiel die von uns unlängst getesteten Vertreter der AMD A75-Plattform, bauen die SATA-Bandbreite noch weiter aus und verfügen gleich über mehrere SATA/600-Ports. Sitzen auf dem Mainboards hochwertige Spannungsregler, eine Quad-Core-CPU und SATA-Anschlüsse im halben Dutzend, führt das schnell zur Frage, ob man überhaupt noch zu einem separaten RAID-Controller greifen sollte beziehungsweise für welche Einsatzzenarien sich eine solche Anschaffung eigentlich lohnt.

Für Heimanwender reicht die SATA-Aussttattung ihres Mainboards in den allermeisten Fällen völlig aus, um RAID-Level wie 0,1,5 oder 6 optimal zu fahren. Doch spätestens, wenn es um anspruchsvolle RAID-Level wie 50 oder 60 geht, eine umfassende Verwaltung der Laufwerke gefragt ist und sich das Speichersystem möglichst flexibel ausbauen lassen soll, muss das Heim-RAID die Segel streichen und "echten" Profis den Vortritt lassen, heißt: Wer professionelle RAID-Controller einsetzt, landet beileibe nicht immer bei SATA, sondern fährt je nach vorhandener Speicherinfrastruktur mit den seriellen Schnittstellenkollegen Serial Attached SCSI (SAS) oder Fibre Channel (FC) unter Umständen deutlich besser.

SAS und FC für den professionellen RAID-Einsatz

Jede der drei seriellen SATA, SAS und FC wirft unterschiedliche Stärken und Schwächen in die RAID-Waagschale, daher kann man keine davon platt als "besser" küren. SATA legt den Schwerpunkt auf hohe Speicherkapazität und hohe Datenraten, SAS fokussiert sich eher auf hohe Erweiterungsfähigkeit und hohe I/O-Raten. Bei FC geht es in erster Linie um die kontinuierliche und sehr schnelle Übertragung großer Datenmengen. Für manches Unternehmen kann sogar das altgediente, parallele Ultra-SCSI die beste Lösung darstellen. Allerdings spielt diese Schnittstelle nur noch eine kleine Rolle, da sie in ihrer letzten Ausbaustufe Ultra-320 SCSI lediglich eine über sämtliche Ports hinweg aggregierte Bandbreite von 320 MB/s sowie den Anschluss von maximal 16 Geräten erlaubt – wenig im Vergleich zu seinen seriellen Nachfolgern SATA, SAS und FC.

Ultra-SCSI galt in Unternehmen lange Zeit als die Standardschnittstelle für professionelle Speicherumgebungen. Diese eindeutige Zuordnung hat sich mit seinem seriellen Nachfolger SAS jedoch erledigt, der neben einer deutlich höheren Bandbreite auch einen deutlich flexibleren Storage-Aufbau erlaubt wie etwa den Mischbetrieb aus SCSI und SAS. Weil sich das SAS-Protokoll per SAS-Hostadapter auf die SATA-Tunnelung versteht, kann es sowohl SAS- und SATA-Datenpakete übertragen. Zudem bringen die SAS-Festplatten üblicherweise zwei Ports für redundante Verbindungen mit und eignen sich damit gut für hochverfügbare Speicherumgebungen. Zudem ist SAS nicht als reines Verbindungsprotokoll zwischen Controller und Endgeräten ausgelegt, sondern kann über Expander bis zu 128 Endgeräte pro SAS-Kabel bündeln. Durch den Einsatz zweier unterschiedlicher Expander-Typen lassen sich pro SAS-Controller theoretisch bis zu 128 x 128, also 16.384 Geräte anschließen.

Adaptec, Areca, HighPoint und LSI: 4 SAS-RAID-Controller im Test

In diesem Vergleichstest haben wir die Leistung aktueller SAS-RAID-Controller anhand der folgenden vier Produkte unter die Lupe genommen: Adaptec RAID 6805, Areca ARC-1880i, HighPoint RocketRAID 2720SGL und LSI MegaRAID 9265-8i. Doch warum eigentlich gerade SAS und nicht etwa FC? Zum einen ist SAS durch seine oben erwähnte Architektur für unseren Vergleichstest interessant und bietet für Profi-Belange attraktive Features wie SAS-Zoning. Zum anderen deuten die aktuellen Marktzahlen darauf hin, dass FC im professionellen Speichersegment eine immer kleinere Rolle spielen wird und nach Ansicht von Analysten sogar bald vom Markt verschwindet. Gemessen an den ausgelieferten Festplatten-Stückzahlen bescheinigen Marktforscher Fibre Channel keine rosige Zukunft. So geht IDC davon aus, dass im Enterprise-HDD-Segment SAS-Festplatten bis zum Jahr 2014 einen Anteil von 72 Prozent erreichen werden.

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  • lrlr , 12. September 2011 11:32
    >analoge Ultra-SCSI

    parallel
  • zeutan , 12. September 2011 13:04
    Ja, liebe Redakteure, bitte schnell korrigieren: Seite 1, Abs. 3: analog -> parallele UltraSCSI
  • Anonymous , 12. September 2011 14:47
    Endlich mal ein Test Adaptec RAID 6805 gegen LSI MegaRAID 9265-8i war lange fällig. Ich würde heute auch zum LSI greifen trotz des hohen Preises was Monate vorher noch der Adaptec war.
  • a97584 , 16. September 2011 14:45
    Interessant fände ich einen Vergleich des MegaRAID 9265 oder 9285 (beide mit dem neuen Dual-Core ROC 2208 und DDR3) zu den Vorgängermodellen mit dem älteren Single-Core ROC und "nur" DDR2-Cache (z.B. MegaRAID 9750-8i). Bei HDDs würde der Unterschied sicherlich gering ausfallen aber bei SSDs wäre es interessant zu wissen. Immerhin ist der 9750 deutlich günstiger und wirbt auch mit SAS 6Gbps-Schnittstellen und SSD Support.
  • fnord , 13. Februar 2013 10:58
    Warum wurde dieses Produkt nur so oberflächlich getestet, hat man mehrere Speichercontroller eingebaut muss man per Bios Update INT13 und EDBD ausschalten damit sich der Computer nicht schon während des POST aufhängt.
    ABER DER WITZ IST!
    Es gibt gar kein Bios Update Utility das auf Linux oder OSX funktioniert wo man diese Funktion aktivieren kann, diese Funktion ist ausschliesslich dem Windows Tool vorbehalten.
    Ein Bios Update Utility für Linux auf Kommandozeilenbasis gibt es auch nicht, nur über das WEB Interface aber ohne die erweiterten Einstellungen.
    Fazit:
    Produkt gut, Betriebssystemsupport: Schlecht.