Bei Netzteilen wird die Effizienz immer wichtiger. Doch die 80 Plus Gold Geräte sind meist teuer. Wir haben deshalb vier Gold „Einstiegsmodelle“ getestet.
Wer heute auf der Suche nach einem neuen Netzteil für seinen PC ist, kommt um das Thema Effizienz nicht herum. Die Effizienz beschreibt das Verhältnis zwischen der aus dem Stromnetz entnommenen Leistung und der Leistung, die letztendlich dem PC-System zur Verfügung gestellt wird. Idealerweise beträgt der Wirkungsgrad eines Netzteils 100 Prozent. Aufgrund von entstehender Abwärme und Leistungsverlusten ist dieser Wert naturgemäß eine Wunschvorstellung. Dennoch erreichen mittlerweile viele Schaltnetzteile Effizienzwerte von über 80 Prozent. Dafür erhalten die Hersteller von einem unabhängigen Zertifizierungsgremium dann eines der begehrten 80 Plus Logos. Und wie bei Olympia ist die Reihenfolge klar: Gold, Silber und Bronze. Dazu kommt noch das Nonplusultra Platin und die niedrigste Einstufung – ganz ohne Edelmetall.
Nun könnte man sagen: Da muss natürlich das Beste her. Der Deutsche ist jedoch in ganz besonderer Manier auch ein sehr preisbewusster Mensch. Deshalb haben wir in diesem Testfeld darauf geachtet, viel Effizienz zum möglichst geringen Preis zu bieten und haben die Hersteller um Einsendung eines aus ihrer Sicht günstigen 80 Plus Gold Netzteils gebeten. Vier Anbieter sind unserem Ruf gefolgt, und so haben be quiet!, Enermax, Seasonic und Thortech Netzteile mit Leistungen zwischen 550 und 650 Watt eingesendet, die allesamt die Anforderungen der 80 Plus Gold Spezifikation erfüllen sollen. Preislich bewegen sich die Netzteile zwischen knapp 100 und 135 Euro – so unterschiedlich kann man preiswert interpretieren.
- Gold bitte, aber günstig!
- be quiet! STRAIGHT POWER E9 580W CM
- Messungen: be quiet! STRAIGHT POWER E9 580W CM
- Enermax Revolution87+ 550W
- Messungen: Enermax Revolution87+ 550W
- Seasonic X-560
- Messungen: Seasonic X-560
- Thortech Thunderbolt TTB650G
- Messungen: Thortech Thunderbolt TTB650G
- Testkonfiguration, Holdup-Time, Einschaltstrom, Peak- und Kurzschlusstest
- Effizienz nach 80 PLUS Spezifikation, Temperatur und Standby
- Übersicht Effizienz nach Leistungsprofilen
- Fazit und Kaufempfehlung

Nicht jeder hat eine fette Grafikkarte und CPU in seinem Rechner.
Mein Surfrechner dümpelt meist bei ca. 70-80W rum (Vollast max. 125W).
Und "günstig" ist was anderes...
Also mir sind sie alle zu teuer, weil ausserhalb meines "Wattbereiches", aber der wurde ja auch schon ein paar Mal getestet.
Mal ne generelle Frage. Beim SF Golden Green hat es beispielsweise kein OCP: Ist das wirklich schlimm? Ich habe das Ding in meinem 4Core Dual mit HD4890 und bisher gab es kein Problem.
Beim Fortron habe ich jetzt schon häufiger gehört, dass es unter Last "laut" (Schwer definierbar) und teilwiese zu Spulenfiepen/Suren wie es bei den Grafikkarten bekannt ist, kommen soll.
Es heißt 'fürs', 4 x fürs.
Mir fehlt der Hinweis darauf, daß Thortech eigentlich GeIL ist und es sich um ein Auftragsprodukt von Sirfa, also Sirtec, handelt. Ebenso fehlt der Hinweis darauf, daß das be quiet! von FSP gefertigt wird und die Basis deren Aurum Gold-Plattform ist.
Im Gegensatz dazu sind sowohl Enermax als auch Seasonic echte Hersteller und Entwickler, was zumindest in Teilen den höheren Preis des Enermax ein klein bißchen relativiert.
"Der innere Aufbau und einige Bauteile des be quiet! STRAIGHT POWER geben Aufschluss über die Wurzeln der Netzteile-Serie: Sie ähneln den Modellen der FSP Aurum Familie trotz mancher Unterschiede doch sehr."
Das weitere Feedback gebe ich an den Autor weiter.
Dein "fürs" kann ich leider nicht zuordnen. Ging das an uns oder deine Vorredner? Im Text taucht es jedenfalls nicht auf...
Da FSP die Dinger für be quiet! fertigt und die nur eine Goldplattform haben (und ich das n paar Wochen zuvor detaillierter bei Jonnyguru las), läßt das keinen anderen Schluß zu.
Der offensichtlichste Unterschied dürfte vor allem den Lüfter betreffen, so rein äußerlich jetzt.
Erkaufen sie sich damit die 3x höhere MTBF oder was soll das?
Man bedenke 40 Grad sind nix, wenn im Hochsommer 30-35 °C herrschen.
Ich würde das für einen Nachteil halten ...
Auch nur die halbe Wahrheit. Die OCP realisiert man über den gemessenen Spannungsabfall an einem extrem niederohmigem Widerstand (Shunt). Man kann aber auch 4 einzeln abgeführten Stränge eines einzigen Speisepunktes separat über je einen Shunt überwachen, dann hat man quasi 4 überwachte Stränge, die das gesamte Netzteil beim Überschreiten der jeweilig festgelegten Teillast abschalten. Was wiederum bei aktuellen Grafikkarten im oberen Segment zu Problemen führt.
Der Witz ist allerdings, dass meistens schon die UVP anspricht, wenn die Belastung steigt. Beim Kurzen hat man oft genug schon einen solch deutlichen Spannungsabfall, dass eine gute UVP genauso funktioniert. Auf diesem Prinzip basierend schaltet übrigens auch das SF ab. Ziemlich schnell sogar.
Man muss aber zugeben, dass es nicht nur billiger, sondern auch preiswerter geht. Ein FSP Aurum mit 80+ Gold ist echt ein Schnappi. Nur etwas laut. Das SF ist ein Fall für sich und keineswegs billig. Für ca. 135 Euro bekommt man sogar ein passives (!) Superflower 500 Watt Platin, welches die 600 Watt noch mit 80+ Gold schafft. DAS wäre für mich das eigentliche Schnäppchen gewesen.
kleine Korrektur.
Die 80plus Zertifikate werden soweit mir bekannt primär nur auf die 115V ausgestellt, da das entsprechende "Konsortium" dafür in den USA sitzt.
Das schöne an den bei uns üblichen 230V ist das sich hierdurch die Effizienz immer erhöht (habe noch nichts gegenteiliges in irgendeinem Test bis jetzt entdeckt).
Darum waren am Anfang auch nur sehr wenige 80Plus fähige Netzteile in unseren Breiten zu finden.
Es gibt auch einige 80Plus konforme Netzteil die NICHT das offizielle Logo tragen da die Netzteile nicht mit 115V arbeiten -- die Datenblätter (soferne man diese bekommt) zeigen das hin und wieder.