Fazit
Die Entscheidung von AMD, die neuen Einstiegs-Quad-Core-Prozessoren ohne L3-Cache anzubieten, war vorherzusehen und nur eine Frage der Zeit: Der Athlon II X2 war das erste 45-nm-Produkt, das bereits die Vorteile der Phenom II-Architektur bei niedrigerem Preis angeboten hat. Das Portfolio wird nun am unteren Ende durch den Athlon II X4 und Athlon II X3 vervollständigt, wodurch AMD praktisch jedes hergestellte Prozessor-Die zu Geld machen kann – solange dieses über mindestens zwei oder mehr funktionierende Kerne verfügt. Normalerweise ist AMD angesichts der Einführung neuer Prozessoren mit Taktraten eher vorsichtig, da das Unternehmen zunächst Mainstream-Taktraten auf den Markt bringt und dann später mit schnelleren Modellen nachlegt. Wir nehmen an, dass das Unternehmen zuerst eine bestimmte Zahl von tauglichen Dies zusammentragen muss, bevor ein derartiges “neues” Produkt in ausreichenden Stückzahlen auf den Markt kommen kann.
Durchschnittliche Performance
Wie erwartet ist der von uns hier getestete Athlon II X4 620 mit 2,6 GHz weit davon entfernt, als High-Performance-Teil gekrönt zu werden. Herkömmliche Anwendungen ohne Optimierung für Multi-Core-Architekturen laufen gut, aufgrund der eingeschränkten Taktrate allerdings nicht besonders schnell (Far Cry, Left 4 Dead, WinZIP, PDF-Erstellung). Infolgedessen bleibt ein Core 2 Duo bei höheren Taktgeschwindigkeiten weiterhin die bessere, allerdings trotzdem auch die teurere Wahl. Stark Thread-optimierte Anwendungen funktioneren auf diesem neuen AMD-Prozessor allerdings sehr gut. Es gibt einige Benchmarks, in denen der neue Athlon II X4 gut abschneidet und eine bedeutend besser Performance liefert als die Dual Core-Konkurrenz (GTA IV, Fritz 11, 3DS Max, Adobe Premiere, Mainconcept, Synthetik-Benchmarks).
Wie ein Core 2 Quad Q8200 – nur preiswerter
Der größte Kontrahent für den Athlon II X4 ist eindeutig die Core 2 Quad Q8000-Serie von Intel. In den meisten Benchmarks kommt der AMD-Prozessor nah an den Q8200 heran, kann diesen aber nur in vereinzelten Tests schlagen (DivX, Mainconcept, Adobe Premiere). Allerdings ist das Produkt von AMD wie so oft preiswerter als das von Intel. Die Tatsache, dass ein durchschnittliches Mainstream-Motherboard von AMD billiger ist als eines von Intel lässt das Pendel zugunsten von AMD ausschlagen. Behält man bei einem Blick auf den X4 620 das bestmöglichen Preis-Leistungs-Verhältnis im Hinterkopf, handelt es sich hierbei um ein ausgezeichnetes neues Produkt – immerhin ist das der erste Prozessor, mit dem Quad-Core-Performance auch dem Billig-Segment zugänglich gemacht wird.
Eine neue Aufrüstmöglichkeit
Abschließend wollen wir noch darauf hinweisen, dass die neuen Prozessoren, sei es der Athlon II X4, X3 oder sogar der X4, technisch selbst auf alten Socket AM2-Plattformen laufen können. Sollten Sie ein angestaubtes AMD Athlon 64 X2-System noch etwas länger behalten wollen, sagen wir bis SATA/600 und USB 3.0 Mitte 2010 im Marks ankommen, so bietet sich die attraktive Möglichkeit, Ihren alten Athlon 64 X2 Dual Core durch einen Athlon II X4 Quad Core zu ersetzen. Vergewissern Sie sich vorher nur, dass es auf der Website des Motherboard-Herstellers auch das entsprechende BIOS-Update gibt.
Ein richtig guter Test. Das muss man mal sagen.
Aber hättet ihr nicht vielleicht auch den X3 720BE als direkte preisliche Konkurrenz aus eigenem Haus noch mit reinnehmen können, schließlich bietet diese CPU vom 4ten Kern mal abgesehen das volle Programm mit 6MB L3?
Ein X2 6000 als Messlatte für Aufrüster wäre eventuell auch hilfreich gewesen, wenn diese CPU schon ein Aufrüstweltmeister sein soll.
Ansonsten die CPU an sich ist toll finde ich. Vom HTPC bis hin zur alternden X2 Spielemöhre kann man da nochmal Nachlegen ohne gleich ein thermisches Inferno auszulösen.
Schade das der AMD Athlon II X4 600e hier fehlt,hoffe aber das demnächst nen Test nachfolgt.
den ein 4kern mit 45W würde mich schon wirklich interessieren.
http://www.schottenland.de/preisve [...] 00EHDGIBOX
Grüße
Wir hatten bisher nur den 620 als Sample - gleiches gilt für den X3 720 BE. Eine gute Alternative ist dieser allerdings bestimmt.
Gruß
Patrick Schmid
schöner test für den anfang

wünschenswert für den nachtest
C3-Stepping
watt ?, übertaktbarkeit (warscheinlich ähnliches limit wie PhII)
und wie auch avaka schon schrieb den A x2 6000+ zum vergleich mit nehmen.
Kleiner Fehler auf Seite 5: Das MSI 770-C45 hat keinen 790GX-Chipsatz, sondern den 770er.
Ansonsten sehr gut!
Aetius
@Aetius: fixed - vielen Dank.
Ich habe unlängst eine kleinen Zocker-PC für einen Bekannten mit arg beschränktem Budget gebaut. Ein Phenom II X4 810 für 115 Euro ist eine wirklich gute Alternative und Dank vorhandenem L3-Cache auch fürs Gaming interessanter. Mit DDR2. Der Athlon II X4 ist wohl eher was für kleine HTPCs und Sekretärinnen-Toaster
@ FormatC

alles ne frage des budgets. wenn wie angedeutet der 620 so 85 euro kostet
ist das schon ein unterschied. zu dem von dir unlängst verbauten.
als HTPC würd ich den nicht haben wollen 95 watt? und auch der sekretärin reicht der x2.
aber warum soll der nicht ,eventuell ein wenig übertaktet, nicht auch fürn spielchen gut sein ? sicher nicht seine stärke aber durchaus möglich damit. Ich denke mit C3-Stepping ist das eine gute allroundkiste fürs kleinere budget.
Ohne L3-Cache ist jeder Kern ein Einzelkämpfer. Das fällt bei normalen Anwendungen im Büroalltag nicht sonderlich auf, bei mehrkernoptimierten Programmen ist das geradezu tödlich. Ich habe sogar den 810 trotz einem Kern mehr in Anwedungen gegen den 720 BE verrecken sehen. Und da lag es nicht nur am Takt. Das ist ein leckeres Sparbrötchen, aber nichts für Zocker.
Dir ist aber aufgefallen das gerade bei guter Mehrkernoptimierung der X4 dual und triple cores abhängt?
Wenn du schon so einen Aussage triffst dann musst du auch bei gleichem Takt vergleichen, sonst ist es absolut sinnfrei.
Er ist in der Summe trotz eines Kerns mehr bei gleichem Takt nicht schneller als ein X3 710. Nur im Office-/Multimedia-Bereich kannst Du mit dem Dings punkten, zum Spielen ist das nichts:
http://www.computerbase.de/artikel [...] ancerating
Ja, aber dieser ist deutlich langsamer, wenn du nicht gerade DDR3-1600 CL7 drin hast.
Na ja,
theoretisch hat DDR3-1600 CL7 eine geringere Latenz als DDR2-800 CL4.
Denke schon, dass sich ersterer Speicher besser macht und den fehlenden
L3-Cache zumindest zum Teil egalisiert. Den gibt es auch recht preiswert
bei vernünftigen Spannungen.
Ich würde es tun.
@mesa69yin
dann nimm doch nen Phenom 1 der ist billiger ..*fg*
Das ist was für Snobs. Wenn schon ein CPU-Toaster, dann wenigstens mit Stil.
Ein i7 ist einfach schicker zum Grillen, der Phenom hat so einen proletarischen
Opel-Touch...
dann ist das genau mein ding , ich nehm den Phenom 1
Ja, Ascona im schwarzen Mattlack kommt bestens...
Zum Grillen und Rösten wären doch die guten alten P4-Heizkraftwerke noch nützlich einsetzbar....
@FormatC: Der Bericht bei THG http://www.tomshardware.com/de/Phe [...] 403-9.html sagt eigentlich nicht so deutlich, dass der L3-Cache für den 4-Kerner soooo die Not ist. Erst bei höheren Taktraten scheint sich hier die Spreu vom Weizen deutlich zu trennen.
BTW: In meinem HTPC arbeitetn ein LE1600 zur vollsten Zufriedenheit.
Wozu da 4 Kerne verschwenden??? Stuf die Aussage mal als einen deiner bekannten Scherze ein...