Quad-Core für Alle: Der AMD Athlon II X4

AMD stellt mit Propus einen Athlon II X4 für einen Basispreis von etwa 100 Euro vor. Wir haben das erste Modell getestet und dessen Performance sowie Effizienz auf Herz und Nieren überprüft. Der neue Chip kommt auch als Upgrade-Option in Betracht.

Mit der kürzlichen Vorstellung der neuen Core i5- und Core i7-Prozessoren auf Basis des neuen Sockel LGA1156 gerät AMD in den wichtigen Mainstream und High-End-Marktsegmenten noch mehr unter Druck. Der Phenom II basiert auf einem guten Prozessor-Design, das gegen die wachsende Nehalem-Familie von Intel vor allem durch ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis punkten kann. AMD hat sich jedoch zum Meister der Produktionsausbeute entwickelt, weshalb es lediglich eine Frage der Zeit war, bis das Unternehmen letztlich Quad- und Triple-Core-Prozessoren ohne L3 Cache auf den Markt bringen würde. Ganz offensichtlich handelt es sich hierbei um eine gute Möglichkeit für ein Comeback der Marke “Athlon”.

Das hat er

Obwohl AMD mit zwei neuen Core-Namen daherkommt, ist der neue Prozessor nicht wirklich neu: Propus heißt der neue Quad Core und Rana lautet der Name der Triple-Core-Version. Unser erstes Testexemplar ist der 2,6 GHz Quad Core. Er verfügt über sämtliche Funktionen des Phenom II, einschließlich des 45 nm SOI-Fertigungsprozesses, vier Kerne mit jeweils 512 KB L2-Cache und allen Erweiterungen, die man dieser Tage haben muss: MMX, SSE, SSE2, SSE3, SSE4a, Enhanced 3DNow!, die NX bit-Funktion (auch bekannt als XD – Execute Disable – auf Intel-CPUs), 64-Bit-Unterstützung, die Virtualisierungserweiterung AMD-V und natürlich Cool’n’Quiet, um Taktraten und Spannungen während Leerlaufperioden zu verringern. Da der Athlon II X4 auf dem Deneb-Design basiert, können alle neuen Athlon II X3- und X4-Prozessoren entweder auf Sockel AM2+ Plattformen und DDR2-Speicher oder auf Sockel AM3 mit DDR3 betrieben werden. Die neuen Prozessoren dürften allesamt eine hervorragende Aufrüstmöglichkeit für ältere AM2-Systeme bieten, besonders wenn man den attraktiven Preis von etwa 100 Euro bedenkt.

Das hat er nicht

Es überrascht kaum, dass Sie für diesen Preis kein Spitzenprodukt bekommen und mit gewissen Einschränkungen rechnen müssen. Am offensichtlichsten ist die Cache-Architektur, da alle Athlon-II-Prozessoren einschließlich des bereits vorgestellten Athlon II X2-Chips keinen L3-Cache haben. Unter diesem Aspekt bricht der Athlon II X4 mit der alten AMD-Tradition, einen gemeinsam nutzbaren Cache-Speicher für Multi-Core Prozessor-Designs zu implementieren und macht den L3 Cache-Speicher zum hauptsächlichen Unterscheidungsmerkmal zwischen den Phenom II- und Athlon II-Familien – mit Ausnahme der Taktraten-Niveaus, das bei den Athlon II-Prozessoren offensichtlich niedriger ist. Allerdings dürfte der fehlende L3 Cache-Speicher sehr wohl auch ein geringer Vorteil sein, da die für Implementierung des 6 MB großen L3-Cache eines Phenom II notwendigen Transistoren für ihren Betrieb entsprechend auch Leistung aufnehmen müssen. Dabei ist es nur logisch, dass die Performance des neuen Athlon II X4 kaum an die des Phenom II X4 herankommen dürfte, sich der neue dabei allerdings als effizienter erweisen könnte.

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23 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Ein richtig guter Test. Das muss man mal sagen.
    Aber hättet ihr nicht vielleicht auch den X3 720BE als direkte preisliche Konkurrenz aus eigenem Haus noch mit reinnehmen können, schließlich bietet diese CPU vom 4ten Kern mal abgesehen das volle Programm mit 6MB L3?
    Ein X2 6000 als Messlatte für Aufrüster wäre eventuell auch hilfreich gewesen, wenn diese CPU schon ein Aufrüstweltmeister sein soll.
    Ansonsten die CPU an sich ist toll finde ich. Vom HTPC bis hin zur alternden X2 Spielemöhre kann man da nochmal Nachlegen ohne gleich ein thermisches Inferno auszulösen.
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  • Schade das der AMD Athlon II X4 600e hier fehlt,hoffe aber das demnächst nen Test nachfolgt.
    den ein 4kern mit 45W würde mich schon wirklich interessieren.

    http://www.schottenland.de/preisvergleich/preise/proid_20000387/AMD-Athlon-II-X4-600e-AD600EHDGIBOX
    Grüße
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  • Wir hatten bisher nur den 620 als Sample - gleiches gilt für den X3 720 BE. Eine gute Alternative ist dieser allerdings bestimmt.

    Gruß
    Patrick Schmid
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  • schöner test für den anfang :)

    wünschenswert für den nachtest
    C3-Stepping
    watt ?, übertaktbarkeit (warscheinlich ähnliches limit wie PhII)
    und wie auch avaka schon schrieb den A x2 6000+ zum vergleich mit nehmen.

    :)
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  • Kleiner Fehler auf Seite 5: Das MSI 770-C45 hat keinen 790GX-Chipsatz, sondern den 770er.

    Ansonsten sehr gut!

    Aetius
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  • @Aetius: fixed - vielen Dank.
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  • Ich habe unlängst eine kleinen Zocker-PC für einen Bekannten mit arg beschränktem Budget gebaut. Ein Phenom II X4 810 für 115 Euro ist eine wirklich gute Alternative und Dank vorhandenem L3-Cache auch fürs Gaming interessanter. Mit DDR2. Der Athlon II X4 ist wohl eher was für kleine HTPCs und Sekretärinnen-Toaster ;)
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  • @ FormatC
    alles ne frage des budgets. wenn wie angedeutet der 620 so 85 euro kostet
    ist das schon ein unterschied. zu dem von dir unlängst verbauten.
    als HTPC würd ich den nicht haben wollen 95 watt? und auch der sekretärin reicht der x2.

    aber warum soll der nicht ,eventuell ein wenig übertaktet, nicht auch fürn spielchen gut sein ? sicher nicht seine stärke aber durchaus möglich damit. Ich denke mit C3-Stepping ist das eine gute allroundkiste fürs kleinere budget.

    :)
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  • Ohne L3-Cache ist jeder Kern ein Einzelkämpfer. Das fällt bei normalen Anwendungen im Büroalltag nicht sonderlich auf, bei mehrkernoptimierten Programmen ist das geradezu tödlich. Ich habe sogar den 810 trotz einem Kern mehr in Anwedungen gegen den 720 BE verrecken sehen. Und da lag es nicht nur am Takt. Das ist ein leckeres Sparbrötchen, aber nichts für Zocker.
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  • Dir ist aber aufgefallen das gerade bei guter Mehrkernoptimierung der X4 dual und triple cores abhängt?

    Wenn du schon so einen Aussage triffst dann musst du auch bei gleichem Takt vergleichen, sonst ist es absolut sinnfrei.
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  • Er ist in der Summe trotz eines Kerns mehr bei gleichem Takt nicht schneller als ein X3 710. Nur im Office-/Multimedia-Bereich kannst Du mit dem Dings punkten, zum Spielen ist das nichts:

    http://www.computerbase.de/artikel/hardware/prozessoren/2009/test_amd_athlon_ii_x4_620_athlon_ii_x3_420/29/#abschnitt_performancerating
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  • Ja, aber dieser ist deutlich langsamer, wenn du nicht gerade DDR3-1600 CL7 drin hast.
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  • Na ja,
    theoretisch hat DDR3-1600 CL7 eine geringere Latenz als DDR2-800 CL4.
    Denke schon, dass sich ersterer Speicher besser macht und den fehlenden
    L3-Cache zumindest zum Teil egalisiert. Den gibt es auch recht preiswert
    bei vernünftigen Spannungen.
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  • Ich würde es tun. :D
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  • @mesa69yin

    dann nimm doch nen Phenom 1 der ist billiger ..*fg*
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  • Das ist was für Snobs. Wenn schon ein CPU-Toaster, dann wenigstens mit Stil.
    Ein i7 ist einfach schicker zum Grillen, der Phenom hat so einen proletarischen
    Opel-Touch... :p
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  • dann ist das genau mein ding , ich nehm den Phenom 1 ;)
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  • Ja, Ascona im schwarzen Mattlack kommt bestens...
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  • Zum Grillen und Rösten wären doch die guten alten P4-Heizkraftwerke noch nützlich einsetzbar....

    @FormatC: Der Bericht bei THG http://www.tomshardware.com/de/Phenom-II-X4-Athlon-II-L3-Cache,testberichte-240403-9.html sagt eigentlich nicht so deutlich, dass der L3-Cache für den 4-Kerner soooo die Not ist. Erst bei höheren Taktraten scheint sich hier die Spreu vom Weizen deutlich zu trennen.

    BTW: In meinem HTPC arbeitetn ein LE1600 zur vollsten Zufriedenheit.
    Wozu da 4 Kerne verschwenden??? Stuf die Aussage mal als einen deiner bekannten Scherze ein...
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  • Ich hatte anfangs mal einen LE1300 im HTPC, weil die Platine aus meinem Fileserver und Download-PC kam. Die Hölle. Nie wieder so ein Dings + Multimedia. :p
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