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AMD: "Kein Zweifel - wir haben im zweiten Quartal Marktanteile verloren"

Von , Douglas Perry - Quelle: Tom's Hardware US | B 4 kommentare

Wenn es irgendetwas gibt, dass sich AMD heutzutage gar nicht leisten kann, dann sind das vermeidbare Fehler, die die Produktverschiffung und die Verkäufe beeinflussen.

Während der mächtige Rivale Intel anscheinend mit solider Ausführung und Anpassung seines Geschäftsmodells gut durch die stürmische See der makroökonomischen finanziellen Herausforderungen in Europa und China navigiert, scheint AMD ständig über die eigenen Entscheidungen zu stolpern und sich selbst ein Bein zu stellen. Aber wie es aussieht, ist das Unternehmen zu seinem eigenen Glück im zweiten Quartal noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

Das Unternehmen gab für das zweite Quartal 2012 einen Umsatz von 1,41 Mrd. US-Dollar an – 10 Prozent weniger als der Umsatz des Vorjahresquartals und 11 Prozent weniger als der des ersten Quartals 2012. Der Gewinn lag bei schmalen 37 Millionen US-Dollar.

Der erst kürzlich eingesetzte CEO Rory Read musste somit erstmals in seiner Rolle als der Mann am Ruder die Analysten und Investoren wegen eines ernüchternden Geschäftsergebnisses beruhigen, das in starkem Kontrast zu den Anfang der Woche von Intel veröffentlichten Quartalszahlen steht. Read entschloss sich zu seiner aufrichtigen Ansprache der Analysten und erwähnte mehrmals, wie "enttäuscht" er von AMDs Performance sei und dass AMD besser hätte abschneiden können.

Die reduzierten Umsätze begründet AMD mit geringen CPU-Verkäufen und etwas niedrigeren durchschnittlichen Verkaufspreisen, an denen eine "ausgeprägte Nachgiebigkeit" des Desktop-Consumer-Marktes Ende des zweiten Quartals Schuld sein soll. Laut Read trat eine "Pause" bei der Adaption seiner Bulldozer-Opteron-Prozessoren und dem Nachschub der Llano-Prozessoren in den Channel ein. Zu den Lichtblicken zählt Brazos 2.0, der auf die Notebooks der Sub-500-Dollar-Klasse abzielt, sowie das GPU-Geschäft, das rund für die Hälfte des operativen Betriebsergebnisses im zweiten Quartal verantwortlich war und lediglich mit üblichen saisonalen Geschäftsabschwung mitging.

Read schlich allerdings verbal wie eine Katze um den heißen Brei herum, was der Auslöser der Probleme sei. Immerhin merkte er an, dass die Llano-Nachschubprobleme Ende letzten Jahres ausgelöst wurden, weil das Unternehmen die OEM- gegenüber der Channel-Belieferung priorisierte. Als der Chip schließlich verfügbar wurde, lag er schon eine Weile bei den OEMs herum. In Folge schüttete AMD den Channel regelrecht mit Llano-Prozessoren zu, unterschätzte aber die Verfügbarkeit von Mainboards mit Prozessore, was zu einer Überversorgung führte. Read beschreibt dies als ein "Linearitätsproblem" und ein "Angebotsungleichgewicht" – und es hätte eigentlich in AMDs Macht gelegen, dies zu beheben. Laut Read hat das Unternehmen Schritte eingeleitet, um den Abverkauf im Channel zu beschleunigen. Er deutete außerdem an, dass dieses Problem vermeidbar war.

Read sprach auch kurz über die Erosion der Preis im Markt der PC-Prozessoren und sagte, dass AMD nicht niedrigeren Preispunkten hinterherjagen wird. Im Ergebnis, so Read gegenüber den Analysten, gibt es "keinen Zweifel", dass AMD im zweiten Quartal Marktanteile verloren hat.

Es ist unklar, ob das auch im Bereich der Serverprozessoren passiert ist, aber die Wahl des Wortes "Pause" war ziemlich dramatisch. Laut Read war die Annahme von Bulldozer besonders im HPC-Bereich zwar großartig, aber die aktuelle Situation sei weniger ermutigend – wie es aussieht, haben Intels Sandy-Bridge-Xeons AMD unerwartet hart getroffen.

Wie Intel glaubt auch AMD, dass der Markt im dritten Quartal "weich" bleiben wird. Laut Read ist es nun zum ersten Mal seit dem dramatischen Abschwung im Jahr 2001 passiert, das die PC-Industrie über drei aufeinander folgende Quartale hinweg Absatzrückgänge verzeichnen muss – und wenn dieser Trend anhält, könnte sich das zu einem Problem für AMD auswachsen. Denn obwohl AMD heute eine starke Bilanz hat, wird man später im Jahr noch Unternehmenskredite decken müssen.

AMDs CFO Thomas Seifert gab an, dass man diese Verpflichtungen komfortabel mit den Bargeldreserven abdecken kann, die derzeit bei 1,58 Mrd. US-Dollar liegen. Der aktuelle Stand ist zwar minimal besser als im ersten Quartal (1,54 Mrd. US-Dollar), aber deutlich schlechter als im zweiten Quartal 2011 (1,77 Mrd. US-Dollar). Seifert fügte hinzu, dass AMD Schulden- und Investitionszahlungen ausbalancieren und gleichzeitig Liquiditätsreserven in einer schwachen Ökonomie aufrechterhalten muss.

Da stellt sich letztlich die Frage: Wird das neue AMD zum alten AMD, zumindest was die Finanzen angeht? Für eine abschließende Antwort ist es noch viel zu früh, aber schon jetzt ist klar, dass Read eher früher als später einige der lodernden Brände löschen muss. Vermeidbare Fehler sind jedenfalls Gift für ein Unternehmen wie und die Situation von AMD.

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  • Benutzername@1346909086@guest , 21. Juli 2012 21:28
    @THG: Beim Übersetzen hättet ihr euch etwas mehr Mühe machen können. Man muss schon fast sagen, dass die Maschinenübersetzten Seiten von Microsoft (KB-Artikel) lesbarer sind.
  • fffcmad , 23. Juli 2012 07:45
    Rivalen sind normalerweise auf der selben Augenhoehe. *hust*
  • xsasdfasdfasdf@guest , 23. Juli 2012 12:01
    @fffcmad wer hat dir das denn verkauft ... ...
  • Alle 4 Kommentare anzeigen.
  • fffcmad , 24. Juli 2012 08:24
    xsasdfasdfasdf@Guest@fffcmad wer hat dir das denn verkauft ... ...


    Tja. Ueberleg mal.