AMD verabschiedet sich von CPU-Speed-Krieg gegen Intel

Der CEO des Unternehmens hat AMD auf einen neuen Kurs gesteuert, der (besonders angesichts der andauernden Änderungen im oberen Management) turbulent zu werden verspricht – und das mehr als jemals zuvor. Es gibt bei AMD kein Interesse mehr an der Fortführung des seit Jahrzehnten bestehenden Prozessorkriegs mit Intel, in dem das Unternehmen sich immer nur zeitweise durchsetzen konnte.

"Diese Ära ist vorbei", so Rory Read in einem Interview und fügte hinzu: "Jedes Notebook auf der Welt hat mehr als genug Rechenleistung." Oh-oh.... Solche Zitate lassen viel Raum für Spekulationen, die eine loyale Kundenbasis von Enthusiasten auf die Palme bringen können, und dürften insgesamt nicht die cleversten gewesen sein, die Read je von sich gegeben hat.

Man sollte daraus sicherlich nicht gleich schließen, dass AMD überhaupt keine Prozessoren mehr entwickeln wird, die Performance-orientiert sind. Aber es gibt einen klaren Gesinnungswandel, dank dem sich der Fokus von Intel als Hauptgegner hin zu der wachsenden Bedrohung durch ARM-Prozessor-Hersteller – einschließlich Nvidia – verschiebt.

Anstatt sich auf die Performance zu konzentrieren, scheint AMD mehr und mehr auf die Kosten zu schauen und übt damit indirekt den Schulterschluss mit einer wachsenden Marktmacht, die sich gegen Intel – und speziell gegen exklusive Marketing-Stunts wie die Ultrabook-Thematik – richtet.

Read geht davon aus, dass AMD in den Dünn-und-Leicht-Trend einsteigen, sich dort die Rosinen herauspicken und einen Großteil der sich bietenden Möglichkeiten nutzen kann. Allerdings gibt er auch zu, dass sich AMD dazu als Ganzes ändern und traditionelle Schwächen angehen müsse.

"Es könnte sich dann um ein ganz anderes AMD handeln, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns", so Read. "Es gab schon immer eine Leidenschaft für Innovation, aber es muss auch eine Leidenschaft für Auslieferung und eine Leidenschaft für den Kunden dazukommen."

Diese Transformation könnte laut Read 2015 abgeschlossen sein. Bedenkt man die wiederholten Bewegungen in der Führungsebene, die wir in den letzten Monaten gesehen haben, ist es ziemlich offensichtlich, dass die alte Garde ersetzt wurde und so der Weg für das neue Konzept geebnet werden soll.

Angesichts der Geschwindigkeit, mit der Read die Transformation von AMD vorantreibt, könnte es gut sein, dass das Unternehmen bereits den Punkt ohne Wiederkehr überschritten hat. Wie auch immer es ausgeht: Es wird es eine neue Ära für AMD werden. Wird das Unternehmen dann endlich mal eine Chance haben, die Marktführerschaft anzustreben?

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46 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Na dann macht mal euer Ding AMD ;) An sich ist eure Einsicht nicht verkehrt,
    leider etwas verspätet. Aber abgesehen von der Verspätung traue ich AMD
    diesen Schritt im Moment nicht zu.
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  • na ja zum glück haben sie ja noch im grapfig bereich die nase vorn
    sei es mit radeon oder in kern
    aber wie lange noch...die zeit läuft ab für amd
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  • Jetzt, da wir festgestellt haben, das wir Intel in Sachen Performance nie mehr das Wasser werden reichen können, stellen wir mal locker und befreit fest, das wir dies auch nicht mehr vorhaben.

    Zudem kommen aus dem Leistungskeller weitere Gegner empor, bei denen wir aufpassen müssen, das sie uns nicht davonlaufen. Wir werden in 10 Jahren verkünden, das wir kein Interesse an einem Wettstreit mit VIA haben ...

    Ach Leute ... ich kann euch ja verstehen von AMD, aber traurig finde ich das schon. Meine CPUs von Euch kommen also nicht mehr aus der Schmiede der Jäger, der Benchmark-Knacker und Königsbezwinger, sondern von einer Firma, die eh der Meinung ist, das alle Computer schnell genug sind. Das wird Gamer und Videofreaks nicht begeistern. Mich auch nicht. Weder von Kopf noch vom Bauch. Schade auch.
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