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AMD verabschiedet sich von CPU-Speed-Krieg gegen Intel

Von , Douglas Perry - Quelle: Business Week | B 46 kommentare

AMD sieht seine Zukunft nicht mehr in der Fertigung der schnellsten Prozessoren.

Der CEO des Unternehmens hat AMD auf einen neuen Kurs gesteuert, der (besonders angesichts der andauernden Änderungen im oberen Management) turbulent zu werden verspricht – und das mehr als jemals zuvor. Es gibt bei AMD kein Interesse mehr an der Fortführung des seit Jahrzehnten bestehenden Prozessorkriegs mit Intel, in dem das Unternehmen sich immer nur zeitweise durchsetzen konnte.

"Diese Ära ist vorbei", so Rory Read in einem Interview und fügte hinzu: "Jedes Notebook auf der Welt hat mehr als genug Rechenleistung." Oh-oh.... Solche Zitate lassen viel Raum für Spekulationen, die eine loyale Kundenbasis von Enthusiasten auf die Palme bringen können, und dürften insgesamt nicht die cleversten gewesen sein, die Read je von sich gegeben hat.

Man sollte daraus sicherlich nicht gleich schließen, dass AMD überhaupt keine Prozessoren mehr entwickeln wird, die Performance-orientiert sind. Aber es gibt einen klaren Gesinnungswandel, dank dem sich der Fokus von Intel als Hauptgegner hin zu der wachsenden Bedrohung durch ARM-Prozessor-Hersteller – einschließlich Nvidia – verschiebt.

Anstatt sich auf die Performance zu konzentrieren, scheint AMD mehr und mehr auf die Kosten zu schauen und übt damit indirekt den Schulterschluss mit einer wachsenden Marktmacht, die sich gegen Intel – und speziell gegen exklusive Marketing-Stunts wie die Ultrabook-Thematik – richtet.

Read geht davon aus, dass AMD in den Dünn-und-Leicht-Trend einsteigen, sich dort die Rosinen herauspicken und einen Großteil der sich bietenden Möglichkeiten nutzen kann. Allerdings gibt er auch zu, dass sich AMD dazu als Ganzes ändern und traditionelle Schwächen angehen müsse.

"Es könnte sich dann um ein ganz anderes AMD handeln, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns", so Read. "Es gab schon immer eine Leidenschaft für Innovation, aber es muss auch eine Leidenschaft für Auslieferung und eine Leidenschaft für den Kunden dazukommen."

Diese Transformation könnte laut Read 2015 abgeschlossen sein. Bedenkt man die wiederholten Bewegungen in der Führungsebene, die wir in den letzten Monaten gesehen haben, ist es ziemlich offensichtlich, dass die alte Garde ersetzt wurde und so der Weg für das neue Konzept geebnet werden soll.

Angesichts der Geschwindigkeit, mit der Read die Transformation von AMD vorantreibt, könnte es gut sein, dass das Unternehmen bereits den Punkt ohne Wiederkehr überschritten hat. Wie auch immer es ausgeht: Es wird es eine neue Ära für AMD werden. Wird das Unternehmen dann endlich mal eine Chance haben, die Marktführerschaft anzustreben?

Kommentarbereich
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  • AMIXimpulse@guest , 25. Mai 2012 10:29
    Na dann macht mal euer Ding AMD ;)  An sich ist eure Einsicht nicht verkehrt,
    leider etwas verspätet. Aber abgesehen von der Verspätung traue ich AMD
    diesen Schritt im Moment nicht zu.
  • nightwolf@guest , 25. Mai 2012 11:05
    na ja zum glück haben sie ja noch im grapfig bereich die nase vorn
    sei es mit radeon oder in kern
    aber wie lange noch...die zeit läuft ab für amd
  • Meinung@guest , 25. Mai 2012 11:06
    Jetzt, da wir festgestellt haben, das wir Intel in Sachen Performance nie mehr das Wasser werden reichen können, stellen wir mal locker und befreit fest, das wir dies auch nicht mehr vorhaben.

    Zudem kommen aus dem Leistungskeller weitere Gegner empor, bei denen wir aufpassen müssen, das sie uns nicht davonlaufen. Wir werden in 10 Jahren verkünden, das wir kein Interesse an einem Wettstreit mit VIA haben ...

    Ach Leute ... ich kann euch ja verstehen von AMD, aber traurig finde ich das schon. Meine CPUs von Euch kommen also nicht mehr aus der Schmiede der Jäger, der Benchmark-Knacker und Königsbezwinger, sondern von einer Firma, die eh der Meinung ist, das alle Computer schnell genug sind. Das wird Gamer und Videofreaks nicht begeistern. Mich auch nicht. Weder von Kopf noch vom Bauch. Schade auch.
  • Chruba@guest , 25. Mai 2012 11:41
    Freut euch zuküftig werden die CPU von Intel deutlich Teurer werden da Monopol stellung und Mothrtboard natürlich auch
  • chendal , 25. Mai 2012 11:48
    naja mal ganz ehrlich, mir reicht die gebotene CPU Leistung einer Trinity APU vollkommen aus. Es muß sogar noch nichtmal der 4Kerner A10 sein. Ich denke auch mit der 17 Watt APU kommt man sehr gut hin. Das zeigen doch bereits die vielen zufriedenen Kunden die mit der 18 Watt Brazos Version 350 oder 450er unterwegs sind. 17 Watt Trinitiy bietet dem gegenüber ja nochmal einen wesentlichen Schub, mal von den 256 GPU shadern abgesehn im gegensatz zu den 80 von Brazos.

    Ja Intel ist flotter, aber dafür auch wesentlich teurer und man braucht als Gelegenheitsspieler auf jedenfall ne dedizierte Grafik zusätzlich weil die HD4000 Treiber mehr als bescheiden sind. Das alles kann man sich bei Trinity sparen.

    http://www.computerbase.de/artikel/spiele/2012/bericht-diablo-3-im-benchmark-test/

    Computerbase hat hier "nur" mit Llano getestet. Also bei synthetischen Benchmarks sieht die HD4000 ja garnetmal so schlecht aus, aber in der Praxis belibt davon leider nix übrig.

    Also zu IVY greift nur jemand der Prozessorpower braucht und dafür bereit ist wesentlich mehr Geld auszugeben...für vielleicht 5 sekunden weniger wartezeit bei der ein oder andern Geschichte:

    http://www.3dcenter.org/news/weitere-cpu-benchmarks-zu-amds-trinity-mobile-prozessoren

    Mal ein Besipiel rausgegriffen:

    Core i5-2410M, Sandy Bridge, 2C+HT, 2.3 GHz (TM 2.9 GHz) hat 120,7% Prozessor Leistung gegenüber dem Trinity A10-4600M Trinity, 4C, 2.3 GHz (TC 3.2 GHz).

    also +20,7% reine Prozessor mehr Leistung....naja....

    Das ist mir pers. der Mehrpreis der aus meiner Sicht überteuerten Intel Prozzis nicht wert. Zumal ich gerne mal ein Spiel zwischendurch spiele...von daher ist Trinity für mich die beste Wahl aktuell. Alle Intel Prozzis die wesentlich mehr leisten, also + 60 oder 100% spielen auch schon wieder in einer 45 Watt oder 55 Watt Liga...das ist mir pers. für ein Nobtook zuviel. Der A10-4600M mit 35 Watt ist ne gute Mischung zwischen Leistung und Performance und vor allem PREIS.

    Allein weil Intel CPU schon eine dedizierte Grafik mehr oder weniger vorraussetzt ist das ganze Boardlayout schon aufwendiger zu gestalten weil 2 chips verbaut werden muessen...auch das sind schon wieder mehrkosten die man mit nur einer AMD APU nicht hat.

    Zum Glück verstehn das auch viele andre Leute:
    http://www.computerbase.de/news/2012-05/amd-gewinnt-marktanteile-im-schrumpfenden-grafik-geschaeft/
  • Chruba@guest , 25. Mai 2012 11:51
    Denke sogar das sie Den

    Bulldozer 2 Streichen werden und verstärkt auf APU gehen
    wird den PC markt nicht unbedingt Stärken denke sogar das dies den untergang für den Pc einleuten wird
  • aarfy , 25. Mai 2012 13:58
    Jaja.. der Fuchs und die Trauben sag ich da..
  • Gaensebluemchen , 25. Mai 2012 15:44
    Hallo :) 
    3 Tütchen Senf, das 1. an Chruba: lern Deutsch, lern Tippen, lern Hellsehen. Danke.
    Tütchen #2 an chendal: wenn du mit einer läppischen APU-CPU zufrieden bist, die wenig Rechenpower eindrucksvoll mit wenig Grafikpower verbindet - Glückwunsch. es soll aber wirklich Leute geben, die son Dingsda nicht nur in nem Billigschleppi nutzen wollen, sondern die nen richtigen Arbeitsrechner brauchen. Der Tellerrand ist selten weiter als eine Löffellänge entfernt. Übrigens: allein dein Beispiel sollte dir zu denken geben: der Dual Core von Intel ist bei geringerem Takt die 20,7 % schneller als der AMD-Quad.
    Tütchen 3 an AMD: ich schließe mich Meinungs Meinung, die er in den ersten beiden Absätzen vertritt, vollumfänglich an.
  • DD_GLOBALFOUNDRIES@guest , 25. Mai 2012 15:46
    Naja, ein Monopol von Intel wird es schon nicht geben, da wird das Kartelamt drauf achten, da ein Monopol illigal ist. ;)  Also von daher immer schön ruhig bleiben und die Beine still halten ;) 
  • wellano920 , 25. Mai 2012 17:55
  • wellano920 , 25. Mai 2012 18:22
    Ein Strategiewechsel na toll, aber positiv sind diese aussagen auch nicht. Denn "Jedes Notebook auf der Welt hat mehr als genug Rechenleistung." für Apps mag das wohl reichen für Anwendungen wie Photoshop, Spiele wohl kaum.Von einem Technologie Unternehmen solch eine Stellungnahme zu hören überrascht mich.AMD wahr mal eine sichere Bank jetzt macht man im Vergleich strategisch die selben Fehler wie bei Nokia. Aber Hauptsache man kann auf dem Börsenparkett glänzen als mit guten Produkten vor seinen Kunden. Zu dumm nur das Intel auch ein Auge auf diesen Markt geworfen hat, also wirds dort für AMD auch nicht leichter.
  • sul@guest , 25. Mai 2012 19:21
    @ DD_Globalfoundries 2 posts drüber:
    Ein Monopol ist nicht illegal, wenn alle Mitbewerber freiwillig aussteigen. Was sollte Intel denn bitte machen, wenn AMD sagt: Wir geben auf, macht das doch alleine. Glaubst Du, die Kartellbehörden werden die Intel Entwicklungsabteilung dann schließen oder Intel zerschlagen?? Wohl kaum.
    Übrigens: ich bearbeite auf meinem PC Fotos, und nichtmal ein i7 hat mir dafür genug Rechenpower. Mehr ist für diesen Zweck immer besser!
  • Krampflacher , 25. Mai 2012 20:25
    Ich würde mal sagen, die Gamer (damals gehörte auch ich dazu) waren einst die Zugpferde der PC-Branche, sind hingegen heute aber fast zur Nische verkommen. Jeder Haushalt benötigt für verschiedene Geräte schon eine Vielzahl von CPUs, die vor allem klein, sparsam und trotzdem einigermassen flott sein sollen.

    Bei der derzeitigen Wohlstandsexplosion wäre es auch ein unlösbares Energieproblem, wenn jeder Haushalt zwei oder drei High-End-PCs mit über 400 Watt Verlustleistung laufen hätte.

  • thifighter@guest , 26. Mai 2012 11:03
    Ich denke mal das AMD sich mit den APUs noch einigenZeit über Wasser halten wird, aber selbst da wirds eng. Ein Pentium G620 mit einer Radeon 6670 ist Leistungsfähiger als jede AMD APU, und zumeist auch billiger
  • Marauder , 26. Mai 2012 16:20
    DD_GLOBALFOUNDRIES@GuestNaja, ein Monopol von Intel wird es schon nicht geben, da wird das Kartelamt drauf achten, da ein Monopol illigal ist. Also von daher immer schön ruhig bleiben und die Beine still halten


    Ein (Quasi-)Monopol an sich ist nicht illegal... das kann ein Kartellamt auch schlecht verhindern. Was sollen sie auch dagegen tun wenn ein Anbieter mal eine Monopolstellung erreicht - selbst eine Konkurrenzfirma gründen?

    Die Ausnutzung einer Monopolstellung um mögliche Konkurrenz zu verhindern dagegen ist illegal... und da verhängt ein Kartellamt manchmal ziemlich schmerzhafte Strafzahlungen. Leider dauern die Prozesse meist so lange, dass die Konkurrenz schon längst aufgeben musste und nicht mehr vom Dämpfer des Monopolisten profitieren kann.
  • echoez , 26. Mai 2012 16:39
    Man sollte sich mal vor Augen halten, wie viele Leute eine High-End CPU wirklich brauchen? Ich persönlich kenne niemanden, der sowas hat, braucht, oder meint sein (Arbeits-) Rechner sei zu ineffiezient zum Arbeiten.
    Sicher gibt's Leute, deren Verdienst man nicht mehr in Stunden umrechenen kann, wo gesparte 5min alleine ne 3970X finanzieren. Einer hier? Nein? Höchsten die paar ganz Wenigen, die sich einen Abwedeln, weil se irgend nen Benchmark-Wert übertrupft haben. Das sind Meßwerte ,KEINE Wi**shilfe!

    AMD wird bestimmt nicht aufhören CPU zu verbessern. Davon hab' ich nix gelesen. Die Köpfe da oben wissen schon was die machen. Anhand der letzten Verkaufzahlen sieht man ja, daß die noch lang nicht tot sind :) 
    Ernsthaft, die zig Millionen Menschen weltweit, die noch nie in die Systemsteuerung geguckt haben, interessierts n Feuchten wer die schnellste CPU baut. Kenn ihr nocht auch Die, die erst unter ihr Notebook gucken, wenn Du fragst was da für ne CPU verbaut ist ;)  ?
    Respekt AMD, faule Äste muß man raussschneiden!
  • Techniker Freak , 26. Mai 2012 17:29
    @chruba
    Warum sollte AMD das tun?
    Die Zukunft des Consumer Marktes zeigt klar in Richtung APU aber der Rory Read wird nicht die Roadmaps einfach so kippen können. Das könnten ihm die Investoren übel nehmen und dann ist er seinen Job wieder los.

    @Gaensebluemchen
    Die Bulldozer Architektur ist auf hohen Takt ausgelegt, ähnlich wie Netburst seinerzeit. Ob das ganze funktioniert wird die Zeit zeigen, die Architektur hat auf jeden Fall Potenzial.

    @wellano920
    AMD und Adobe wollen in Zukunft enger zusammen arbeiten um z.B. die Vorteile der GCN Architektur besser auszunutzen. Das dürfte ausschließen das AMD dort in Zukunft stark benachteiligt wird.

    Ich denke das AMD den Kampf um die schnellste x86 Architektur aufgeben will und sich mehr spezialisieren wird. So ist vorgesehen das in die APU in zukunft auch AMD fremde Techniken integriert werden können, z.B. einen ARM Prozessor. Man muss nicht den schnellsten Prozessor haben wenn die Software auf einen anderen Weg beschleunigt wird.
  • dingsdavomdach@guest , 26. Mai 2012 18:04
    Bin zwar seit Jahren kein Kunde mehr bei AMD, aber finde das trotzdem sehr schade. In der Lithography sind sie ja gar net so schlecht. Leider bringen die Prozessoren keine gescheiten IPC Werte zustande. Trotzdem, hätte man den T1100 auf 32 nm geschrumpft und vielleicht den Takt erhöht, hätte der sich bestimmt besser verkauft als das ganze Bulldozer Geraffel. Schade...
  • Nurmalso@1341292805@guest , 26. Mai 2012 21:42
    Für mich klingt das ein wenig nach Resignation. Dazu kommt noch das die Aussage bezüglich der Performance der aktuellen PCs leider nach wie vor nicht stimmt. Auf Spiele bezogen mag er ja vielleicht noch Recht haben, wer aber immer wieder mal HD Videos rendern muss oder gar im 3 D Animationsbereich tätig ist, wird noch auf längere Zeit unter "Leistungshunger" leiden. Nach jahrelanger Treue zu AMD bin ich genau deswegen vor längerer Zeit wieder auf Intel umgestiegen. Nur mein Barebone, welches ich hauptsächlich für TV-Aufzeichnungen (auch in HD) nutze, wird nach wie vor von AMD befeuert. Das Ding ist tatsächlich für die Aufgabe, die es hat, "schnell genug" :-)
  • Techniker Freak , 27. Mai 2012 09:46
    @Nurmalso
    Das rendern von Filmen stellt kein Problem dar, das kann auch eine GPU übernehmen und darauf wird es auch hinaus laufen.

    Ich glaube nicht das es Resignation ist, sondern eine Neuausrichtung die nötig wird. Die x86 Architektur ist sehr vielseitig aber auch in einigen Bereichen vollkommen veraltet und langsam. Ein gutes Beispiel ist die AES Beschleunigung, die wurde ergänzt da es sonst ewig dauert eine Festplatte zu verschlüsseln. So lange an der Architektur keine tiefgreifende Änderungen vorgenommen werden, ist es sinnvoll die Prozessoren derartigen Techniken zu ergänzen. Irgendwann muss der x86 Teil nur noch schnell genug sein um die Daten zu liefern, mit dem Rest hat er dann nichts mehr am Hut.
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