Das Ende von ATI - als Marke

Wer ist ATI? Entweder Radeon oder FirePro. Das reicht.Wer ist ATI? Entweder Radeon oder FirePro. Das reicht.

Vor genau zwei Wochen spekulierten wir in einer Gerüchteküche-News noch darüber, ob AMD tatsächlich den Markennamen ATI für seine Grafiksparte sterben lassen wollte, heute ist es Gewissheit. In einer Telefonkonferenz gab AMD bekannt, dass man zum Jahreswechsel die eigenen Marken stark vereinfachen wolle. Von drei Marken auf der "Corporate" Ebene bleibt nur eine übrig: AMD.

Größte Änderung ist eben genau die Aufgabe der Marke ATI. In Zukunft laufen die Grafikkarten stattdessen unter dem Firmennamen AMD. Die gegen Jahresende erwarteten Grafikkarten der Southern-Islands-Generation werden dann auch die ersten sein, die nicht mehr unter dem ATI-Label laufen. Stattdessen werden sie wohl schlicht AMD Radeon 6XXX heißen. Bestehende Produktfamilien werden aber nicht umbenannt. Die neuen Logos für die Grafikkarten bleiben rot, beinhalten aber je nach Version auch das AMD-Logo. Durch diesen Schritt erhofft sich der Chiphersteller laut John Volkmann, der für die Markenpolitik verantwortlich ist, eine Stärkung der Marke AMD.

Stark vereinfacht: AMDs Markenfamilie für das Jahr 2011Stark vereinfacht: AMDs Markenfamilie für das Jahr 2011

Auch an anderer Stelle wird man einiges anders machen. Wie eine weitere Folie aus der Präsentation zeigt, wird der Name Vision stark ausgedehnt. Ähnlich wie seinerzeit Intels Centrino-Logo soll es für eine ganze Plattform stehen. Ab 2011 laufen dann nicht nur die Chipsätze sondern auch alle AMD-CPUs unter dem Vision-Label. Dann wird man also auf Notebooks und Komplettrechnern nicht mehr ein Athlon-, Sempron- oder Phenom Logo finden sondern  nur noch das Vision-Logo mit der jeweiligen "Ausbaustufe. Je nach Komponenten und deren Leistungsfähigkeit segmentiert AMD in Vision, Vision Premium, Vision Ultimate und Vision Black. Für den Komplettsystem-Käufer dürfte das ausreichen. Wer sich seinen Rechner selbst zusammenstellt, legt eh wenig Wert auf Logos und kennt die genaue Produktbezeichnung, die natürlich erhalten bleiben. Im Server-Bereich ändert sich übrigens nichts, denn dort hatte man ohnehin nur das Opteron-Logo.

Das Timing dieses Schrittes ist interessant. Dass er in Verbindung mit der kommenden Einführung der Fusion-APUs steht, die Grafikkern und CPU auf einem Stück Silizium verbinden, ist offensichtlich. Auch das Fusion-Logo soll es ab 2011 nicht mehr geben, und auch auf einen eigenen Markennamen für die APUs wolle man verzichten. Gerade in diesem Bereich ist die Entscheidung gegen eine eigene Produktmarke nachvollziehbar, denn Vision lässt sich gut als Sinnbild für die Verschmelzung von Grafik- und Rechenkernen verstehen.

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30 Kommentare
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  • 3D Mann
    Ich bin gespannt, ob sich Intel Inside + AMD... Grafik verkauft.
    0
  • Techniker Freak
    Die Hersteller werden einfach nur das reine Radeon Logo draufpappen, dann gibt es keine Verwirrung und unter dem Namen Radeon verstehen die meisten eine "ATI" Grafikkarte und der Rest kauft sowieso nur nach Preis, Optik und möglichst großen Zahlen.
    1
  • Derfnam
    One Hope - One Vision? Geht sterben.
    -7