Phenom II X4 955: Evolution der Dragon-Plattform
Inhaltsverzeichnis
Als AMD vor zwei Monaten seinen neuen Sockel AM3 vorstellte, wunderte man sich, warum der Launch von vergleichsweise langsamen CPUs begleitet wurde - zumal der Phenom II X4 940 bereits für den Sockel AM2+ existierte.
Das soll nicht heißen, dass die Dreikerne der Phenom-II-X3-700-Reihe und die Quads der X4-800-Serie mit ihrem reduzierten L3-Cache Langweiler gewesen wären. Wobei, ehrlich gesagt war das ganze schon etwas dröge. Vor allem wenn sie sich dann in den Benchmark-Charts regelmäßig den schnelleren Quad-Cores mit vollem Cache geschlagen geben mussten.
Natürlich stellte AMD damals das Thema Interoperabilität in den Vordergrund. Man konnte ab sofort jeden dieser neuen, preiswerteren Prozessoren kaufen und entweder in einem der neuen AM3-Boards nutzen oder in ein bestehendes AM2+-System mit DDR2-Speicher einsetzen. Der höhere Preis der DDR3-Speichermodule passte nicht so recht zum Anspruch der preiswerteren Plattform. Deshalb spielte AMD den Sockel AM3 selbst anfangs auch herunter.
Seitdem hat sich bei AMD jedoch einiges getan. Zuerst einmal gibt es nun einen neuen Flaggschiff-Prozessor für den neuen Sockel. Darüber hinaus steht mit der Radeon HD 4890 eine neue Grafiklösung bereit, die der Dragon-Plattform einen weiteren Leistungsschub verpasst. Außerdem ist eine neue Version der Overdrive-Software in Arbeit, die in Version 3.0 auch Systemen mit DDR3-Speicher zu besserer Performance verhelfen soll.

Ein kleiner Rückblick: Dragon, im Wandel der Zeit
Als AMD im Januar die Dragon-Plattform vorstellte, umfasste sie einen Phenom-II-X4-Prozessor, eine Grafikkarte aus ATIs Radeon-HD-4800-Familie und einen Chipsatz der 7er-Reihe von AMD. In der Praxis bestand ein Dragon-System üblicherweise aus ein Phenom II X4 940, einer Radeon HD 4870 und einem AMD-790GX-Mainboard.
AMD behauptet, dass sich seitdem jede einzelne Komponente der Dragon-Plattform verändert hat. Das stimmt aber nicht ganz, denn bei den Chipsätzen hat sich nichts getan, und wenn die uns vorliegende Roadmap nicht daneben liegt, wird sich vor 2010 in dem Bereich auch nichts mehr tun. Erst dann wird der 790FX durch die Kombination aus RD890/SB850 abgelöst werden. Der 790GX wird dann ebenfalls aufs Altenteil geschickt, womit dem 790X/SB850 das Performance-Segment zufällt. Aber Eins nach dem Anderen.
Immerhin geht es hier eigentlich um die neuen Phenom-II-X4-Modelle, die nun auch die Modellnummer 945 und 955 tragen. Das xx5 signalisiert, dass es sich um einen AM3-Prozessor handelt, während die "runden" Nummern wie 920 und 940 dem Sockel AM2+ vorbehalten sind. Mit dem Sockel AM3 wechselt die Dragon-Plattform vom DDR2-Arbeitsspeicher auf die neuere DDR3-Technologie. Die Mehrleistung der Radeon HD 4890 von etwa 10% verglichen mit der Radeon HD 4870 1 GB muss man allerdings mit einem kräftigen Aufpreis bezahlen. AMD legt den Box-Versionen seiner neueren CPUs seit kurzem auch andere Kühler bei, die sowohl kürzer als auch schmaler ausfallen als das Vorgängermodell. Natürlich gibt es auch noch das neue Overdrive-Tool, doch dazu später mehr. Zuerst einmal wollen wir uns die neuen Phenom-II-X4-Prozessoren mal genauer ansehen.
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Schöne CPU. Das Fazit wird sich auch noch zu Gunsten des neuen Prozessors verschieben, wenn das Mainboard "MSI 770-C35" für 70€ verfügbar wird. Ein Mainboard mit 790GX gibt es auch schon unter 100€ und nicht ab 150€ wie das Fazit impliziert.
Wie sieht es mit der möglichen Übertaktung aus?
Was sollen uns diese Worte sagen: 'Bei der Plattform Strategie AMD der Core 2 Quad Familie dank passender Software für den Tweaker voraus, kann aber nicht mit dem Core i7 und dessen gemischten CrossFire/SLI-Möglichkeiten mithalten.'
Die Core2Quad-Familie hat jetzt eine Plattform, die 'Strategie AMD' heißt und der Tweaker bedankt sich bei der passenden Software im voraus?
Liest das keiner mehr gegen? Mal die ganzen Deppenleerzeichen außen vor: Sinn wäre schön. Da bedankt sich nicht nur der Tweaker.
Was sollen uns diese Worte sagen: 'Bei der Plattform Strategie AMD der Core 2 Quad Familie dank passender Software für den Tweaker voraus, kann aber nicht mit dem Core i7 und dessen gemischten CrossFire/SLI-Möglichkeiten mithalten.'Die Core2Quad-Familie hat jetzt eine Plattform, die 'Strategie AMD' heißt und der Tweaker bedankt sich bei der passenden Software im voraus? Liest das keiner mehr gegen? Mal die ganzen Deppenleerzeichen außen vor: Sinn wäre schön. Da bedankt sich nicht nur der Tweaker.
Tja, da fehlte ein "ist".
Was für einen Unterschied doch ein einziges Wort macht.
Danke für das konstruktive und nett formulierte Feedback.
Ein guter Test
Für mich persönlich zählen aber nur die Games- Benches.
was nutzen mir praxisferne Benchmarks, wenn mein PC im Endeffekt genauso oder gleich schnell läuft wie mit nem i7. Phenom II ist klasse. Allerdings fährt man mit den 'alten' Intel-Schiffen immernoch supergut. Selbst mit nem Dualcore von vor 3 Jahren, den man auf 3,2Ghz getaktet hat spielt es sich noch mehr als super.
Wenn die Entwicklung so weiter geht, dann stockt alles und ne CPU hält sich 5 Jahre an der Spitze
ich verstehe die bescheuerte Namensgebung von AMD nicht. Es gibt nun also "Phenom II" Prozessoren für den AMD2+ und den AMD3? Was soll diese Verwirrung? Wieso macht man da nicht eine klare Namensunterschiedung! Ich will nicht wissen wieviel Leute sich ein AMD3 Board kaufen und ausversehen ein Phenom II AMD2+ (weil ja auf den AMD3 Boarts Phenom II kompatibel draufsteht)! Wieso machen die das nicht wie bei Intel und verwirren die Leute nicht mit ihren komischen Namespolitik und Kompatibilitäspolitik wo auch ein Laie durchblickt!
ich verstehe die bescheuerte Namensgebung von AMD nicht. Es gibt nun also "Phenom II" Prozessoren für den AMD2+ und den AMD3? Was soll diese Verwirrung? (...)
Das ergibt sich aus der Tatsache, dass der Speichercontroller beim Phenom (II) wie schon beim Athlon 64 im Prozessor integriert ist. Ein AM3-Phenom-II kann also mit DDR2 und DDR3 umgehen, ein Sockel-AM2-Phenom nur mit DDR2. (Mit der AM3-Variante kann man also wenig falsch machen).
Zur Namensgebung: Es wird doch unterschieden! Siehe Artikel:
Bei Intel ist die Situation eine grundlegend andere: Bei der Core-2-Familie entscheidet die Northbridge darüber, welche Speichertypen unterstützt werden - damit kann man sich also praktisch jede Kombination von Sockel-775-Board und CPU gönnen.
Beim Nehalem ist es wie beim Phenom/Athlon 64: Der Speichercontroller sitzt im Core. Er versteht sich aber nur auf DDR3. Damit ist auch hier Verwirrung ausgeschlossen.
sehr schöner test. wirklich sehr interessant...
warum der Launch von vergleichsweise langsamen CPUs begleitet wurde
Son Blödsinn THG!
Der 940er hat 2 Speichercontroller und ist kein Stück langsamer als ein 955 - wenn der 955 auf 3.0GHz läuft (die 200MHz machen den Kohl nicht fett, und der offene Multi macht 3.2GHz nach 5 Klicks locker mit)!
Also bitte - sonne Überschrift.
Ps: Eure Tabelle ist falsch, der 955er hat nur DDR3 Controller weshalb er nicht auf AM2+ läuft!
warum der Launch von vergleichsweise langsamen CPUs begleitet wurde Son Blödsinn THG!Der 940er hat 2 Speichercontroller und ist kein Stück langsamer als ein 955
Der 940 war aber nicht der Launch-Prozessor des Sockel AM3, denn er funktioniert in diesem mangels DDR3-Controllers nicht. Es waren stattdessen der X4 810/910 (2,6 GHz, 4 bzw. 6 MB Cache) und der X3 720 BE (2,8 GHz, 6 MB Cache aber nur 3 Kerne).
Wie du siehst, sind beide langsamer als der 940 BE, der wie gesagt auch nicht im Sockel AM3 funktioniert. Deshalb ja auch die Aussage, dass AM3 nur mit (vergleichsweise) langsamen Prozessoren an den Start ging.
Ps: Eure Tabelle ist falsch, der 955er hat nur DDR3 Controller weshalb er nicht auf AM2+ läuft!
Es ist genau andersrum: AM3-CPUs wie der 945/955 verfügen über beide Speichercontroller, weshalb sie voll abwärtskompatibel sind und in beiden Sockeln genutzt werden können. (Das ist ja auch genau der Vorteil, den AMD beim AM3-Launch so stark in den Vordergrund stellte.)
Der 940 BE ist es, der nur über einen einzigen Speichercontroller verfügt - nämlich DDR2. Und damit es er auf den Sockel AM2(+) beschränkt.
Ich seh das Fazit etwas anders.
Zum einen bekommt man einen gleichwertigen PC für weniger Geld. Der auch noch weniger Strom verbraucht.
Und der Verbrauch darf nach wie vor als Faktor gelten. Grundsätzlich ist dieser, auch wenn es sich um Middle/Highend Systeme handeln mag, deutlich zu hoch.
Wie schlägt sich denn der 955 gegen einen 940 auf nem am2+ mainboard?
Wie schlägt sich denn der 955 gegen einen 940 auf nem am2+ mainboard?
Siehe Seite 2. "DDR2 versus DDR3"
Das ist doch der beste Beweis für die "tolle" Kompatibilitäts Politik und Namenspolitik von AMD --> es führt nur zu Verwirrungen, Fehlkäufen und unzufriedenen Kunden.
Ein weiteres Bespiel: auf jeder AM3-Board Verpackung ist ein Logo wie z.B. "AMD Phenom X4 Ready", "hmm dann nimm ich mir doch diesen Phenom II aus dem Regal und bau zu hause meinen Rechner zusammen..." ja und zu hause merkt man: auf die Fresse gefallen
AMD hätte ganz strikt zwischen AMD2+ und AM3 trennen müssen. Einen Laien interessiert es nicht ob ein Phenom II AM3 DDR2 und DDR3 kompatibel ist, ein Laie möchte sich einen PC selbst zusammenbauen und die richtigen Teile kaufen.
Wieso wäre es so schwer den AMD3 Phenom 2 nicht einfach AMD Panda, oder so zu nennen.
AMD sollte sich mal bei Herrn Rach, dem Restaurant-Tester, bewerben damit er den Laden mal saniert, weil das Management noch nicht einmal in der Lage ist seine Produkte schmackhaft für den Kunden zu servieren.
@CyberAce
son quatsch. ein Laie kauft sich nen PC von der Stange... ^^
@CyberAce - Also - ich gebe dir teilweise Recht. Aus einer Marketing-Perspektive hat sich AMD aber in eine Ecke manövriert. Um zwischen den verschiedenen Sockel-Varianten der CPUs unterscheiden zu können, bräuchte man besser unterscheidbare Namen. Aber Phenom III (für DDR3) geht nicht - da hätte die Presse sie für auseinander genommen, weil eine neue Prozessorgeneration suggeriert wird - und die Phenom-II-Käufer, die ja brandneue CPUs haben (aber es vielleicht nicht besser wissen) wären verärgert.
Deshalb versucht es AMD eben über die Modellnummern...
Zu deinem Szenario: Ich verliere zwar immer mehr den Glauben an den mündigen Käufer, wenn ich bei Alternate und Co die Kommentare lese, aber trotzdem: Da muss schon viel schief laufen, dass man mit dem falschen Prozessor Heim geht. Im Laden sollte das Verkaufspersonal wenigstens so weit aufpassen (und Bescheid wissen), dass Mainboard und CPU zu einander passen.
Und im Online-Versand steht eigentlich dabei, welche CPU mit welchem Sockel kompatibel ist. (Siehe Geizhals, wo gleich nach Sockel gruppiert wird.) Gleiches bei den Mainboards....
Klar, wenn Paule Planlos einfach wild drauf los klickt, landet eher Grütze im Einkaufskorb... Aber ein wenig mitdenken und einlesen wird sich die Selbstbesteller- und Bastler-Klientel ja wohl noch?
Die, die es nicht tun, kaufen eh PCs von der Stange... oder von Aldi/Media Markt/Plus/Saturn/schlagmichtot. Behaupte ich jetzt mal
Einen Laien interessiert es nicht ob ein Phenom II AM3 DDR2 und DDR3 kompatibel ist, ein Laie möchte sich einen PC selbst zusammenbauen und die richtigen Teile kaufen.
Siehe oben - Laien gehen in einen Laden und wollen einen kompletten Rechner mit nach Hause tragen.
lohnt es sich einen 955 für ein am2+ board statt einem 940 zu kaufen. der 955 ist ja 11% effizienter und man könnte noch upgraden oder macht das keinen sinn?