Details zu AMDs Turbo-Modus
Dass AMDs bald erscheinender Hexa-Core-Prozessor Phenom II X6 einen Turbo-Modus haben soll, ist schon länger ein offenes Geheimnis; wie er implementiert werden soll hingegen nicht. Heute gab AMD erste offizielle Details bekannt.
Eines der spannenderen Features der gesamten Core-i-Reihe bei Intel ist die Fähigkeit, einige Kern heraufzutakten, wenn andere nichts zu tun haben. Ähnliches will jetzt auch AMD unter der Bezeichnung "Turbo CORE" beim kommenden Sechskern-Prozessor Phenom II X6 mit Codenamen Thuban einführen, wenn auch auf andere Art.
Offenbar wird AMDs Lösung nicht ganz so fein abgestuft sein wie das Intel-Vorbild. Stattdessen gibt es je nach Modell einen großen Taktschritt von 400 oder 500 MHz für bis zu drei Kerne. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens drei Kerne untätig sind. Die untätigen Kerne takten sich dann auf 800 MHz herunter. Mögliche Kombinationen sind also: 3 Turbo/3 idle, 2 Turbo/4 idle und 1 Turbo/5 idle. Auch die Vierkern-Modelle mit Thuban-Kern werden in den Genuss des Turbo-Mode kommen. Analog dazu können bis zu zwei Kerne schneller takten, wenn mindestens zwei sich langweilen.
AMDs Methode hat aber auch zwei Nachteile. Zum einen werden die untätigen Kerne nie komplett abgeschaltet, sondern eben nur herunter getaktet. Sie verbrauchen also immer Strom. Zum anderen wird auf allen Kernen die Spannung erhöht, wenn der Turbo aktiviert wird - also auch auf denen, die nichts zu tun haben.
Laut AMD ist für die Nutzung des Turbo-Modus keine zusätzliche Software notwendig, also weder Treiber noch Patches. Noch erfreulicher ist die Aussage, dass prinzipiell alle AM3-Boards Turbo-fähig sind. Sogar bei AM2+-Boards sollte es prinzipiell klappen. Alles, was dazu nötig ist, ist ein aktuelles BIOS. Dass die Hersteller schon daran feilen, ist bereits bekannt (siehe: Läuft AMDs Hexa-Core auch auf AM2+-Boards?"). Natürlich muss das Board die TDP des Prozessormodells unterstützen.
Der Phenom II X6 selbst soll im Laufe des zweiten Quartals im Markt erscheinen und sich gegen Intels Core i7-980X positionieren. Von den Taktraten dürfte das halbwegs gelingen, doch kann Intels Flaggschiff trotz identischer Kernzahl dank Hyper-Threading sogar 12 Threads parallel abarbeiten. Wer das Rennen macht, wird sich erst zeigen müssen. Eins darf man aber schon jetzt als gesichert annehmen: AMDs Hexa-Core dürfte bei Erscheinen weit preiswerter als Intels Sechskerner sein.
| AMD Phenom II CPUs 2010* | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| CPU | Kerntakt | Max Turbo (<= 3 Kerne) | L3 Cache | TDP | Verfügbarkeit | ||
| AMD Phenom II X6 1090T | 3.2GHz | 3.6GHz | 6MB | 125W | Q2 | ||
| AMD Phenom II X6 1075T | 3.0GHz | 3.5GHz | 6MB | 125W | Q3 | ||
| AMD Phenom II X6 1055T | 2.8GHz | 3.3GHz | 6MB | 125W/95W | Q2 | ||
| AMD Phenom II X6 1035T | 2.6GHz | 3.1GHz | 6MB | 95W | Q2 | ||
| AMD Phenom II X4 960T | 3.0GHz | 3.4GHz | 6MB | 95W | Q2 | ||
*Source/Quelle: Anandtech.com
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hm ist dies ein weg in mehr stromverbrauch als bei intel??
war amd nicht immer der der tolle lössungen erbrachte um strom zu sparen?
edit: wenn ich es mir genau ansehe dann liegt das problem das amd denn sockel behalten will! hätte amd einen neuen sockel rausgebracht, hätten sie sicherlich einzelne core zum abschalten bringen können, sowie mehr flexibilität des einsatzes der einzelnen kerne im vergleich zum intels 6er!
Das Problem liegt in der momentanen Architektur der Prozessoren, die wird aber leider erst Anfang nächsten Jahres geändert. Allerdings ist es bewundernswert wie es AMD trotz dieser Schwierigkeiten es schafft den Turbomodus umzusetzen ohne die TPD Werte zu sprengen.
Ich finde es lobenswert, dass AMD an den alten Sockeln festhält. Aber ich bin mal gespannt ob die Turbo Geschichte auch noch auf AM2+ Boards Unterstützung finden wird. Schließlich könnte man ja so auf nem relativ alten Board die neuste CPU Technologie voll ausnutzen. Für AMD und die Kunden ist dies gut, somit muss man nur die CPU Tauschen um das neuste zu haben. Die Boardhersteller wirds weniger freuen denke ich, da diese auch gerne verkaufen wollen.
Jedenfalls wünsche ich AMD mit den 6-Kernern Erfolg, damit die Kunden diese annehmen. Und Ehrlich gesagt, so eine AMD 6-Kern CPU kann ich mir als würden Nachfolger für meinen Q6600 @ 3GHz vorstellen.
[...] hätte amd einen neuen sockel rausgebracht, hätten sie sicherlich einzelne core zum abschalten bringen können, sowie mehr flexibilität des einsatzes der einzelnen kerne im vergleich zum intels 6er!
AMD hätte sich auch ein Loch ins Knie bohren und saure Buttermilch reinschütten können.
Jupp, mir gefallen die auch sehr gut, ich hoffe auf den 1075T als Black Edition, sind zwar nur 100MHz aber haben oder nicht

Alternativ dürfen die auch eine OC Option für den Turbo Multi einbauen
Leider dauert es noch, aber ich brauche jetzt einen Prozessor. - Da ist es wohl sinnvoll nicht zu viel Geld reinzustecken.
Prima aber, dass man mit einem AM3 Board noch was von der Zukunft hat. - Und auch die 2er mit + können sich auf ein ordentliches Upgrade zu "moderaten" Preisen freuen, wenn auch die T-Funktion dann vielleicht nicht läuft.
Zumindest beim Sockel nicht auf's falsche Pferd gesetzt. Aber Intel denkt sich wohl auch noch was aus, um 6 Kerner auf den 1566er kloppen zu können.
Das wird Intel wohl erst machen wenn die AMD Prozessoren auf dem Markt sind, so lange grasen die erstmal den HighEnd Bereich ab.
Das mit dem Kern nicht ganz abschalten seh ich nicht als Problem, da die Kerne bei dem Takt eh nur wenige Watt verbrauchen, das mit der auf jedem Kern gleichen Spannung aber schon bissl.

Wie verhält sich das dann eigentlich mit OC? Ich hoffe ich kann dann weiter alle P-States einzeln festlegen und ihnen eine Spannung zuweisen, wie bisher, also auch den P-State des Turbos? Kauf halt immer ganz gern billige kleine AMDs und übertakte sie aufs Niveau der Großen
Kauf halt immer ganz gern billige kleine AMDs und übertakte sie aufs Niveau der Großen
Und das ist auch voll in Ordnung so! - Dass die Board- und CPU-Hersteller das überhaupt ERLAUBEN und sogar dazu ANSTIFTEN, bleibt für mich ein ungelöstes Rätsel der freien Marktwirtschaft.
Ob die Energiekonzerne dahinterstecken? ^^
Das anstiften kann ich sogar verstehen, wir kennen doch unsere Bratferkelkandidaten, weltweit gibt es da bestimmt eine ganze Menge von denen
Das wird sich für die schon rechnen.
Ich finde der AM2+ Sockel wird schon lang genug weiter unterstützt dass man das positiv in Erinnerung behält. Noch länger wäre sehr unwirtschaftlich für die Board-Hersteller. Erst günstiger als Boards mit Intel-Chipsatz und dann noch so langlebig weil zu so vielen CPUs kompatibel... die Strategie von AMD ist in der Hinsicht wirklich gut aber ich denke die Boardhersteller haben schon daran zu kauen
Ich habe gerade nachgeschaut und für mein ASUS M4A785D-M PRO gibts jetzt ein BIOS Update mit Unterstützung für den 6-Kerner.

Ist ein AM2+ Board!
Der 6Kerner wirkt ja schon recht attraktiv. Aber Mit 6 Kernen und Onboardgrafik am Fernseher... etwas übertrieben.
Nett ist der Support trotzdem. So steht einem alles offen.
So lange die Boards nicht EOL sind sollen sie auch Updates liefern
@Techniker Freak: Die TDP ist sicherlich nicht das Problem, denn der X4 965 (3,4GHz) hat eine TDP von 125W - warum sollen dann 3 Kerne bei 3,6GHz mehr als 125W benötigen?
Das Problem ist wohl eher die mit "normaler" Kernspannung erreichbare maximale Taktfrequenz bei nur einen Kern.
Offenbar haben einige Leute hier nicht begriffen, was auf den AMD-Slides steht:
Im Gegensatz zum Intel's Turbo Boost wird AMD's Turbo CORE komplett intransparent sein, d.h. nicht einmal das BIOS (geschweige denn irgendeine Software) wird irgendetwas zu Turbo CORE anzeigen oder einstellen können!
Eventuell kann das Feature komplett an und abgeschalten werden, mehr aber nicht!
also ich finde den turbo super, da so die singelthread programme besser unterstützt werden, und der boost höher ist als der von intel. das die spannung bei allen kernen angehoben wird stört mich an dieser stelle aber schon ein bisschen, da man mit ner getrennten ansteuerung auch die TDP weiter hätte gesenkt werden können.
zur sockelproblematik: das AM2+ und AM3 gut zusammen passen find ich gut, besser als die lösung von intel mit 2 getrennten sockeln. da AMD aber für die neuen Opterons den G34 sockel einführt, kann man nicht sagen, ob der bulldozer auf dem AM3 beleiben wird, obwohl es die beste lösung wäre. und bei intel wird mit sandy wohl ein neuer sockel kommen, die wollen ja immer alles neu machen^^ da denke ich auch eher, dass die boardhersteller mehr probleme haben immer wieder neue boards zu bauen, als die alten besser auszunutzen
da denke ich auch eher, dass die boardhersteller mehr probleme haben immer wieder neue boards zu bauen, als die alten besser auszunutzen
Die "Probleme" neue Boards zu entwerfen beschäftigen aber nicht wenige Mitarbeiter.. Jede Abteilung in einer Firma braucht was zu tun.. wenn man 3 Jahre lang keine neuen Mainboards entwickeln muss, tut sich ein Problem auf. Bei Autoherstellern ist dieses Problem auch ziemlich krass, grundsätzlich aber in jeder schnellebigen Branche.
Support und Pflege von älteren Produkten sind zwar toll für den Kunden und zielen auf Kunden-Zufriedenheit und -Bindung ab, bringen aber relativ wenig Geld ein (viele Hardware-Käufer kaufen wild durch die Bank von den verschiedensten Herstellern)
@tkoerbs
AMD ist nicht in der Lage die anderen drei CPU Kerne abzuschalten im Gegensatz zu Intel, die laufen dann auf 800MHz und bekommen die gleiche Spannung ab wie die geboosteten Kerne.
@Zwitschack
Auf der letzten Roadmap bezüglich der Sockel war die Rede von einem AM3+ Sockel, kompatibel zu AM3 aber nicht mehr zu AM2+. Ich denke mal da wird dann die DDR2 Unterstützung in der CPU abgeschafft.
Edit: Wenn ich sowas hier lese finde ich die Sockelpolitik von AMD nochmal besser, nächstes Jahr kommen wieder schon neue Sockel von Intel...
AMD muss sich von der Sockel-Kompatiblität verabschieden, sie führt zu nix.
Echte Neuerungen sind nur mit neuen Sockeln möglich.
Das heißt: Für (fast) jede neue Prozessor-Generation muss ein neuer Sockel her.
Ist nicht wünschenswert, aber notwendig.
Sockel-Kompatiblität ist wie mit angezogener Handbremse fahren.
@fred_em
Mich würde mal die Begründung für deine "Handbrems-These" interessieren?
Und was für dich "echte" Neuerungen sind?
@fred_emMich würde mal die Begründung für deine "Handbrems-These" interessieren?Und was für dich "echte" Neuerungen sind?
Da gibt es leider keine "Begründung". - fred_em hat sich einen pauschalen Lapsus geleistet.
Kommt vor, gehört zur Basher-Krankheit.
Bei Chips sind (die Länge von) Anschlussleitungen (Bonddrähte), Pins und die Sockelkontakte und deren dazugehörige Leiterbahn-Anschlüsse ein Problem das sie insgesamt als ein diffiziles System wirken. Bei diesen hohen Geschwindigkeiten wirkt alles auch als Induktivität und Kapazität.
Wenn ein Chiphersteller also Sockel-Kompatibiltät erhalten will führt das bei neuen Designs zwangsläufig durch die entsprechenden (Chip) Design-Rules der Halbleiter-Prozesse zu Einschränkungen.
Wenn der Chip-Designer auf Sockel- sprich Pin-Kompatiblität verzichtet gewinnt er anderweitige Freiheiten kann er andere Dinge realisieren bzw. Dinge anders realisieren.
Wie man es dreht und wendet ... einen Preis bezahlt man immer.
Da Motherboards heutzutage nicht mehr soooo teuer sind, kann man sich ein neues MoBo ab und zu schon mal leisten.
Und da ich für den Fortschritt bin (und auch bereit bin dafür zu bezahlen) plädiere ich dafür Sockel-Kompatibiltät weniger lang aufrecht zu erhalten.