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Test Parrot AR.Drone 2.0: Fliegendes Auge für den Heimgebrauch

Test Parrot AR.Drone 2.0: Fliegendes Auge für den Heimgebrauch
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Der Quadrokopter besitzt eine HD-Kamera und wird per Smartphone ferngesteuert: Ernstzunehmende Flugdrohne oder überflüssiges Spielzeug?

Für echte Bastler ist der Bau eigener (Modell)-Fluggeräte schon immer eine besondere Herausforderung gewesen. Doch in Zeiten von Web 2.0, mobilem Internet und leistungsstarken Rechnern im Smartphone wirken die alten Modellbaukästen angestaubt. Zumal ein neues Fluggerät im Kleinformat selbst vor den Schlagzeilen der Tagespresse nicht mehr Halt macht: Die Drohne. Seit das US-amerikanische Militär Terroristen in den Bergen Afghanistans und Pakistans mit ferngesteuerten Flugzeugen ausschaltet, sind Flug-Drohnen nicht nur in verschworenen Bastlerkreisen ein Thema, wo der private Luftraum schon länger im Eigenbau aufgeklärt wird. Weniger technisch-versierte finden mittlerweile vorgefertigte Drohnen, die den geübten Umgang mit Schraubendreher und Lötkolben überflüssig machen, sondern aus der Kiste heraus Flugvergnügen versprechen.

Keep it simple: Die AR.Drone 2.0 ist schon in der Kiste fast startklar

Einen der einfachsten Wege zum Drohnenflug verspricht Parrot mit der AR. Drone 2.0. Während viele andere Fluggeräte lediglich als Bausätze erhältlich sind, ist die Variante des französischen Herstellers nicht nur schon nach wenigen Handgriffen startklar. Der eigentliche Flugkörper kommt schon vollständig vormontiert aus der Kiste. Es besteht aus einer Styropor-Schale, in der neben einer HD-Kamera die Steuerungstechnik sowie die Aufnahme für den Akku untergebracht ist. Mit Hilfe eines integrierten USB-Anschlusses können Videos direkt auf einen entsprechenden Stick während des Fluges aufgezeichnet werden.

Wird der Energiespeicher eingesetzt und per Steckverbindung an das System angeschlossen, gibt die Drohne ein erstes Lebenszeichen von sich. Daneben werden zwei verschiedene Abdeckungen - einmal mit und einmal ohne Rotorenschutz - mitgeliefert, die über Batterie und Propeller gestülpt werden können. Hat man alles zusammengesetzt ist die Parrot-Drohne einsatzbereit.

Auch hinsichtlich der Steuerung will der Hersteller den Nutzer nicht überfordern: Während bei Fluggeräten dieser Art üblicherweise Funkfernsteuerungen aus dem Modellbau zum Einsatz kommen, benötigen AR.Drone-Flieger lediglich ein Apple- oder Android-Smartphone bzw. Tablet für die Steuerung. Dazu stellt der Hersteller im App- bzw. Play Store eine entsprechende App zur Verfügung, die auf dem Mobilgerät, das zur Steuerung der Drohne genutzt werden soll, installiert werden muss.

Steuerung per Handy

Wie schon das Flugerrät als solches will auch die zur Steuerung benötigte AR.FreeFlight-App nicht überfordern, sondern begrüßt den Nutzer zunächst mit einem übersichtlichen Startbildschirm: Von sechs Buttons führen fünf zur Videoverwaltung und zusätzlichen Angeboten des Herstellers, die eigentliche Steuerung befindet sich hinter der Bezeichnung "Take Off". Bevor diese startet muss man das jeweilige Smartphone oder Tablet mit dem WLAN-Signal verbinden, dass von der Drohne ausgesendet wird, wobei diese die 802.11-Standards b/g/n unterstützt.

Hat die Verbindung geklappt wird schon mit dem Starten der Steuerungsfunktion auf dem Bildschirm des Smartphones das Bild der Drohnen-Kamera sichtbar. Die im Vordergrund abgebildeten Steuerungsmöglichkeiten sind vergleichsweise spärlich und scheinen suggerieren zu wollen: Das Fliegen ist ganz einfach. In Wirklichkeit ist es das natürlich nicht. Gerade Anfänger müssen sich zunächst daran gewöhnen, dass die Drohne mit Hilfe der Kamera gelenkt wird. Als Orientierung leuchten an der Unterseite des Quadrokopters vier LEDs, die vorderen beiden grün, die hinteren beiden rot. Diese verschwinden jedoch - gerade bei guter Helligkeit - mit steigender Entfernung schnell aus dem Blickfeld.

Etwas enttäuschend ist das Menu. Zwei der sechs angegebenen Möglichkeiten stehen - zumindest in der aktuellen Android-App - (noch) nicht zur Verfügung (wie auf dem Foto zu erkennen, sind diese etwas heller absetzt als die anderen). Dabei galt der Kategorie "Spiele" einige Vorfreude: Während man mit der Drohne durch die Gegend fliegt, sollen z.B. auf dem Smartphone-Display gegnerische Fluggeräte angezeigt werden, mit denen man sich einen virtuellen Kampf im echten Himmel liefern kann.

Einstellen lassen sich zudem Grenzen für Höhe, Geschwindigkeit und Neigungswinkel. So kann die Drohne auf bestimmte Szenarien angepasst werden. Gerade wenn man in geschlossenen Räumen unterwegs, sollte man mit der Geschwindigkeit vorsichtig umgehen, denn einmal in Fahrt, braucht der Flieger entsprechenden Platz zum Bremsen. Vom Start im heimischen Wohnzimmer sollte man in jedem Fall absehen, weil man hier derart schnell anecken kann, dass Abstürze vorprogrammiert sind.

Daneben versucht der Hersteller den Piloten mit drei Flugmodi zur Seite zu stehen. Im Joypad-Modus erscheinen auf dem Display zwei klassische Steuerkreuze, mit denen sich Flugrichtung, die Drehung um die vertikale Achse des Fluggeräts sowie die Höhe steuern lassen. Gerade für den Einstieg, aber auch wenn die Drohne bestimmte Kamera-Flüge absolvieren soll, empfiehlt sich der Modus "Absolute Kontrolle", wodurch der Anwender zum Bezugspunkt für die Steuerung der Drohne wird. Außerdem können Linkshänder die Steuerung hier für sich anpassen. Auf den dritten Steuerungsmodus gehen wir auf der nächsten Seite näher ein.

Alle 8 Kommentare anzeigen.
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  • Big-K , 16. Januar 2013 09:22
    Die Flugzeit kenn ich vom Pitch-Heli und von meinen Flächenmodellen auch net anders. In der Größe sollten die auch nicht ins Geld gehen. Einige Brushless Cars währen froh über diese Fahrzeiten und die haben dann 10x so viel Kapazität + mehr Zellen.
    Die eigentliche Leistung des Herstellers ist die Regelung. Wer mal im Studium oder sonst wo mit Reglersynthese gequält wurde weiß was ich meine :-)
    Aber werd mir wohl dieses Jahr ne Drohne zulegen.
  • fragger , 16. Januar 2013 13:40
    Ich habe selber die erste Version der Parrot. Es ist doch ein recht teures Spielzeug und meiner Meinung zu empfindlich.
    Grade bei etwas Wind lassen sich Kontakte mit Strauchwerk oder Bäumen nicht immer verhindern.
    Ich hab das Mainboard von dem Teil schon mehrfach geschrottet, auch bei eigentlich ehr harmlosen Bruchlandungen (Sturz aus 1,5 m Höhe auf hohes Gras...)

    Man könnte jetzt sagen, dass man Bäume und andere Hindernisse mit Flugmodellen großräumig vermeiden sollte, aber die große weite Wiese ist, grade in Hinblick auf die Kamera, doch ehr langweilig.

    Fluganfänger können hier also eine Menge Geld verbrennen.
  • saulus , 16. Januar 2013 21:05
    290€ alter Schwede für so ein scheiß Kinderspielzeug. Für das Geld kann man sich einen Wiicopter zusammen schrauben, das ist dann schon her was für Männer.
  • adamjensen , 17. Januar 2013 11:07
    Naja für den Preis kriegt man nun mal kaum was besseres... da gibt's nur Spielzeug.

    Brauchbare (!) Copter für gute (!) Videoaufnahmen mit professionellen DSLRs (= 2-3kg Tragfähigkeit!) gibts, mit allem Zubehör was man so dazu benötigt, erst ab etwa 5000 Euro. Wenn's wirklich professionell sein soll sind's eher um 10'000 rum.

    Wäre natürlich cool sowas zu besitzen :-D Aber wenn man nur 1-2 mal im Jahr solche Flugaufnahmen machen muss, lohnt sich das nicht. Da mietet man besser nen High End Copter inkl. Operator für ein paar Stunden wenn's das Projekt benötigt. Rein als Hobby lohnt es sich nicht sowas zu kaufen, ausser man vermietet den Copter (und evtl. sich selbst als Operator).

    Übrigens: Auch solche extrem teuren Proficopter haben kaum mehr als 15 Minuten Flugzeit! Das ist völlig normal und nicht anders möglich. Ansonsten muss schon ein richtiger ausgewachsener Helikopter her ;) 
  • ixtank , 17. Januar 2013 23:26
    Was ich bisher gesehen habe, kann man mit den AR.Drohne und einer HD Hero 1-3 eigentlich ziemlich gute Aufnahmen machen. Kein vergleich zu den teuren System aber absolut nicht unbrauchbar. Die teuerste GoPro kann ja auch das Bild streamen (mit 4s Lag, reicht nicht zum Steuern aber zum Finden des Motiv)

    Die GoPro fehlt mir noch, die AR.Drohne 1 hab ich schon will aber noch ein wenig üben bevor ich so eine Kamera drauf schnalle.

    An den Autor: Das waren ja nicht die hübschesten Ecken unserer Stadt :) . Ist das deine eigene Drohne? Falls ja hast du vor bei besserem Wetter, mehr "Luftaufnahmen" von Halle zu machen?
  • adamjensen , 18. Januar 2013 00:14
    Naja, Qualität ist relativ... ich finde keine Action Cam allzu berauschend (bin mir ne 5D Mk II gewohnt). Was ich aber viel schlimmer finde bei all den GoPros & Co ist die ultraverzerrte Optik mit dem extrem gekrümmten Horizont, gerade bei Flugaufnahmen sieht das einfach nur dämlich aus.
  • matthias wellendorf , 18. Januar 2013 09:07
    @ixtank

    Die Drohne habe ich als Testgerät vom Hersteller bekommen, insofern waren die möglichen Flugstunden begrenzt und lagen dazu noch in einer Zeit in der nicht die idealsten Bedingungen herrschten. Und aufgrund der knappen Flugzeit musste ich mir ein Plätzchen suchen, das genug Raum zum Testen bietet und zu dem ich nicht zu lange unterwegs bin.
  • Quischan , 11. April 2014 16:45
    Ich besitze ein Parrot AR.Drone 2.0 und sie ist noch sehr gut steuerbar bei Wind.
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