Der RV770-Chip von ATi, bekannt von der Gaming-Variante Radeon HD 4870, hält nun zeitlich versetzt Einzug bei den Workstation-Modellen. Zudem wirft der Kanadier seine altbekannte Marke FireGL über Board. Die kommenden Karten erhalten den Aufdruck FirePro. Tom's Hardware hat das erste Modell der neuen Reihe, die FirePro V8700, umfangreichen Benchmark-Tests unterzogen.
Mit den FirePro-Boards schließt AMD die Umstellung von 80 auf 55 Nanometern ab. Der Kunde darf sich über leisere
Lüftergeräusche und einen günstigeren Stromverbrauch freuen. Doch verhilft der Die-Shrink und die technologischen Veränderungen auch zu besserer Performance? Der Preis könnte ein Indiz sein. Schließlich ist die V8700 mit 1400 Euro nur 100 Euro teurer als der Vorgänger V8600. ATi legte bislang großen Wert auf ein stimmiges Preis-Leistungsverhältnis innerhalb der hauseigenen Produkte. Nvidia konnte in der Vergangenheit mit seinen Quadro-Grafikkarten meist Produkte bieten, in der High-End-Klasse immer einen Tick schneller waren. Doch im Vergleich zu ATi muss dafür der Kunde Nvidia den größeren Obulus für gleiche Performance entrichten - lesen Sie dazu auch unseren letzten Artikel Sieben Workstation-Grafikkarten im Vergleich.
Warum ATi plötzlich den Suffix "GL" aus der Fire-Marke streicht und mit "Pro" ersetzt, ist uns nicht ganz klar. In Gesprächen mit Produktverantwortlichen wurde uns zwar erklärt, dass "Pro" für Professional steht und somit der Zielgruppe dieser Workstation-Produkte besser entspricht, doch etablierte Marken sollte man nicht einfach ändern - meinen wir. Oder will ATi damit Rechnung tragen, dass die Bedeutung von OpenGL zugunsten von DirectX abnimmt? Übrigens ersetzt der Hersteller die FireMV-Produkte ebenfalls mit FirePro.
Marktübersicht
| Workstation-Grafikkarten und deren Mainstream-Äquivalente | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Workstation- Modell | Chip- Basis | Fab | Mainstream- Equivalent | Grafikspeicher | 3-Pin Stereo | Display Port |
| ATi FirePro V8700 | RV770 | 55 nm | Radeon HD 4870 | 1024 MB GDDR5 | ja | ja |
| ATi FireGL V8600 | R600 | 80 nm | Radeon HD 2900 XT | 1024 MB GDDR4 | ja | nein |
| ATi FireGL V7700 | RV670 | 55 nm | Radeon HD 3850 | 512 MB GDDR4 | ja | ja |
| ATi FireGL V7600 | R600 | 80 nm | Radeon HD 2900 | 512 MB GDDR3 | ja | nein |
| ATi FireGL V5600 | RV630 | 65 nm | Radeon HD 2600 XT | 512 MB GDDR4 | nein | nein |
| Nvidia Quadro FX 5600 | G80 | 90 nm | GeForce 8800 | 1536 MB GDDR3 | ja | nein |
| Nvidia Quadro FX 4600 | G80 | 90 nm | GeForce 8800 | 768 MB GDDR3 | ja | nein |
| Nvidia Quadro FX 1700 | G84 | 80 nm | GeForce 8600 | 512 MB DDR2 | ja | nein |
| Workstation- Modell | Speicher Bandbreite | DirectX | OpenGL | Shader Model | Core Clock | Memory Clock | Pixel&Vertex Processing |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ATi FirePro V8700 | 115 GB/s | 10.1 | 2.1 | 4.0 | 750 MHz | 900 MHz | 800 SPUs |
| ATi FireGL V8600 | 111 GB/s | 10 | 2.1 | 4.0 | 675 MHz | 868 MHz | 320 SPUs |
| ATi FireGL V7700 | 72,0 GB/s | 10.1 | 2.1 | 4.0 | 775 MHz | 1125 MHz | 320 SPUs |
| ATi FireGL V7600 | 51,0 GB/s | 10 | 2.1 | 4.0 | 500 MHz | 510 MHz | 320 SPUs |
| ATi FireGL V5600 | 35,1 GB/s | 10 | 2.1 | 4.0 | 800 MHz | 1100 MHz | 120 SPUs |
| Nvidia Quadro FX 5600 | 76,8 GB/s | 10 | 2.1 | 4.0 | 600 MHz | 800 MHz | 112 SPUs |
| Nvidia Quadro FX 4600 | 67,2 GB/s | 10 | 2.1 | 4.0 | 500 MHz | 700 MHz | 112 SPUs |
| Nvidia Quadro FX 1700 | 12,8 GB/s | 10 | 2.1 | 4.0 | 460 MHz | 400 MHz | 32 SPUs |
Legende: SPUs = Stream Processing Units
In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf zwei interessante Software-Initiativen hinweisen. Für Nvidias CUDA können wir einen umfangreichen Artikel anbieten. Von der Konkurrenz gibt es im Gegenzug das AMD Stream Computing. Doch kommen wir auf der nächsten Seite zu den Hardware-Details der ATi FirePro V8700.
- Einleitung
- Hardware der FirePro V8700 im Detail: Displayport gleich zweimal
- Software: Treiber-Features
- Testkonfiguration
- Benchmarks Maya
- Benchmarks 3D Studio Max
- Benchmarks Solidworks
- Benchmarks Viewperf I
- Benchmarks Viewperf II
- Performance Gaming vs Workstation: Radeon HD 4870 und FirePro V8700
- Fazit
Scheinbar stekt bei Workstation Grafikkarten die Arbeit im Treiber. Jetzt kommt mir natürlich der Gedanke, können da nicht findige Programmierer den Workstation Treiber so austricksen, dass dieser eine Gamer Karte als Workstation Karte erkennt?
Bei 10bit pro Farbkanal reicht "dual-link" DVI nur für 1920x1200. Natürlich gehen auch höhere Auflösungen, dann aber eben nicht mit der farblichen Auflösung.
Was mich jedoch verwundert ist die Aussage für die 10bit.
Als ich den HP2480zx hier hatte, habe ich weder bei nVidia noch bei ATI eine eindeutige Aussage darüber finden können, daß irgendeine derer Grafikkarten bzw Treiber es könnte.
Der Support von nVidia hat es, obwohl ich ein technisches Datenblatt über die "Lumex-Engine" hatte, in der es angepriesen wurde, sogar bestritten, daß die Karten dazu in der Lage wären. Zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt.
Bei ATI sah es noch wilder aus: Seit langem wird damit geworben, die Treiber erlauben aber keine Aktivierung von mehr als 32bit (Windows-Zählweise: 8 pro Primärfarbe + 8bit Alpha).
Ich wüsste nun zu gerne, ob das ENDLICH behoben wurde.
Und zur Aufzählung:
Es gibt einen sehr guten 24" TFT für rund 500Euro, der auch DisplayPort bietet: HP LP2475w. (Tests gibt es im Internet reichlich.)
DisplayPort ist die Zukunft! Die Karte bietet zusätzlich sogar noch DVI. DisplayPort kann außerdem per Adapter auf alles andere umgesetzt werden (HDMI und DVI garantiert). Ich sehe absolut keinen Grund darüber auch nur ein schlechtes Wort zu verlieren!
Zudem: Wer eine Graka für 1400 Euro kauft, der wird jawohl nicht am Monitor sparen, oder?
Wenn die Unterschiede zwischen FirePro und Radeon so extrem bei Grafik/Videoanwendungen abweichen - wie sieht es im Umkehrschluss aus?
Versagt die FirePro in den gängigen Spielebenchmarks?
Abgesehen von einigen wenigen Spielen, die eine OpenGL-Engine besitzen, kommt deshalb eine FirePro-Karte auf schlechtere Werte bei den Spiele-Benchmarks. Ist im Prinzip genau umgekehrt wie von mir bei SPECviewperf gezeigt.
Gruß
Uwe Scheffel
Tom's Hardware
Es gab schon immer "versuche" aus den billigen Desktopf-Karten die Pro-Versionen zu zaubern. Letztendlich scheitert das dort, wo die Leistung gebraucht wird, daran, daß der Support fehlt.
Und hier: Treiber sind nicht alles. Die Firmware wird auch (etwas) unterschiedlich sein.
Also wenn ich demnächst mit CAD anfange zu konstruieren und stundenlang davor gesessen hab riskiere ich auf keinen Fall, dass mir die Kiste einfriert und alles weg ist.
dann verliert man die Pro- Features aber die "Spieleleistung" wäre dann der "Spielekarte" gleichwertig.
Früher konnte man bei den NVidia Karten (7k Serie abwärts) teilweise die Pro- Features freischalten. Größentteils ging das sogar mittels Software (Rivatuner, Coolbits etc). Dann konnte man zB. in 3DSMAX Viewportfogging oder ViewportAA einstellen und mit dem eigenen MAXtreme Treiber für 3DSMAX Treiber so richtig Gas geben. Die Karte meldete sich im System als eine FX-XXXX Karte (sogar beim booten zu sehen) Dieses Hintertürchen schloss Nvidia (soweit ich weiß) mittels einer unaufhebbaren Hardwarebeschränkung ab der 8er Serie.
Bei ATI könnte es durchaus möglich sein dass es eine ähnliche Hintertür gibt. Wenn es jemand weiß dann Guru3D.
Diese "Hacks" sind verständlicherweise nicht erlaubt - also nicht mal drüber nachdenken!
LG
Warum soll das eigentlich nicht erlaubt sein? Mit dem Kauf der Grafikkarte erwerbe ich alle Rechte daran- Benutzungs, Veränderrungsrecht etc. Und solange bei dem mod die Hardware nicht verändert wird (übertackten) sollte sogar die Garantie noch in Kraft sein.
Die Spezifikationen einer Desktop-Karte sind eben nur für diese und die dazu passende Verwendung "geeicht".
Veränderst Du die Karte per Soft- oder Hardware, also z.B. durch neue Firmware, dann betreibst Du die Karte danach automatisch außerhalb der Spezifikationen.
Außerdem ist eine andere Kennung nicht auch automatisch gleichwertig mit einer anderen Karte. Manchmal sind die kleinen Unterschiede eben entscheidend.
Wer eine "PRO" (FireGL, Quaddro) Karte braucht, und das ist eben eigentlich nur bei einem produktiven Einsatz im Unternehmen der Fall, der zahlt schon freiwillig für den eventuell benötigten Support. Da wird nichts geflasht, getrickst oder sonst wie verändert. Wenn nämlich etwas nicht läuft oder einfach nur nicht genau so, wie es sollte, dann kann das viel teurer werden als eine solche Grafikkarte.
Wieviel Strom zieht den diese FirePro?
Die FX 3700 liegt bei etwa 80 Watt (was sehr niedrig ist im Vergleich zu Gamingkarten) laut den Shops...nur für die FirePro finde ich keine Angaben.
Dazu zählen die 3700, 4700, 4800 und 5800!
Auf den uralten SpecApc-Test gebe ich garnichts. Wann programmieren die mal einen neuen?
ATI hat in CG-Kreisen seit jeher einen schlechten Ruf, was die Treiber-Qualität angeht (Viewport-Probleme usw.). ATI kommt bei mir daher nicht in Frage. Wer sich dafür interessiert, sollte in einschlägigen Maya- oder Max-Foren nachfragen!!
Ich selber benutze eine FX3700 (512MB RAM und bin sehr zufrieden, benutze allerdings auch keine großen Texturen.
Die FX3700 hat eine Powerconsumption bei mir beim Rendern von gemessenen 50W (Intel Dual-Quad-XEON; max. 235W bei 100% Auslastung!).
ATI gibt für Fire-Karten keine Verbrauchsdaten an! Ich weiss nicht, warum.
Mehr Infos hier: http://hothardware.com/Articles/ATI-FirePro-V8700-Workstation-Graphics-Card/?page=1