Acer ist drittgrößter PC-Hersteller

Auf seiner Jahrespressekonferenz in Madrid legte Acer diesmal mehr Wert darauf, seine guten Zahlen zu präsentieren statt neue Produkte: Immerhin ist man laut neuesten Erhebungen der drittgrößte PC-Hersteller weltweit.

Acers Geschäftszahlen können sich sehen lassen, daraus machte der Hersteller auf seiner »Global Press Conference« keinen Hehl. Allein im Vergleich zum Vorjahr rechnet Acer mit einem Gesamtwachstum von über 30 Prozent. Und pünktlich zur jährlich stattfindenen Pressekonferenz darf sich Acer laut den Marktforschern von Gartner nun über den dritten Platz bei Marktanteilen im Bereich PC-Systeme (inklusive Notebooks) hinter Hewlett Packard und Dell freuen. Unter anderem der starke Anstieg des PC-Marktes im EMEA-Bereich (Europe, Middle-East, Afrika) um 16,3 Prozent im zweiten Quartal 2007 half Acer dabei, die Konkurrenz von Lenovo auf Platz vier zu verdrängen. Doch natürlich zählen auch die eigenen Anstrengungen. In Russland etwa konnte der Hersteller um flotte 112 Prozent mehr Laptops absetzen als geplant.

Ein weiterer Grund für den nun für Acer recht positiven Weltmarktanteil dürfte der Kauf von Gateway sein, zu dem auch die Marke Packard Bell gehört. Gateway hat in den USA immerhin einen Anteil von 23 Prozent.

Seine Strategie wird Acer zunächst nicht ändern: Man ist und bleibt eine Notebook-Company: »We have been a notebook company in the past, and we are a notebook company now!« betonte Acer-Chef Gianfranco Lanci in Madrid. Auch das Verkaufsmodell bleibt, wie es ist. Mehrfach wurde Acers Strategie des indirekten Modells positiv hervorgehoben, man also durch den Groß- und Fachhandel verkaufe, und nicht direkt an den Kunden. Daran wird auch der Gateway/Packard Bell-Zukauf nichts ändern, obwohl Gateway in den USA als Direkthändler bekannt war. Derzeit wägt Acer nach eigenen Angaben noch ab, wie man die neuen Marken in den jeweiligen Marktregionen positionieren wird. Die Marke Acer selbst bleibt auf alle Fälle im Profi-Bereich angesiedelt. Gut möglich also, dass Acer beispielsweise die Marken Packard Bell und Gateway intern dem Consumer Bereich zuschlägt.

Gianfranco Lanci hielt auch mit den Themen nicht hinter dem Berg, die er derzeit beobachte. Der Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz komme laut Lanci eine besondere Rolle zu: »Being environmental is not a marketing message, it is something we need to do« — da ist Lanci sicher nicht allein auf dem Markt. Das Problem sei, so der Acer-Chef, dass viele Kunden sich einen PC kauften mit dem Hintergedanken, diesen später aufzurüsten. Gut 80 Prozent nutzten diese Option aber letztlich dann doch nicht und kaufen sich stattdessen alle drei, vier Jahre einen neuen PC. Die Möglichkeit der Aufrüstbarkeit schlage sich aber aufgrund der höheren Komplexität der Bauteile auch in einem höheren Energieverbrauch nieder. Die Lösung: Ein neuer Formfaktor müsse her, auch wenn es nicht der derzeit beschworene »Small Form Factor« ist.
Abgesehen davon könne man dem Kunden all seine Ansprüche auch mit einem kleinen, nicht-aufrüstbaren System erfüllen, das über die notwendigen Funktionalitäten verfügt. So könne man kurz- und mittelfristig Energie und Ressourcen sparen. (tkr)

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