Tom's Hardware unterstützt Aktion gegen Kaffeesteuer

Für einen Redakteur bei Tom’s sind zwei Dinge essentiell. Zum einen ein reichlicher Vorrat an diverser Computertechnik, damit es immer wieder etwas zum Ausprobieren, Testen und Beschreiben gibt, zum anderen darf es an einer kleinen Zutat nicht fehlen, die wohl in keiner Redaktion vermisst werden will: Kaffee. Er hilft schon morgens dem ersten Text auf die Sprünge und sorgt dafür, dass aktuelle Ereignisse bis tief in die Nacht in Artikeln niedergeschrieben werden.

Kaffee ist also ein Lebensmittel. Nur dass der Staat davon nichts wissen will und die braunen Bohnen behandelt, als wären es Luxusartikel. Eine Einschätzung, die noch ins 18. Jahrhundert zurückreicht, als Friedrich der Große ein staatliches Kaffee-Monopol einrichtete, das diesen der Luxuskategorie zuordnete und mit hohen Steuern versah. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ganze 2,19 € verlangt der Fiskus für ein Kilogramm Kaffee an Steuern, und handelt es sich um lösliches Pulver, muss der Verbraucher sogar 4,78 € in das Säckel des Bundesfinanzministers einzahlen.

Und dabei versteht der Staat keinen Spaß, wie der frühere Tom’s-Redakteur Siggy Moersch am eigenen Leib erfahren musste. Nachdem er etwa ein Kilo Kaffee in Form von Pads bei ebay ersteigert hatte, die ihm aus den Niederlanden zugeschickt wurden, meldete sich alsbald die Steuerfahndung bei ihm mit einer Anzeige wegen Hinterziehung eben dieser Kaffeesteuer.

Die Kaffeesteuer ärgert jedoch nicht nur den Verbraucher, der diese mit jedem Paket zahlen muss. Auch die Produzenten sind alles andere als begeistert, zumal Luxussteuern auf vergleichbare Güter, wie Tee und Zucker, bereits abgeschafft wurden und in den meisten anderen europäischen Staaten Steuerfreiheit für die Kaffeebohne gilt.

Daher hat Albert Darboven, Chef von J.J. Darboven, der vielen als der nette Kaffee-Onkel mit der Idee-Kaffeetüte aus dem Fernsehen bekannt ist, nun zum Widerstand aufgerufen und die „Initiative gegen Kaffee-Steuer“ ins Leben gerufen, die mit einer Unterschriftensammlung an den Bundestag herantreten will. Auf der dazugehörigen Website www.gegen-kaffeesteuer.de kann man sich an der Aktion beteiligen.

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12 Kommentare
    Dein Kommentar
  • borizb
    Ich darf bestimmt die Wikipedia zitieren, da Herr Darboven von euch als
    "der netten Kaffee-Onkel" angekündigt wird:
    Zitat:
    Im Juni 2010 wurde dem Deutschen Kaffee-Verband Hamburg und Kaffeeröstereien vom Bundeskartellamt vorgeworfen, Preisabsprachen getätigt zu haben, weswegen ein Bußgeld von insgesamt 30 Millionen Euro Bußgeld verhängt wurde. Zu den beteiligten Kaffeeröstereien gehörten die Unternehmen Kraft Foods Außer Haus Service, Bremen, Luigi Lavazza Deutschland, Frankfurt, Tchibo, Hamburg, Segafredo Zanetti Deutschland, München, Seeberger, Ulm, Gebr. Westhoff, Bremen, Melitta System Service, Minden, und J. J. Darboven, Hamburg.

    Ich trinke übrigens morgens ein Glas Wasser. Das fördert den Harndrang.
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  • Derfnam
    Hans Rosenthal würde ein Bußgeld abziehen :D
    Übrigens: Kaffee ist Wasser mit Geschmack, borizb. Die Entsorgungsgeschwindigkeit dürfte identisch sein.
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  • glowman
    Was soll die Steuerbefreiung bringen außer das die Einfuhrmengen nicht mehr beschränkt werden? Zucker und TEE sind durch die Steuersenkung auch nicht günstiger geworden.
    Steuern weg = mehr Geld für den Hersteller & den Händler.
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