Datenleck: Ampelgrünschaltung durch Handy-Spezialcodes

Dass sich Handys als Infrarot-Fernbedienung für Fernseher einsetzen lassen, weiß mittlerweile jeder, denn entsprechende Software kursiert im Internet zur Genüge. Doch mittlerweile gibt es auch andere Anwendungsgebiete: Ausgewählte Beamte im höheren Dienst und prominente Persönlichkeiten erhalten auf Antrag von der Landesregierung spezielle Handy-Geheimcodes für so genannte "Durchfahrtserleichterungen", wie es im Behördendeutsch heißt. Per Infrarotsignal eines javafähigen Handys lassen sich so Ampeln auf Grün schalten. Dabei nutzt man den Infrarotsensor, der mittlerweile auf fast jeder Ampel montiert ist. In neueren Ampeln ist der Infrarotsensor sogar fest im Gehäuse integriert. Freie Fahrt für "freiere" Bürger? Tom’s Hardware wurde von einem frustrierten Beamten ein Dokument zugespielt.

Unsere Quelle nannte uns die Gründe für die gewählte Form der technischen Realisierung: Nutzer sollen mit einfacher Technik die Grünphasen steuern können. Vermeiden wollte man die Anschaffung und Aushändigung kostspieliger Hardware, um die öffentlichen Haushalte nicht weiter zu belasten. Handys mit Infrarot-Sender erreichen eine Marktdurchdringung von über 90 Prozent und bieten sich deshalb als Idealkandidaten an. Viele Ampelanlagen besitzen Infrarotsensoren wie der im Beispiel gezeigte IRD 901 von Weiss Electronic. Je nach Modell beträgt die Reichweite dieser Sensoren zwischen 35 und 60 Meter. Verworfen wurde die Ampelsteuerung über UMTS/GPRS, weil noch nicht ausreichend viele Anwender Handys mit diesem Feature besitzen.

Inhaber dieser "Durchfahrtserleichterungen" erhalten für ihr Handy eine kleine Java-Applikation, die sich um das Versenden der Infrarot-Codesequenz kümmert. Der Kunde braucht nur noch den richtigen Code einzugeben. Tom’s Hardware hat das ganze einmal ausprobiert und im nachfolgenden Video dokumentiert. Die Ergebnisse überzeugen und wecken Begehrlichkeiten. Doch ist das Verfahren wirklich gerecht?

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41 Kommentare
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  • Ist ja schon lange bekannt. In Berlin machen die schon so was ähnliches seit Honeckers Zeiten (damals noch per Stasi-Funk). Heut ist es nur moderner - mit Handy halt. Hätte nicht gedacht, dass auch die Bayern jetzt so was haben.
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  • Die Stasi ist immernoch unter UNS!!! also psst...
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  • Wenn der Zer-Stoiber jetzt den Transrapid nicht auf legalem Wege bekommt, macht er jetzt wohl mit solchen halbseidenen Methoden rum? Kopfschüttel!
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