Schottische Forscher arbeiten an einer Übersetzungs-App für Gebärdensprache

Um Gehörlosen und schwerhörigen Menschen zukünftig den Kontakt mit ihrer Umwelt zu erleichtern, haben sich laut einem Bericht in der Online-Ausgabe des Technology Review schottische Forscher mit der Entwicklung einer App befasst, die als technische Übersetzungshilfe dienen soll. Die Zielgruppe ist dabei nicht gerade klein, allein in Großbritannien soll es laut dem Bericht allein 70.000 Personen geben, die die Gebärdensprache aktiv benutzen. Darüber hinaus sind allerdings auch weitere Anwendungsmöglichkeiten denkbar, so zum Beispiel für Menschen, die beispielsweise nach einem Unfall Sprachschwierigkeiten haben. Auch die Nutzung für die Steuerung im Bereich der Unterhaltungselektronik sowie von sogenannten „Smart-Home“-Geräten komme in Frage. Eigentliches Ziel der neuen App sei es aber, eine schnellere Kommunikation zwischen Menschen, die die Gebärdensprache nicht beherrschen und Hörbehinderten zu ermöglichen. Laut dem weiteren Bericht soll der sogenannte Personal Sign Language Translator (PSLT) künftig sowohl auf Netbooks und Laptops, als auch auf Tablets und Smartphones laufen. 

Voraussetzung ist jeweils, dass die Geräte mit einer normalauflösenden Kamera ausgestattet sind. „Die Gebärden werden sofort in Texte umgesetzt, die dann von der Person gelesen werden können, mit der man gerade kommuniziert“, erklärte Ernesto Compatangelo, einer der beteiligten Wissenschaftler. Zunächst soll die App für die Gebärdenvarianten British Sign Language (BSL) und Makaton optimiert sein. Eine individuelle Anpassung auf die jeweiligen Bedürfnisse der Anwender soll man ebenfalls mit der Festlegung des eigenen Vokabulars vornehmen können Als Beispiele dafür nannte der Wissenschaftler bestimmte Fachbegriffe sowie Wörter, die sich in der BSL nur schwer ausdrücken lassen. Es soll sogar jede Art von Jargon, egal ob im Bildungs-, Arbeits-, oder Heimbereich, möglich sein.

Momentan werde sich intensiv mit der Optimierung der Erkennungstechnik auseinandergesetzt, heißt es. Die Vermarktung des Verfahrens wird von einem Spin-off der University of Aberdeen namens Technabling betrieben. Ein Verkaufsstart ist für 2013 anvisiert.

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4 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Da muss noch viel mehr getan werden. Auch Text to speech Programme für Blinde. Die sind eine Katastrophe. Ich war mal bei einem Bekannten, der nutzt so eins.
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  • Zum Beispiel auf einer Webseite wie dieser ist es fast unmöglich zu navigieren. Es wird jeder Link und jede Beschreibung vorgelesen. Ist Praktisch überall so. Ich will hier jetzt keine Vorwürfe machen, aber es sieht zumindest so aus. Das ist schwer es allen recht zu machen
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  • @revo
    ...wenn man bedenkt das so manche, mies gestaltete Webseite für Sehende schon schwer zu überblicken ist. ^^
    @topic
    Ist bei der Gebärdensprache nicht auch die Mimik wichtig? Wenn nur die Hände als Medium dienen, wird sich das für Taube doch bestimmt wie ne automatisierte Hotline anhören!?
    Es ist aber schon gut,was heute alles unternommen wird. Bin selbst seit nem Verkehrsunfall gehbehindert, und erst in so einer Situation fällt einem auf, wie detailliert an Menschen mit Behinderungen gedacht wird.
    Leider nicht immer, und überall. Geht schliesslich auch nicht. Aber es wird besser ;)
    Die beste Hilfe sind immernoch Freunde und Familie, auch wenn solche Dinge einem ein Stück Unabhängikeit zurückgeben!
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