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Apple weist Samsungs Vergleichsangebot zurück

Von , Jane McEntegart - Quelle: InformationWeek | B 1 kommentare

Apple hat ein Vergleichsangebot von Samsung zurückgewiesen, dass den Patentrechtsstreit zwischen beiden Unternehmen beendet hätte – zumindest in Australien.

Letzte Woche gab Samsung vor dem mit dem Apple-Samsung-Rechtsstreit befasste australische Gericht bekannt, dass man Apple ein Vergleichsangebot für die Beilegung des Tablet-Rechtsstreits unterbreitet habe, Apple den Vorschlag aber noch erwäge.

Details wurden zwar anfänglich nicht genannt, aber Apple-Anwalt Steven Burley ließ vermelden, dass er noch Zeit brauche, um das Angebot zu prüfen. Er können aber nicht sagen, wann er zu einer Antwort bereit sein würde. Gestern hat der Apple-Anwalt nun das Vergleichsangebot abgelehnt – das Angebot sei keine Basis für einen Vergleich.

Apple ziehe es vor, das Gericht über die beklagten Patentrechtsverletzungen entscheiden zu lassen. "Der Hauptgrund für unsere Anwesenheit ist die Verhinderung des Launchs [[des Galaxy Tab 10.1]] und die Aufrechterhaltung des Status Quo", so Burley gegenüber dem Gericht.

Laut einem Bericht von Reuters hätte der Vergleich es Samsung erlaubt, eine modifizierte Version des Galaxy Tab 10.1 in Australien auf den Markt zu bringen. Im Rahmen der Modifizierung würde Samsung Features entfernen, die zwei Apple-Patente verletzen sollen. Damit wäre es nur noch um eine einzige angebliche Patentrechtsverletzung gegangen, die die verwendete Touchscreen-Display-Technologie betrifft.

Samsung offerierte Apple das Vergleichsangebot als letzten Versuch, das Ganze so gütlich und schnell wie möglich beizulegen, so dass das Unternehmen das Galaxy Tab 10.1 noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft auf den australischen Markt bringen könnte. Samsung hat das Gericht nun dringend zu einer Entscheidungsfindung bis spätestens Mitte Oktober aufgefordert, da man das Weihnachtsgeschäft sonst auf jeden Fall verpassen werde. Hätte man bis zu diesem Zeitpunkt keine Entscheidung, könne man den Rechtsstreit auch gleich ins neue Jahr verlegen – und damit wäre das Galaxy Tab 10.1 in wirtschaftlicher Hinsicht zumindest in Australien ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Samsung hatte die Einführung des Galaxy Tab 10.1 in Australien bereits einmal verzögert, um das legale Minenfeld noch vor dem Launch zu entschärfen. Dies ist zudem nicht das erste Mal, dass Samsung Apple eine Modifikation des in Australien zu verkaufenden Tablets angeboten hat: Samsung plante eigentlich, im August eine modifizierte Version zu launchen, aber Apple bestand darauf, dass diese neue Version immer noch Patente verletze.

Das Ganze muss ja zumindest kurzfristig geschäftlich Sinn für Apple machen – aber der Außenwirkung des Unternehmens dürfte dieses Gezerre nicht gerade zuträglich sein. Irgendwie macht Samsung den vernünftigeren Eindruck. Wenn man dann noch die "Stichhaltigkeit" und "Belastbarkeit" der deutschen Geschmacksmuster-Gerichtssache im Hinterkopf behält, die im Verkaufsverbot für Deutschland resultierte, hinterlässt diese Verbieterei mit aller Macht einen mehr als schalen Geschmack. Wie wäre es zur Abwechslung denn damit, einfach mal den Markt entscheiden zu lassen?

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  • Dreed , 6. Oktober 2011 19:54
    Soll Samsung doch vor die Hunde gehen... Die haben gute Display und....ach ja, das wars ja auch schon... Gibt genug Konkurrenten die eigene Wege gehen und nicht sowas wie ein Galaxy 2 auf den Markt schmeissen, wo selbst Kenner der Materie, 2x hingucken müssen um den Unterschied zu erkennen.

    Der Markt entwickelt sich eben nur weiter, wenn innovative Firmen daran teilnehmen und nicht so Trittbrettfahrer ankommen um am Erfolg von anderen teilzuhaben....

    Google hat auch nicht die Suchmaschine erfunden, Facebook war nicht das erste Social Network, Amazon war auch nicht der erste Internet Händler....Ebay, Youtube... allesamt Emporkömmlinge der letzten 10 Jahre, die eine Idee aufgegriffen haben aber ihr einen entscheidenden Mehrwert verpasst haben...