Keine Garantieleistung für Raucher-Macs

Während im Bundesland Bayern derzeit das Volksbegehren »Nichtraucherschutz« anläuft, ist man in den USA schon deutlich weiter: Dort ist das Rauchen schon seit Jahren in öffentlichen Gebäuden und Gaststätten verboten. »Macht nichts«, denkt sich der US-amerikanische Raucher, der sich dann eben im trauten Heim dem Nikotingenuss hingibt. Dumm nur, wenn er Besitzer eines Apple-Geräts ist und wohl auch vor dem Rechner raucht, denn Apple verweigert die Garantie-Reparatur, weil die Geräte »kontaminiert« sind.

Beim US-Verbrauchermagazin »The Consumerist« meldeten sich unabhängig voneinander zwei Mac-User, die einen iMac und ein MacBook reparieren lassen wollten. Defekt waren ein Lüfter und ein DVD-Laufwerk. Beide Kunden verließen sich auf die eigens zugekaufte, erweiterte »Apple Care«-Garantie, doch der Hersteller verweigerte die Dienstleistung. Der Grund: »Gesundheitsrisiken durch Passiv-Rauch«, denen der Service-Techniker ausgesetzt würde, wenn er die »kontaminierten« Rechner öffnet und repariert.

Auch ein Mail an das Büro von Steve Jobs half in dem Fall des rund 3000 US-Dollar teuren iMacs nichts. Eine Apple-Sprecherin verwies auf die US-amerikanische Gesundheitsbehörde OSHA (Operational Safety and Health Administraion), die Nikotin als biologisch gefährlichen Stoff einstuft: »Apple kann von einem Arbeitnehmer nicht verlangen etwas zu reparieren, das gefährlich für seine Gesundheit ist«, so die Apple-Sprecherin.

Nachvollziehbar ist sicher, dass es für einen Service-Techniker nicht besonders angenehm ist, ein »kontaminiertes« Gerät zu öffnen – wobei sich die Frage stellt, wie stark oder wie lange man einen Rechner mit Zigarettenqualm einräuchern muss, damit er eine Gesundheitsgefährdung darstellt. Hier zu Lande sieht man die Sache mit der Gesundheitsgefährdung durch diese Art der Nikotinablagerungen anders: »Feinstaub ist in allen Computern vorhanden und muss sowieso vor der Reparatur abgesaugt werden«, erklärt Jörg Feldmann, der Pressesprecher der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gegenüber den Kollegen von Netzwelt. Laut Feldman gehen von Computern aus Raucherhaushalten nur unwesentlich höhere Gefahren aus als von Geräten aus Nichtraucherhaushalten.

Offiziell hat sich Apple zu der Sache noch nicht geäußert. Gut möglich, dass der Konzern seine Bedingungen für die »Apple Care«-Garantie überarbeitet.

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49 Kommentare
    Dein Kommentar
  • DHAmoKK
    Moin

    Ich möchte gar nicht wissen, was die geraucht haben, um auf solche Ideen zu kommen *loL*

    Mal im Ernst: Ich hatte auch schon richtig fies zugestaubte Rechner gehabt, an denen von den Lüfterblättern der Asphalt tropft, war aber auch schon einmal selber Raucher (Ex-Raucher sind ja bekanntlich die schlimmsten Nichtraucher :D ). Doch in solchen Fällen versuche ich während der Reparatur einfach nicht zuviel von dem Zeug aufzuwirbeln und wasche mir danach die Hände und gut. Wobei es ja gar nicht so locker aufgewirbelt werden kann, es klebt ja ^^

    In der heutigen Zeit, wo Feinstaub, Ozon und Pestizide im Gemüse unsere Körper verunreinigen, macht das bisschen Raucherstaub im PC den Braten auch nicht mehr fett.

    Schön ist es nicht, so eine vollgequalmte Möhre auf dem Tisch stehen zu haben, das kann ich durchaus nachvollziehen, aber was Apple macht ist völlig übertrieben.
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  • miserable one
    oha oO

    ich wusst ja, das die ammis nich mehr alle zacken in der krone haben...aber DAS is schon nich mehr lustig :X

    demnächst kommen dann biologische waffen mit nikotin onboard oder wie ...
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  • Casi
    Es gibt viele Mittel und Wege sich vor der Garantieleistung zu drücken und so den Gewinn zu optimieren :) Ein netter Einfall eigentlich, vor allem wenn man bedenkt, dass man den Leuten erst ein teures Care-Paket andreht und dann mit Verweis auf die Gesundheit der Mitarbeiter die Reparatur verweigert.
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