Apple iOS 7: Die 13 wichtigsten Neuerungen im Überblick

Mit iOS 7 hat Apple auf seiner Entwickler-Konferenz WWDC eine der bisher umfassendsten Überarbeitungen seines mobilen Betriebssystems vorgelegt, die eine Vielzahl von Verbesserungen, nicht nur im Detail, mitbringt. Wir zeigen kurz die wesentlichen Neuerungen:

1: Oberfläche in neuer Optik

Schon beim Einschalten eines iPhones mit iOS 7 werden die Änderungen im Vergleich zum Vorgänger-System deutlich. Apple hat die gesamte Benutzeroberfläche grafisch überarbeitet. Dies beginnt beim Farbschema, das mit mit mehr Weiß-Anteilen daherkommt; aber auch die Icons und die Schriften sind über das gesamte System hinweg aufgefrischt worden, das nun deutlich heller und freundlicher wirkt als bisher. Der Platz auf dem Bildschirm wird nun deutlich besser ausgenutzt, die einzelnen Icons reichen bis fast an den Bildschirmrand. Auch bei den Symbolen wurde eine Überarbeitung nicht gescheut. So sind bei iOS 7 Schatten völlig verschwunden. Außerdem passen sie ihre Lage mit jeder Bewegung des Gerätes an. Bei den Menus setzt der Hersteller nun verstärkt auf Transparenz-Effekte. Gerade hinsichtlich der Menu-Gestaltung könnten böse Zungen behaupten, dass sich die Entwickler an dieser Stelle bei Microsofts Windows Phone bedient haben.   

Selbst der Sperrbildschirm präsentiert sich nun in einem völlig anderen Gewand und bringt sogar einen neuen Entsperrmechanismus mit.



2: Einstellungen

Wie sich schon in dem Bild (oben rechts) erkennen lässt, setzt sich neue das Einstellungsmenu schon optisch von der früheren Variante vollständig ab. Die Oberfläche kann durch ein einfaches Ziehen nach oben aufgerufen werden und präsentiert dann die wesentlichen Funktionen, wie die Lautstärke- und Helligkeitseinstellung, WLAN, Bluetooth, den Flugzeugmodus usw. auf einen Blick. Außerdem wird ein Schnellzugriff auf wichtige Funktionen wie die Kamera, den Taschenrechner oder die Uhr gewährleistet. 

3: Multitasking

Einer der großen Kritikpunkte an den iOS-Versionen der Vergangenheit war die mangelnde Unterstützung von Multitasking, das nun bei allen Apps möglich ist, und das ohne dabei die Akkulaufzeit zu verkürzen. Darüber hinaus hat Apple versucht Multitasking weiterzudenken. Denn bei iOS 7 kann das System entscheiden, welche App bevorzugt ausgeführt wird, was an Hand des Nutzerverhaltens sowie spezifischen Tageszeiten festgemacht wird, etwa wenn allmorgendlich um 7 die Emails gecheckt werden. Dabei soll das System "lernen" und ich mehr und mehr an die Nutzergewohnheiten anpassen. Das Smartphone versucht also "zu erahnen" welche Anwendung der Nutzer als nächstes aufruft und dementsprechend die dann benötigten Daten vorab aufzurufen. Durch eine Wischbegung von rechts nach links kann man sich die parallel laufenden Anwendungen anzeigen lassen - und hoffentlich auch schließen.

4: Safari

Safari hat eine ganze Reihe von überfälligen Optimierungen erfahren. Er kann nun z.B. mit besser Tabs umgehen - durch einfaches Drücken kann man sich die offenen Seiten anzeigen lassen und die gewünschte Seite auswählen (Bild ober, Bildschirm rechts). Zudem entfällt die Beschränkung auf acht Tabs, wobei die einzelnen Tabs - ähnlich wie bei Googles Chrome-Browser - auf unterschiedlichen Geräten synchronisiert werden können.

Es gibt ein neues Suchfeld, eine Kontrollfunktion für Eltern und darüber hinaus ist das mit Apple Keychain installiert. Mit Apple Keychain werden sämtliche Passwörter die im Browser eines Mac-Rechners abgelegt sind mit einer 256-Bit-AES-Verschlüsselung in der Cloud gespeichert und den anderen Apple-Geräten des Nutzers zur Verfügung gestellt, sodass der Zugang zu den persönlichen Informationen unterwegs erleichtert werden soll. Insgesamt soll die Navigation nun flüssiger sein, Bilder werden schneller berechnet und Inhalte nun verstärkt auf dem gsamten Bildschim angezeigt.

Außerdem besitzt Safari nun eine Do-Not-Track-Option.

5: Apple Maps

Hinsichtlich der Apple-Maps war mit einer grundlegenden Überarbeitung gerechnet worden, schließlich liefert die Vorgänger-Version eklatante Fehler. Mit einem dreidimensionalen Satellitenbild des Eifelturm wollte Apple zeigen, dass das eigene Maps nun mithalten kann. Zudem können in den Karten angelegte Lesezeichen über die Gerätegrenzen hinweg synchronisiert werden. Allerdings kann die Funktion mit Blick auf Googles neusten Satelliten-Bilder und dessen automatisches Rendern von Gebäuden hier noch nicht ganz das Wasser reichen.

6: Air drop

Mit Air Drop wurde ein neues Feature für das Betriebssystem bereitgestellt, das ursprünglich von MacOS X stammt: Per WLAN können iOS-Geräte peer-to-peer sämtliche Apps und Daten tauschen. Der Nutzer kann dazu festlegen mit wem etwas getauscht werden soll und die entsprechenden Geräte auf dem eigenen freigeben. Abzuwarten bleibt an dieser Stelle jedoch wie die Authentifizierung gestaltet ist, damit der DIenst nicht zu einem Risiko für die Datensicherheit wird.

7: Foto App

Die Auffrischung der Foto-App bringt vor allem eine bessere Sortierung. Die aufgenommenen Schnappschüsse werden nun automatisch nach Datum und Ort geordnet. Außerdem können die Foto- und Videoaufnahmen nun in iCloud in einem Album geordnet werden, das mit anderen Nutzern geteilt werden kann. Diese haben die Mögichkeit die Bilder und Videos zu kommentieren.

8: Siri

Deutlich verbessert zeigt sich auch Siri. Dies beginnt schon bei der antwortenden Stimme, die weit weniger nach einem Roboter klingt und überdies auf eine Vielzahl von Fragen bessere Antworten parat hat. Die Sprachsteuerung hat nun auch Zugriff auf Systemfunktionen, sodass z.B. Bluetooth mündlich ein- und ausgeschaltet oder die Helligkeit mit Worten angepasst werden kann. Darüber hinaus versucht Siri Antworten in Twitter und Wikipedia zu finden und besitzt zudem eine integrierte Bing-Websuchfunktion. Die neue Siri-Version steht bereits in Englisch, Französisch und Deutsch zur Verfügung.

9: iOS im Auto

Siri wird künftig auch im Auto präsenter. Eine Reihe von Herstellern - darunter Honda, BMW, Nissan, Ferrari, Chevorlet, Infiniti, Kia, Hyundai, Volvo, Acura, Opel und Jaguar - ermöglichen eine Verknüpfung des iOS-Geräts mit dem Auto, sodass iMessage, Sprachnavigation oder die Internetsuche während der Fahrt genutzt werden können. Hierzulande hätten sich Vielfahrer sicherlich auch die Unterstützung des Bluetooth-Datenübertragungsprotokolls rSAP gewünscht, mit dem die Zugangsdaten und -berechtigungen an die Sende- und Empfangseinheit des Autos übergeben werden. Das Smartphone verbleibt dann im Standby-Modus, während die grundlegenden Funktionen vom Boardcomputers des Fahrzeugs übernommen werden. Das Protokoll wird von Mercedes und der Volkswagen-Gruppe unterstützt.

10: App Store

Der App Store spart sich nun Andeutungen zu anstehenden Aktualisierungen im Icon und installiert die Updates unauffällig im Hintergrund; wobei eine individuelle Anpassung sicherlich wünschenswert wäre. Darüber hinaus können Apps nun nach Altersgruppen sortiert werden, was gerade Eltern mit kleinen Kindern freuen dürfte. Außerdem können Apps auch standortbezogen gefiltert werden.

11: Music

Die Music App kann nun sowohl auf die gekaufte und in iCloud gespeicherte Musik und Videos zugreifen. Unklar ist derzeit noch ob die INhalte heruntergeladen oder gestreamt werden.

12: iTunes Radio

iTunes Radio ist ein völlig neues Feature, das die Entdeckung der Welt der Musik mit dem iPhone erleichtern soll. Die App entwickelt "Radiokanäle" - Quasi-Programme auf der Basis von zusammenpassenden Künstlern und Songs und präsentiert dem Nutzer so verschiedene Angebote. Die Musik wird über das Internet gestreamt; der Nutzer kann einzelne Songs kaufen. Die App erinnert stark an Spotify.

13: Activation Lock

Activation Lock ist eine Sicherheitsanwendung, mit dem der Nutzer sein iPhone oder iPad unumkehrbar sperren kann. Diese Sperre kann nur mit der orginalen Apple ID gelöst werden. Selbst das Zurücksetzen oder Neuinstallieren des Betriebssystems soll die Sperre nicht lösen, verspricht Apple. Abzuwarten bleibt, wie das sich das Feature bei einem Jailbreak verhält.

13: Weitere Neuerungen

Sämtliche Neuheiten, etwa den Neigungssensor, die Möglichkeit PDFs zu kommentieren, verbesserte Sprachunterstützung bei Chinesisch, eine neue Email-Suche usw. aufzuführen, die Apple bei iOS 7 eingeführt hat, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Hier gilt bis es zum Herbst abzuwarten. Dann soll das neue Betriebssystem zur Verfügung gestellt werden. Entwickler können jedoch schon vorab auf eine Beta-Version zugreifen.



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1 Kommentar
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    Dein Kommentar
  • Zyniker-mit-rosa-Brille
    Apple-Schnittstellen im Auto? Schön, die sind dann in spätestens 5 Jahren veraltet und unbrauchbar. Tote Technologie im Auto. Das Auto von morgen nennt sich das.
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