Syriens Diktator Assad verbietet iPhone

Seit Januar dieses Jahres sollen Schätzungen der UNO zufolge mehr als 4000 Menschen bei Protesten gegen das syrische Regime ihr Leben verloren haben. Assad-Anhänger versuchen mit Macht den Informationsaustausch zu behindern, um die Fakten, die durch Bilder und Videos untermauert sind, zu vertuschen. Da auch ausländische Medien nur unter schwierigsten Bedingungen über die Ereignisse im Land berichten können, sind oftmals die einzigen Informationen, die an die Öffentlichkeit dringen, mittels Smartphones übermittelte Videos und Bilder von Aktivisten über in Syrien stattfindende Demonstrationen gegen das Regime.

Auch die Abschaltung des 3G-Mobilfunknetzwerks im Juli und die Blockade regimekritischer Websites garantieren bisher nicht eine völlige Abschottung des Landes. Aus Angst, dass weitere Bilder über Demonstranten und den staatlichen Terror durch das Internet verbreitet werden können, fasste das Regime einen absurden Beschluss. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf die Onlinenachrichtenseite Day-Press-News berichtet, ist in Syrien nun landesweit ein Verbot des iPhone angeordnet worden. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sollen syrische Oppositionelle in Beirut dies bestätigt haben.

In dem Erlass soll sogar der Besitz des Geräts strafbar sein. User müssten nicht nur fürchten, dass das Gerät konfisziert werde, sondern auch eine Bestrafung. Damit aber nicht genug. Aktivisten der Protestbewegung erklärten gegenüber Day-Press-News , dass auch Touristen das Smartphone besser in ihrem Heimatland zurücklassen sollten. Denn jeder Tourist, der mit einem iPhone erwischt wird, gelte als Spion.

Warum gerade das iPhone in erster Linie betroffen ist, erklärt sich aus der Tatsache, dass sowohl für das Smartphone, als auch für das iPad Apps der Opposition existieren, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen und daher weit verbreitet sein sollen. Unter dem Titel Souria Wa Bas, was übersetzt „Syrien ist alles“ bedeutet, stellt die Opposition mit ihren Apps neben Videos auch Nachrichten und vor allem Termine für Protestveranstaltungen, sowie Karten zu den Zentren der Volkskämpfe bereit. Ob Smartphones anderer Hersteller von dem Verbot ebenfalls betroffen sind, ist bislang noch unklar.

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5 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • FormatC
    Stasi 3.0
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  • stoecklgrisi@guest
    wer will denn freiwillig in dieses land??
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  • XxRodneyxX
    Wenn das ganze nicht so einen bitteren beigeschmack hätte, würde ich ja sagen apple hat es verdient, aber DAS!
    Es wirklich krass was da so abgeht!!
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