Anbieter denken um: Websuche wird anonym
Die kalifornische Suchmaschine Ask.com hat eine Anonymisierung angekündigt und auch Microsoft plant, den Nutzern von Live Search mehr Privatshpäre zu gönnen.
Wer denkt, seine Surfspuren sind durch das Löschen von Cookies, Verlaufslisten und Cache auf der eigenen Festplatte getilgt, der irrt: Suchmaschinenbetreiber speichern seit jeher IP-Adressen und Verläufe, durch die zurückverfolgt werden kann, wer welche Suchbegriffe eingegeben hat.
Ask.com ist die erste Suchmaschine, die eine anonymisierte Suchfunktion ankündigt. Hierzu soll ab Jahresende das Tool AskEraser eingesetzt werden, das die Suchmaschine anweist, gar keine Informationen mehr zu speichern. Wer dies nicht möchte, dessen Daten werden trotzdem nach 18 Monaten gelöscht.
Die Großen der Branche sehen in der derzeit schwelenden Datenschutzdiskussion eine Chance, sich gegen den übermächtigen Suchmaschinen-Konkurrenten Google zu profilieren: Selbst Microsoft hat nun angekündigt, ein "enhanced set of privacy principles for Live Search and online advertising data collection" einzuführen, kurz: Die eigenen Datenschutzrichtlinien zu überdenken. Da hat man sich gleich den Zeitraum von eineinhalb Jahren für die Datenspeicherung als Vorbild genommen: Live Search löscht demnach ebenfalls nach 18 Monaten die Informationen.
18 Monate scheinen überhaupt als Branchenstandard für die Suchdatenspeicherung zu etablieren. Denn auch Google hat reagiert und schießt sich auf 18 Monate ein. Zudem will der Suchmaschinen-Gigant auch seine Cookies nach zwei Jahren von Nutzer-Rechnern löschen – für Datenschutzorganisationen nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn bei jedem Google-Besuch beginnt die Cookie-Laufzeit erneut von vorn zu ticken. Yahoo hingegen schert aus und möchte die Daten seiner Suchmaschine lediglich 13 Monate lang bereithalten und danach anonymisieren.
So weit wie Ask.com geht derzeit jedoch kein Suchmaschinen-Anbieter. Schade nur, dass Ask.com nur in USA und Großbritannien so richtig verbreitet ist, bei deutschen beziehungsweise nicht englischen Seiten demnach auch deutlich weniger Suchtreffer liefert als etwa Google.
Wer also seine Sex-Drugs-&-Rock’n’Roll-Sucheingaben stets auch bei anderen Suchmaschinen anonymisiert wissen will, sollte zu Anonymisierungs-Tools von Drittanbietern greifen, etwa JAP Anon Proxy . Der Nachteil: Die Verschleierung der Web-Fähre über mehrere Proxy-Server geht meist mit Geschwindigkeits-Einbußen einher.
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