Der Mensch ist so berechenbar - dank Handy

11:00 - Donnerstag, 25. Februar 2010 von Benjamin Kraft - quelle: Ars Technica / Science

Menschen halten sich gern für dynamische und unberechenbare Wesen. Dass das zumindest was den Aufenthaltsort betrifft nicht stimmt, zeigt eine neue Studie: Mit 93-prozentiger Wahrscheinlichkeit lässt sich dank Handy vorhersagen, wo ein Mensch sein wird.

Trackman...Das geht zumindest aus einer Studie hervor, die Wissenschaftler vergangene Woche in der wissenschaftlichen Fachzeitrschrift Science veröffentlichten. Unter Zuhilfenahme von Daten, die von Mobilfunkbetreibern in den Vereinigten Staaten zur Verfügung gestellt wurden, ließen sich Bewegungsprofile erarbeiten, die mit 93-prozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen konnten, wo eine bestimmte Person (bzw. eigentlich ihr Mobiltelefon) zu einer bestimmten Zeit sein würde. Handy-Ortung an sich ist nichts Neues und geistert in mehr oder weniger glaubwürdiger Form ja auch schon länger durch die Medien (und schlechte Cop-Shows). Die Vorhersage und deren Genauigkeit überraschen dennoch.

Was auf den ersten Blick aufgrund der vielen Möglichkeiten verblüffend wirkt, lässt sich relativ einfach erklären, wenn man einige simple Faktoren berücksichtigt. Einerseits haben die meisten Menschen durch Arbeit, Studium, Schule, etc. einen vergleichsweise rigiden Tagesablauf, andererseits bewegte sich ein Großteil der Personen, deren Daten genutzt wurden, in einem relativ kleinen Radius von maximal sechs Meilen. Doch auch bei Vielfliegern und Jet-Settern gelang die Vorhersage weit besser, als man vermuten würde. Als "Messpunkte" dienten dabei die Verbindungsinformationen der Mobiltelefone mit einem der Funkmasten: Wann und wo wurde ein Anruf getätigt, wie oft von derselben Stelle aus zur gleichen Zeit an verschiedenen Tagen, etc.

In Zeiten, in denen man (nicht immer ganz unbegründet) die ständige Überwachung durch die Technik fürchtet, mag der erste Gedanke Richtung Bespitzelung gehen. Es gibt aber auch durchaus weniger dunkle Anwendungsgebiete für solche Daten und Auswertungen. So könnten solche Studien in Zukunft bei der Stadtplanung helfen (z.B. Straßenbau und ÖPNV), für die Planung beim Ausbau von Mobilfunknetzen und sogar bei der Entwicklung von Verbreitungsmodellen bei Epidemien.

Notgedrungen ist die obige Darstellung eine starke Vereinfachung der Methodik. Ein wenig detaillierter geht Ars Technica (Englisch) auf die Untersuchung ein. Wer sich den vollen (wissenschftlichen) Text zu Gemüte führen will, kann ihn kostenpflichtig in englischer Sprache hier nachlesen.

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TNC-Flipstar 25/02/2010 11:26
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Ist nur die Frage in wie weit die Daten auch im Positivenbreich eingesetzt werden, so wie Stadtplanung.

Ich könnte mir gut vorstellen das damit im Endeffekt mehr unfung getrieben wird und man somit noch mehr durchleuchtet wird, damit kann das Kaufverhalten der Menschen ja noch besser analysiert werden und dann können die Maketingleute einen noch mehr an der Nase herrumführen.

fffcmad 25/02/2010 11:37
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Zum Glueck habe ich mein Handy vor ueber einem Jahr endgueltig abgeschafft. Geht ganz gut ohne...

TNC-Flipstar 25/02/2010 11:37
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-1+

Nicht schlecht ;) ich glaub das könnte ich nicht ^^

fffcmad 25/02/2010 12:37
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Manchmal denkt man schon, das man es jetzt haette brauchen koennen. Aber so denkt ein ehemaliger Suchti auch immer. Ich habe nie viel von den Teilen gehalten. Und da die Provider eher abzocken als das sie vernuenftige Tarife etc. aushandeln, habe ich echt kein Problem damit, auf diesen Muell zu verzichten.

mesa69yin 25/02/2010 12:46
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gibts solche verfahren nicht schon immer??? und ist das nicht einfach nur der groß angelegte beweis dass sie funktionieren???

TNC-Flipstar 25/02/2010 12:47
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Zitat :Manchmal denkt man schon, das man es jetzt haette brauchen koennen. Aber so denkt ein ehemaliger Suchti auch immer.

genau das ist ein Typisches Suchverhalten ;)

Ich muss sagen das ich mit dem Tarif zufrieden bin und kaum noch mein Festnetz nutze, nur bei der Telekom bekommt man keine Internet-Flat mit T-Home ohne Festnetzflat, bzw. ganz ohne Telefon.

Desolator 25/02/2010 12:49
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Für mich heißt das nur eins: wenn ich mal wieder auf der Flucht bin, lass ich mein Handy lieber zuhause :D

TNC-Flipstar 25/02/2010 13:16
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hehe :D kommt das öfter vor? ^^

Desolator 25/02/2010 13:37
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Spätestens wenn ich mir 'ne Fermi klaue... ;)

Jean Luc Bizarre 25/02/2010 15:06
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Find ich toll, als Geograph könnte man damit echt ne Menge machen. Man müsste nicht permanent Verkehrszählungen im Winter machen und sich dabei den Arsch abfrieren, sondern bekommt die Daten schön bequem gleich in den Computer... herrlich
Wenn die Sache mit dem Datenschutz nicht wär....

xxl-et 25/02/2010 18:44
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Mit Handy ist man deutlich spontaner, verpasst selten eine gute Party und hat immer ein offenes Ohr für seine besten Freunde. Wie oft ich andere verpasst hätte, wenns kein cell gäbe. Wenn Kontakt mit anderen Menschen Sucht ist, bin ich ein Suchti. Und das schönste: Man kann es einfach ausschalten, wenns stört. Man kann auch abends um 7 ins Bett gehen, weil die Sonne untergeht und man ja nicht Lampensüchtig sein möchte.
Und sollte es ein Killer auf mich abgesehen haben, so wird er mich um 5 Uhr morgensmit 99% Sicherheit in meinem Bett finden, bevor er Wochenlang Handykoordinaten mit einer 93%igen Sicherheit studiert. Viel Lärm um nichts!
@Desolator:
Na dann hoff ich mal, dass die Fermi schneller wird, als Du auf der Flucht. ;-)

lukas003hund 01/03/2010 15:47
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ich find das immer lustig wenn die leute sagen dass sie mittels dem handy verfolgt werden können^^
- wo doch die mehrzahl bei myspace und co. ihre eigene und (richtige) wohnandresse öffentlich machen und auch ihren tagesablauf in blogs schreiben...

TNC-Flipstar 02/03/2010 15:41
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@lukas003hund

und wie ist es den mit denen die das nicht machen ?

Also ich hab keine lust das mir jemand beim telefonieren zuhöhrt, das ist privatsache!
Ich geh ja sogar ausm Raum wenn ich telefoniere und Besuch habe, es gibt auch dinge die nicht jeder hören darf/sollte!
z.b. im Zug telefonieren, es gibt nichts was ich mehr hasse!
Das meine SMS irgendwo abgespeichert liegen passt mir auch so garnicht in Kram, aber was soll man dagegen machen...

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