Backup auf Festplatten-Cartridges: Imation Odyssey

Sie betreten morgens das Büro und schalten wie gewohnt den PC an. Während die Hand zur Kaffeetasse greift, stellen Sie entsetzt fest, dass sich die am Abend bearbeiteten Dateien nicht mehr öffnen lassen. Verzweifelt begeben Sie sich auf die Suche nach dem Fehler und stellen letztendlich verzweifelt fest, dass auch weitere wichtige Daten nicht mehr vorhanden sind. Backup Imation Odyssey Die Ursachen für solch einen Datenverlust können verschiedener Art sein: Vom trivialen Hardwarefehler über Schadsoftware wie Trojaner oder Viren bis hin zu größeren Ereignissen wie Wasserschaden, Feuer oder Erdbeben - Daten sind generell latent in Gefahr. Doch einem Datenverlust lässt sich entgegenwirken. Wichtig dabei ist die richtige Strategie, die sich immer um das Thema Backup drehen muss.

Mit der Verdrängung von Ultra-ATA (PATA) durch Serial-ATA (SATA) sowie der Implementierung neuer Funktionen in Motherboard-Chipsätzen in Verbindung mit sinkenden Preisen für Festplatten setzt sich sowohl im SOHO-Segment (Small Office / Home Office) als auch bei Privatanwendern die Verwendung eines Hardware-RAID-Systems immer mehr durch. Vereinfacht ausgedrückt werden bei der Verwendung eines RAID-1-Systems, welches aus mindestens zwei Festplatten bestehen muss, Daten im laufenden Betrieb stets auf beiden Festplatten geschrieben. Deshalb spricht man im Fall von RAID 1 auch von Mirroring, denn sämtliche Daten werden zu jeder Zeit gespiegelt, so dass eine einzelne Festplatte ohne Folgen ausfallen kann.

Durch einen RAID-Verbund erreicht man zumindest eine Datenredundanz. Doch der Einsatz ist kein Garant gegen Datenverlust, da es zum Beispiel durch einen Stromausfall während eines Schreibvorgangs zu einem inkonsistenten Datenzustand kommen kann, da nicht mehr alle Daten auf die Festplatte geschrieben werden können. Auch ungewollte Änderungen an Daten durch Schadprogramme wie Viren werden während der Laufzeit auf die anderen Festplatten übertragen und können durch die Verwendung eines RAID-Systems nicht rückgängig gemacht werden. Die Verwendung einer auf RAID basierenden Lösung ist mehr eine Datenerhaltungsmaßnahme als eine Datensicherung.

Backup-Möglichkeiten

Vor Jahren reichte noch eine Diskette aus, um eine Datensicherung durchzuführen. Das Backup-Medium Diskette verlor unter Privatanwendern mit wachsender Datenmenge immer mehr an Bedeutung und neue Wege wurden beschritten. Anstelle der Diskette wurden oft Zip-Laufwerke von Iomega zur Datensicherung eingesetzt (100 MB). Auf dem Markt erschienen auch für kurze Zeit LS oder auch SuperDisk genannte Magneto-Optische-Laufwerke. Mit diesen war es möglich, Medien mit 120 MB beziehungsweise 240 MB Speicherkapazität zu beschreiben. Außerdem waren LS/SuperDisk-Laufwerke abwärtskompatibel zur herkömmlichen 3,5 Zoll Diskette mit 1,44 MB Speicherkapazität. Fehleranfälligkeit und höhere Anschaffungskosten der LS/SuperDisk-Laufwerke bei Markteinführung verhalfen den Zip-Laufwerken zum Durchbruch.

Die für die Zip-Laufwerke benötigten Medien waren mit einer Speicherkapazität von 100 MB, 250 MB und 750 MB verfügbar. CD-RW wie auch USB-Sticks verdrängten jedoch im Laufe der Zeit die heute in Büros nur noch selten anzutreffenden Zip-Laufwerke als Backup-Medium. Mit den wachsenden Datenmengen und der Einführung wiederbeschreibbarer DVDs mit bis zu 4,7 GB Speicherkapazität zu einem Bruchteil des Preises wurden die Sonderlösungen im privaten und semi-professionellen Umfeld durch Discs ersetzt.

Größere Unternehmen mit einem vielfach höheren Datenaufkommen oder auch kleine Unternehmen erstellen seit jeher ihre Datensicherung auf Magnetbändern. Die Kapazitäten der Speichermedien differiert hier von Speichertechnik zu Speichertechnik. Neben DDS (Digital Data Storage) Laufwerken und Medien mit einer Speicherkapazität bis zu 36 GB existieren unter anderem noch die Techniken SLR (Scalable Linear Recording) mit bis zu 70 GB, DLT (Digital Linear Tape) mit bis zu 160 GB sowie LTO (Linear Tape Open) mit bis zu 800 GB Speicherkapazität. Durch Datenkompression während des Sicherungsvorgangs können oft größere Datenmengen gesichert werden als die angegebene maximal verfügbare Speicherkapazität. Für die Sicherung von Datenmengen jenseits der mit Komprimierung maximal erreichbaren Speicherkapazität nehmen so genannte Autoloader dem Administrator die Arbeit ab. Diese Autoloader wechseln automatisch anhand mittels einer Backupsoftware festgelegten Backup-Strategie die verwendeten Bänder in den Laufwerken aus. Aus Kostengründen ist die Datensicherung auf Bandlaufwerke für Heimanwender sowie im SOHO-Segment meist weniger attraktiv, womit für diese Bereiche Alternativen gefunden werden müssen.

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9 Kommentare
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  • Anonymous
    Um das Fazit zu bestätigen: noch viel zu teuer verglichen mit den festplattenpreisen, aber auch zu langsam, hier wäre ein eSATA/SATA-Schnittstelle wünschenswert gewesen, USB 3 gibts ja leider noch nicht. Auch die kapazität der module könnte bei den heutigen Festplattengrößen von bis zu 1 Terabyte ruhig auch bis zu 250 & 500 GB betragen. Ansonsten ein gutes produkt, kommt nur leider ein paar jahre zu spät, dass es noch interessant wäre, zumindest mit den jetzigen ausstattungsmerkmalen.
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  • powerhawk
    Wenn es eine Dockingstation für normale 3,5" Festplatten gäbe, würd ich Sie schon mein Eigen nennen. Normaler USB 2.0 Anschluß würds tun, Firewire wär natürlich fein.

    Der Sinn: Die Filme, statt jedesmal mühsam ein DVD-Image zu erstellen, einfach auf Platten lagern. Würde mir eine Menge Platz sparen und wenn man den "Verschnitt" (meist ist eine DVD nur zu 70% nutzbar, weil 1 Film zu kurz und 2 zu lang sind) einrechnet, wäre es auch nicht mehr viel teurer als DVD-Rohlinge...

    Der Ansatz ist (für mich) also richtig - die Ausführung mit speziellen, sündteuren Cartridges aber wieder Schrott...
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  • Kampfgnom
    Interessant wäre auch noch gewesen, wie Linux auf die Festplatte reagiert.
    Für viele, die sich über Backups überhaupt Gedanken machen, ist dies ein entscheidender Kaufgrund...
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  • burki
    @powerhawk
    wie wärs mit einem Trägerlosen Wechselrahmen?
    zB RAIDSONIC IcyBox IB-168SK-B
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  • Corsar
    Schliesse mich ebenfalls dem Fazit an, viel zu teuer und meiner Meinung nach auch unnötig.

    Nen Festplattenwechselrahmen für SATA gibt es ab 12 Euro und vielleicht auch weniger, Nachteil ist zwar die Grösse fürs Lagern und das Umschrauben der Platten in den Einschub, aber Vorteil ist die Geschwindigkeit von SATA gegenüber USB und vor allem der viel günstigere Preis.
    Zudem hat es Burki auch schon indirekt gesagt, es gibt auch Wechselrahmen, wo die Festplatten rucki-zucki umgebaut werden können, auch ohne Einschubrahmen.
    Eine Platte mit 500GB kostet grad mal 90 Euro, statt dem doppelten Preis für eine 120GB Cartridge.

    Und wer Platz beim Lagern sparen will, der kauft sich einfach externe 2,5" Festplatten (ca. 90-120 Euro für 160GB).

    Gut, mag sein daß die Cartridges sicherer gegen Erschütterungen und elektrostatische Ladungen sind, aber ich werf ja schliesslich auch meine Festplatten nicht einfach in der Gegend rum oder lasse sie in meiner Hausantenne einem Gewitter ausgesetzt hängen. :-)
    Soll heissen, wenn man Festplatten entsprechend behandelt, geschied denen auch nichts.
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  • powerhawk
    @burki

    Vielen Dank! Kannte ich noch nicht, wird gleich bestellt!
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  • powerhawk
    @Burki

    Vielen Dank! Das Ding kannte ich noch nicht, hab aber genau sowas gesucht. Wird gleich bestellt.
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  • certhas
    Es ist auch kein Problem bei Raidsonic extra Carrier für den Wechselrahmen zu kaufen. Das schöne, es gibt sogar einen Externen Wechselrahmen der einen Standardcarrier verwendet der auch bei intern verbaubaren Wechselrahmen zum Einsatz kommt. Sprich, Wechselrahem und externe Festplatte und ich kann die Carrier hin und her wechseln...
    Praktisch für Leute dies brauchen können :)
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  • powerhawk
    Nachdem sich hier anscheinend einige auskennen: Hat jemand von euch Erfahrung mit dem Raidsonic IB-3220StU-B? Seh ich das richtig, daß ich USB-Anschluß kombiniert habe mit reinem Festplatteneinschub OHNE Träger? Würd mich freuen, wenn ihr mir da weiterhelfen könnt - auch per mail an powerhawk2k@yahoo.com.
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