Brockhaus-A-Z künftig nur noch online

Die einundzwanzigste Auflage der Brockhaus-Enzyklopädie wird die letzte sein: Statt in Tausenden gedruckten Seiten stöbern Wissbegierige künftig kostenlos bei Brockhaus im Netz.

»Strategische Neuausrichtung bei Brockhaus« heißt es auf der Website des Bibliographischen Instituts & F. A. Brockhaus. Das Traditionsunternehmen baut die Print- zur Online-Redaktion um — das ist im Leipziger Büro bereits geschehen — und wird ab Mitte April »mit einem umfangreichen kostenlosen Lexikonportal« im Netz vertreten sein. Die Zeiten, als Kilo-schwere Lexika-Sammlungen meterweise Platz im Regal belegten, sehen ihrem Ende entgegen. Stattdessen wird Brockhaus Online künftig »relevante und geprüfte Informationen aus allen Wissensgebieten« liefern.

Die Abschaffung des Nachschlagewerks in Papierform hat finanzielle Gründe: »Die negative Umsatzentwicklung bei den klassischen A-Z-Nachschlagewerken […] wird sich weiter verstärken« heißt es vom Mannheimer Verlagshaus, das mit einem »Verlust in der Größenordnung von mehreren Millionen Euro« für das abgelaufene Jahr 2007 rechnet. So stehen auch »Kostensenkungsmaßnahmen« an: 50 von rund 450 Mitarbeitern werden wohl gehen müssen.

Als Konkurrenz etwa zu Wikipedia sieht das Unternehmen sein künftiges Online-Nachschlagewerk nicht: Auf die Richtigkeit der gebotenen Informationen wird man sich laut Brockhaus verlassen können. Das Angebot versteht sich als »Wissensnavigator im Internet«. Auch wenn das 30-bändige A-Z-Lexion bald Geschichte ist, wird das Verlagshaus weiter Print-Medien anbieten: Nachschlagewerke zu Spezialthemen wie Literatur oder Musik wird es weiterhin in Buchform geben.

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8 Kommentare
    Dein Kommentar
  • cuto8
    Nicht, dass ich in den letzten 5 Jahren mehr als 10 mal in ein gedrucktes Lexikon geschaut hätte, aber traurig ist sowas schon.
    Ich frage mich manchmal, ob meine Kinder überhaupt noch ein Lexion haben werden, in dem man einfach mal ein wenig stöbern kann.
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  • chris1284
    nicht schlecht. vor allem kostenlos und wesentlich korrekter als wikipedia.

    @cuto8: selbst wenn deine kinder kein lexikon mehr in buchform haben sollten können sie doch auch im digitalen einfach mal rumstöbern. hab ich zb damals in encarta auch oft gemacht
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  • Anonymous
    @chris: "wesentlich korrekter", hast du auch was zum belegen? Der Spiegel hat mal einen direkten Vergleich gemacht und Wikipedia hat, was Korrektheit und Aktualität angeht, besser abgeschnitten.
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