Anmelden mit
Registrieren | Anmelden

[Computex] LucidLogix zeigt interessante Grafiklösungen

Von , Benjamin Kraft - Quelle: Tom's Hardware DE | B 1 kommentare

LucidLogix zeigte auf der Computex neben dem bereits bekannten Virtu MVP auch einige neue Lösungen.

So sah man am LucidLogix-Messestand beispielsweise die Virtu MVP "discrete edition". Dabei handelt es sich um eine Desktop-Lösung mit einer diskreten Add-in-Grafikkarte, die all das kann, was vorherige MVP-Lösungen konnten. Der signifikante Unterschied: Sie wird im "integrated mode" (i mode) genutzt; der Monitor ist an den Ausgängen der auf dem Board integrierten Grafiklösung und nicht an denen der diskreten Grafik angeschlossen.

Werden nur 2D-Inhalte gezeigt oder Aufgaben bearbeitet, für die die interne Grafiklösung ausreicht (z.B. Quick-Sync-Transkodierung), wird die diskrete Add-in-Grafikkarte komplett abgeschaltet und verbraucht dann null Watt. Sobald der 3D-Modus aktiviert wird oder ein heftigerer Workload anliegt. Weckt Virtu die diskrete Grafik auf und schaltet sie nahtlos zu.

Damit das funktioniert, muss eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • man braucht eine Grafikkarte mit einem speziellen Chip für Überwachung/Aufwecken (bei dem Computex-Demo verband ein internes USB-Kabel die Grafikkarte mit dem Mainboard) ODER
  • man braucht ein Mainboard mit an- und abschaltbarem PCIe-x16-Slot

LucidLogix demonstrierte dieses System mit einem ganz normalen Z68-Board und einer leicht modifizierten Gigabyte GV-N680SOC-2GD (die Monsterkarte mit den fünf Lüftern), die eben über einen solchen speziellen USB-Chip verfügt und via USB-Kabel mit dem Motherboard verbunden ist. Das System lief ganz normal, aber die Karte war abgeschaltet, alle Lüfter standen still. Sobald aber ein Spiel gestartet wurde, drehten die Lüfter hoch und im nächsten Moment stand die volle Leistung einer GTX 680 zur Verfügung – keine Flackern, kein sichtbares Umschalten, nichts.

Theoretisch könnte man die diskrete Grafikkarte sogar vom System entfernen, solange es sich im 2D-Mosud befindet. Nachfolgend findet ihr ein Video von LucidLogix, das dieses Feature ("Desktop GPU Power Control") illustriert:

LucidLogix: Desktop GPU Power Control

LucidLogix betont aber wiederholt, dass das Unternehmen nicht im Hardwaregeschäft involviert und Virtu MVP in all seinen Variationen eine reine Softwarelösung ist. Das Gigabyte-Setup ist lediglich eine Machbarkeitsnachweis: Gigabyte (nicht LucidLogix) hat der Karte einen USB-Chip spendiert, der sie – via ein ganz normales USB-Kabel an einem ganz normalen internen Mainboard-USB-Anschluss – aufweckt. Diese Lösung habe praktisch keinen Aufwand für Gigabyte bedeutet; wenn Grafikkartenhersteller so etwas umsetzen wollen, können sie das also jederzeit mit geringem Aufwand tun. Aber sie müssen es halt tun; LucidLogix ist da nicht selbst beteiligt und stellt lediglich die Software bereit

LucidLogix arbeitet auch daran, die Technologie auf Single-GPU-Konfigurationen zu übertragen. Bisher war es stets das Ziel, automatisch zwischen zwei GPUs umzuschalten oder sie zu virtualisieren.

Der neue Ansatz hört auf den Namen XLR8R und nutzt die beiden bereits bekannten MVP-Techniken "Virtual V-Sync" (reduziert oder eliminiert Screen-Tearing) und "HyperFormance" (verbessert die Effizienz des 3D-Renderings). Dazu kommt nun noch "DynamiX": Auf schwächeren GPUs soll diese Technik die Framerate verbessern, indem die Qualität automatisch nach unten skaliert wird. Statische Elemente wie HUD und GUI behalten dabei zwar ihre Qualität bei, aber der Rest der sichtbaren Bildelemente wird qualitativ dynamisch herabgesetzt, um eine vom Anwender festgelegte minimale Performance zu erreichen.

Letztlich hat man nur ein einfaches Interface mit zwei Schiebereglern: Der eine steuert die minimale Framerate, die der Anwender wünscht, und der andere die minimal Bildqualität, mit der er sich noch abfinden kann (siehe Bild).

Die Software wurde mit Diablo III auf dem Dell-Ultrabook XPS 13 demonstriert, in dem ein Core-i5-Prozessor (Sandy Bridge) und seine integrierte Grafikeinheit arbeiteten. Die Verschlechterung der Bildqualität war deutlich sichtbar, aber gleichzeitig stieg auch die Performance spürbar von 14 auf über 28 fps. Und das HUD wurde von dem Effekt wie versprochen nicht beeinflusst. Als weiteres Demo-Gerät stand übrigens auch ein Asus-Notebook mit einer GeForce 610M am stand, auf dem Battlefield 3 lief. Hier stiegen die Framerates von 14 auf 26 fps.

Das Ganze ist natürlich eine Kompromisslösung. Aber LucidLogix Ziel ist es eben, anspruchsvolle Games auch auf schwächerer Hardware spielbar zu machen. DynamiX funktioniert mit DX 9, DX 10 und DX, aber DX11 ist derzeit noch mehr eine Technik-Demo als eine einsatzbereite Lösung.

Zu guter Letzt zeigte uns LucidLogix auch Remote-Rendering und -Gaming. Aktuell hat Remote-Desktop-Software ja das Problem, dass sie lediglich ein (langsames) virtualisiertes VGA-Gerät nutzt. Mit der Lösung von LucidLogix kann aber die eigentliche GPU des Rechners für das Rendering herangezogen werden, so dass die Ausgabe auf dem Remote-Bildschirm wesentlich flüssiger ist. Das Ganze soll mit jeder beliebigen Fernsteuerungssoftware funktionieren, da das Rendering auf der Server-Seite durchgeführt wird. Auf der Messe wurde das mit einem Andoid-Tablet und einem Smartphone demonstriert. Letztlich geht das aber mit jeden beliebigen Client, selbst Desktop-zu-Desktop-Verbindungen.

Hier ist noch ein Video von LucidLogix zu den Themen Server-GPU-Nutzung und Remote-Rendering/-Gaming:

LucidLogix: Server-GPU-Nutzung und Remote-Rendering/-Gaming

Kommentarbereich
1 Kommentar anzeigen.
Auf dieser Seiten können keine Kommentare mehr abgegeben werden
Sortieren nach: Neueste zuerst | Älteste zuerst
  • Brat , 12. Juni 2012 19:36
    das weiss zu gefallen :)  ... hoffentlich geht der trend weiter so