Kurztest: BytePac - externes Festplattengehäuse aus Pappe
Green IT ist aktuell ein starker Trend. Convar hat mit dem BytePac ein Gehäuse für externe HDDs im Angebot, dass bei der Materialwahl - Pappe - dem grünen Ansatz folgt. Die Idee ist nicht schlecht, aber im Detail erkennen wir Schwächen.
Green IT ist ein Dauerbrenner – kaum eine Firma, die nicht in irgendeinem Bereich ein passendes Produkt oder sogar eine ganze Palette davon im Angebot hätte. Klar, für Firmen rechnet sich das auch, denn einerseits ist Green IT gut fürs Image, andererseits spart es oft Geld (zum Beispiel durch niedrigeren Stromverbrauch). Doch auch beim Heimanwender ist das grüne Gewissen zunehmend stark ausgeprägt.
Heute wollen wir kurz ein Produkt aus eben dieser Sparte vorstellen, nämlich das BytePac von Convar. Dabei handelt es sich um ein Gehäuse für eine externe Festplatte. So weit, so unspektakulär. Der eigentliche Clou ist aber, dass diese HDD-Hülle aus Pappe besteht. Das Thema Recyclingfähigkeit ist damit von vornherein geklärt. Für die Durchlüftung sorgen einige Löcher, und per ausklappbarem Aufsteller stehend aufgebaut sorgt der Kamineffekt für den Abtransport der Warmluft.
Weil nicht jeder eine langweilige Pappbox im Regal oder auf dem Schreibtisch aufstellen will, bietet der Hersteller auch noch ein paar Schuber mit verschiedenen Designs an – die kosten allerdings extra. Die Optik reicht dabei von nachempfundenem Krokodilleder bis zum Hartpappe-Mantel à la Buchdeckel. Wird ein Laufwerk nicht benötigt, kann man es also relativ dekorativ ins Regal stellen – oder dort ebenso unauffällig als Buch getarnt verschwinden lassen.
Das BytePac Kit für 39,95 Euro besteht jedenfalls aus drei solchen Boxen plus drei Sätze Etiketten, drei Schubern, einem SATA / USB 2 oder USB 3 Anschluss Kit und einem 2,5“ Adapter. Eine Festplatte liegt diesem Kit nicht bei, sondern nur der Variante BytePac Ready 2 Store. Die Idee gefällt – das Anschlusskit bleibt am Rechner, und man klemmt immer nur die gerade benötigte Box an. Die anderen beiden warten derweil auf ihren Einsatz. Der ist wiederum besonders einfach: BytePac aufklappen, Festplatte einlegen, BytePac zuklappen und anschließen - fertig. Benötigt man weitere Boxen, kauft man sie (im Dreierback) nach.
Soweit die Idee. Die klingt zwar gut, doch sind uns einige Probleme aufgefallen. Das Material Pappe bringt seine eigenen Schwächen mit. Convar meinte es gut mit uns und schickte uns die Variante inklusive Festplatte zu. Die muss aber während des Transports mächtig in Bewegung gewesen sein und verbeulte das Innere des BytePac mächtig. Die Festplatte war zwar intakt, die betreffende Hülle danach allerdings faktisch unbrauchbar.
Außerdem gilt noch zu beachten, dass keine der Hüllen mit Technik versehen ist – die Kabel, Anschlüsse usw. sind durchweg extern und liegen auf dem Desktop, hängen aber zumindest immer am Rechner. Wer also mehrere Festplatten parallel anschließen will, muss noch einen Satz Kabel kaufen. Die gibt es aber wiederum nur als Teil des BytePac Kits. Die Anschlüsse des Laufwerks liegen hinter einer Klappe, aus der dann das kombinierte Strom- und SATA-Kabel herausgeführt wird. Dieses endet in einer kleinen Box, an der das Netzteil hängt und von der ein eSATA Kabel abgeht. Für USB 3.0 liegt ein eSATA zu USB Adapter bei.
Doch wie steht es nun mit dem Öko-Aspekt? Über die Materialwahl haben wir schon gesprochen, und im Gegensatz zum Plastik anderer Gehäuse sieht die Ökobilanz besser aus – auf den ersten Blick. Denn abgesehen davon sind sich die Papp-Hülle und ihr Plastik-Pendant nicht so unähnlich: Beide besitzen eine Controller-Platine, beide bringen Kabel mit. Hier könnte man die Flexibilität bei der Adapterwahl auch als Negativpunkt sehen, denn es wird erst einmal alles mitgeliefert, ob es gebraucht wird oder nicht. Das widerspricht eigentlich dem Öko-Ideal. Zuletzt sollte man auch bedenken, dass der „Rucksack“ des Rohstoffverbrauchs wohl am meisten in der Platte und den Kabeln steckt - und nicht im Gehäuse.
Auch preislich ist das BytePac keine uneingeschränkte Empfehlung. Das Kit mit Adapter und 3 Pappboxen steht immerhin mit 40 Euro in der Preisliste. Dafür bekommt man im Online-Handel auch schon zwei USB 3.0 Gehäuse. Sicher, die sind dann wiederum aus Metall oder Kunststoff – allerdings auch parallel einsetzbar.
Fazit
Die Idee ist keine schlechte – in der Ausführung hapert es aber. Der einfache Einbau der Platten durch simples Einlegen ist zweifelsohne gelungen. Aufgrund der Lösung mit externem Kabel eignet sich das BytePac jedoch eher für Nutzer, die ein ausgefallenes, nicht alltägliches Gehäuse für eine extern angeschlossene Festplatte suchen. Die Pappe macht sich relativ dekorativ und signalisiert den Green-IT-Aspekt.
Wer mehrere Platten häufig im Einsatz hat, ist aber mit einem klassischen Festplatten-Dock besser beraten. Der Wechsel geht schneller, der Aufbau ist sauberer (weil die Kabel fest verlegt werden) und man könnte sogar argumentieren, dass sie noch mehr dem Öko-Anspruch gerecht werden. Immerhin werden die Festplatten dort direkt hineingesteckt und nicht in einer Hülle verpackt, und wo kein Material genutzt wird, kann weder Produktionsaufwand noch Müll anfallen, selbst wenn es in diesem Fall nur Recyclingpapier wäre.
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