Fazit
Diese Ergebnisse dürften der Speicherindustrie, die sich normalerweise darauf konzentriert, schnellere (und teurere) Speicherprodukte anzubieten, nicht gefallen. Immerhin ist der Vorteil eines schnellen DDR3-Speichers auf einem schnellen Prozessor wie dem Intel Core i7-975 sehr gering. Erstklassiger RAM lässt sich mehr denn je mit Luxus-Autos vergleichen: Bessere Performance wird zwar geboten, aber der Vorteil im Alltag ist oftmals sehr gering.
Derzeit sind DDR3-Speicher-Kits, die auch für Geschwindigkeiten über DDR3-2000 hinaus bei erhöhter Spannung betrieben werden können, das Maß aller Dinge. Allerdings haben wir unsere Tests auf DDR3-1600 beschränkt und blieben für diesen Artikel bei einem Spannungsniveau von 1,65 V – für die meisten Anwender ein vernünftiger Maximalwert. Unser Test umfasst alle wählbaren RAM-Geschwindigkeiten bis hinunter zu DDR3-800. Zudem haben wir sowohl schnelle als auch entspannte Timings für jede RAM-Geschwindigkeit getestet.
High-End-RAM: Kaum eine sinnvolle Investition für Core i7
Das Ergebnis ist klar: Die Umstellung von einer Speichergeschwindigkeit zur nächst schnelleren, so z.B. von DDR3-1066 auf 1333, bringt nicht besonders viel. Selbst wenn Sie langsamen DDR3-800-RAM durch DDR3-1600-Speicher ersetzen, führt das lediglich zu geringen Schritten. Die Performance-Vorteile sind zwar messbar, aber nie wirklich wahrnehmbar.
Allerdings gibt es ausnahmen: Die Komprimierung von Dateien geht bei WinRAR mit DDR3-1600 und schnellen Timings bedeutend schneller. Einige Anwendungen wie Spiele nutzen den Vorteil der besseren Speichergeschwindigkeit immerhin in gewissem Maß.
Was wäre wenn?
So betrachtet haben wir uns dazu entschieden, noch ein paar Benchmark-Ergebnisse mit übertakteter Prozessorgeschwindigkeit hinzuzufügen. Wir haben den Prozessor um jeweils eine Takt-Stufe beschleunigt; dadurch spiegeln diese Tests genau wider, was passiert, wenn Sie statt High-Performance-Speicher einen schnelleren Prozessor kaufen.
Klicken Sie hier um die mit einer schnelleren CPU durchgeführten Benchmark-Ergebnisse anzuzeigen.
Sie werden sehen, dass eine höhere Prozessortaktung in den meisten Benchmarks normalerweise bessere Performance zur Folge hat – aber nicht unbedingt in allen.
RAM – Unsere Empfehlung
Mit all diesen Ergebnissen im Hinterkopf dürfte klar sein, dass der schnellste DDR3-Speicher nur für Enthusiasten und diejenigen Anwender in Frage kommt, die sich finanziell keine Gedanken machen müssen. Alle anderen Anwender sollten sich auf Mainstream-Takraten von DDR3-1066 bzw. DDR3-1333 konzentrieren und sich für eine vertrauenswürdige Marke und die schnellsten bezahlbaren Timings entscheiden.
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Interessant. Wie so oft bringen die dreimal so teuren Module, abgesehen von dem Risiko Schäden an der Hardware herbeizuführen, die Stabilität zu gefährden und zusätzliche Abwärme durch erhöhte Spannungen zu produzieren, nicht wirklich viel im Alltag.
Etwas schade finde ich, daß nicht die JEDEC-Timings berücksichtigt wurden.
DDR3-1333 wird (siehe Seite 159: http://www.jedec.org/download/search/JESD79-3C.pdf) nur optional, aber nicht standardmäßig, mit 7-7-7 oder 10-10-10 timings angeboten. JEDEC-Konform wären 8-8-8 oder 9-9-9 Timings.
Da die Timings in manchen Benchmarks entscheidend zu sein scheinen und der Unterschied von 7-7-7 zu 10-10-10 bei den 1333ern recht deutlich ausfällt, wäre "der Standard" nett zu sehen gewesen.
Was an der Aussage "bringt nix" hast du denn nicht verstanden? Meinst Du das man den Unterschied von cl 777 zu 888 zu 999 zu 101010 merken würdest wenn man nichtmal von einem bemerkenswerten Unterschied zwischen DDR3 800 zu DDR3 1666 sprechen kann?? Hallo der Takt wurde VERDOPPELT und es bringt meist gerademal 1-3%, am besten sind erwartungsgemäß Benches wo große Datenmengen multithreaded verarbeitet werden - da kann die Differenz auch mal bis zu 13% ausmachen - ist aber wohl eher der seltenere Anwendungsfall. Naja .. es wird trotzdem noch genug "Enthusiasten" geben die Ihr Geld für sowas sinnloses wie DDR3 2000 rausschmeißen. - der einzigste echte Grund wäre wenn die CPU Übertaktbarkeit davon abhängt, ist z.B. bei meinem MB so - da läuft der Ram am maximum - aber die CPU hat noch etwas Luft. Das sollte aber nur bei einer Übertaktung von CPUs mit extrem kleinem Taktteiler der Fall sein - da man i.d.R. den Ram in Abhängigkeit vom FSB auch mehrere Taktstufen runtertakten kann. Beispiel: nativer Ram Takt 333Mhz - gewählt 200 MHZ (Board minimum) - übertaktet per FSB auf 400 Mhz.. theoretisch (CPU-)machbar 450 MHz - nur der Ram kanns halt net
Schöner Artikel und ausführlicher Vergleich.
Der Vorteil von DDR3 Ram mit 1600MHz und z.B. 7-7-7-20 ist, das er schneller ist als DDR3 1333 mit 6-6-6-18, und kostet fast gleich viel! Mit schneller mein ich nicht die Übertragungsrate, sondern die Timings.
Kauf ich doch lieber DDR3 1600 6GB für 130€ und kann den dann leiber untertakten, hab aber gute Timings!
Aber schöner Test ;-)
Eine Frage des glaubens ist das allemal!
Genau wie bei DDR und DDR2 ist der meist bunt beklebte Ram nutzlos, gut dass auch mal bestätigt zu bekommen
@aarfy:


Geht's noch? Lies doch erstmal den ersten Abschnitt meines Postings durch, bevor Du mir unterstellst, daß ich es nicht verstanden hätte, daß es keine merkbaren Auswirkungen hat.
Mir geht es in diesem Fall um die teilweise ungewöhnlich hohen Schwankungen zwischen den Extremen, also 7-7-7 gegen 10-10-10 Timings.
Das ist, bei den hohen Frameraten auch wieder egal, aber nicht einfach zu ignorieren. Hier würde mich schon interessieren, ob die Einhaltung der JEDEC-Timings, für die vielleicht sogar die CPU-Architektur optimiert wurde, mittig einzuordnen ist oder eventuell sogar besser abschneidet, als es anhand der Timings zu vermuten wäre.
Takt und Timing sind zudem zwei paar Schuhe, wie in dem Artikel vollkommen korrekt formuliert und bewiesen wurde.
Also versuch bitte nicht meine Frage nach JEDEC-Konformen Timings mit Taktraten zu erschlagen. Das klappt nicht, da es etwas vollkommen anderes ist.
Zudem sind mir persönlich Taktraten, die nicht innerhalb der Spezifikationen der Hardware liegen und zusätzlich sogar nur mit erhöhten Spannungen genutzt werden können, herzlich egal. Die Aufführung im Test finde ich trotzdem gerechtfertigt, da er genau das Verhalten untersucht.
Mich stört es nur ein wenig, daß Extremfall gegen Extremfall getestet wurde und dabei der Standard, also das, was man im normalfall ohne Eingriffe in die Timings erhält, unter den Tisch fällt.
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@Autor:
Falls irgendwann eine Fortsetzung geschrieben wird, wie wäre es dann mit einer Untersuchung der Auswirkung der QPI-Taktrate.
Bei Xeons und auch der i7er Baureihe ist es z.B. so, daß der QPI-Takt je nach Modell zwischen 4,8 und 6,4 GT/s liegt.
Da wäre es Interessant zu sehen, ob die schnelleren i7er durch den flotteren QPI ebenfalls profitieren, oder ob das ebenso unerheblich ist, wie besonderer Speicher.
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Und nochmal für alle: Es ist gut auch mal zu zeigen, daß etwas nichts bringt, anstelle mystische Wunderzahlen zu produzieren, die wer-weiß-was versprechen. Durch eine geschickte Auswahl der Benchmarks mit großen Abweichungen und eine Unterschlagung der anderen Testergebnisse hätte man genau so gut den RAM-Hype unterstützen können. So kann sich jeder selbst ein Bild machen, wo es, wenn überhaupt, messbare Unterschiede gibt.
Für die Hardcore-Overclocker, die nur nach dem nächsten Benchmarkrekord schmachten, mag soetwas tatsächlich wichtig sein. Für alle anderen aber nicht.
@GhostRider: Gute Idee... ich dachte zuerst an eine Reihe Benchmarks mit verschiedenen CPUs, bei denen wir L2- und L3-Cache abschalten. Das würde zeigen, wie Cache-abhängig die jeweiligen CPUs heute sind und was schnellerer Speicher dann brächte.
@Pzero:
Auch gut!
Mit meinem Vorschlag wollte ich nicht sagen, daß andere Tests weniger gut oder weniger Interessant wären.
Vielleicht kann man sogar beides unter einen Hut bringen - je nach Aufwand. Soetwas ist vorher immer schwer abzuschätzen.