EU weitet Verfahren gegen Intel aus
Das Brüsseler Verfahren gegen den weltgrößten Chiphersteller schreitet voran. Gegen Intel könnte es eine satte Geldstrafe geben, während Media Markt, Saturn & Co. davon kommen könnten.
Bereits seit rund 8 Jahren ermittelt die EU-Kommission gegen Intel wegen Wettbewerbsverzerrung. Spekuliert wurde lange über ein Abkommen zwischen dem Chip-Hersteller und diversen europäischen IT-Discountern. Der Deal: Intel unterstützt die Verkäufer in finanzieller Hinsicht, dafür verzichten sie komplett auf den Verkauf von PCs, die auf AMD-CPUs basieren und bieten Käufern explizit Intel-Hardware an.
Erst im Mai diesen Jahres hat die Financial Times Deutschland Beweise für einen solchen Kontrakt zwischen dem Mutterhaus von Saturn und Media Markt, der Media-Saturn-Holding (MSH), vorlegen können (siehe »Vertrag zwischen Intel und Media Markt«).
Nun wurde bekannt, dass Brüssel dem Chipkonzern eine Geldstrafe aufbrummen wird. »Da kommt Intel nur noch schwer raus«, zitiert ebenfalls die FTD einen EU-Sprecher. So soll die EU-Behörde Intel eine weitere Beschwerde zugestellt haben, die exakt auf die illegalen Rabatte für Media Markt und Saturn abzielt. Bestraft werden soll aber vor allem Intel. Die EU-Kommission setzt auf eine Zusammenarbeit mit der MSH und auch anderen Elektronik-Großhändlern, um Intel dranzukriegen. Auch da wäscht eine Hand die andere: Straffreiheit gegen Informationen.
Der Chip-Riese setzt derweil auf seine bekannte Verteidigung: »Intels Vorgehensweise war immer gesetzmäßig, wettbewerbsfreundlich und vorteilhaft für Verbraucher«, wird der Konzern zitiert.
Auch die europäische Verbraucherorganisation BEUC (Bureau Européen des Unions de Consommateurs) wettert nun gegen Intel: Deren Generaldirektorin Monique Goyens (PDF) ist »schockiert über die Reaktion von Intel, die uns glauben machen soll, die aggressiven Praktiken des Konzerns zur Preissenkung seien im Interesse der Verbraucher«. Sie unterstützt AMD: »Als Folge dieser Praktiken werden Wettbewerber zum Schaden der Verbraucher aus dem Markt gedrängt«, so Goyens.
Mehr bei Tom’s Hardware zu Klagen gegen Intel:
- FTD: Vertrag zwischen Intel und Media Markt (28. Mai 2008)
- AMD vs. Intel: Neue Vorwürfe (6. Mai 2008)
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- EU-Beschwerde gegen Intel: Steilvorlage für AMD (27. Juli 2007)
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Nach den immensen Informationsfluten im Internet und so manchen Fachzeitschriften war die Vorgehensweise weder gesetzmässig noch wettbewerbsfreundlich. Was für ein Wettbewerb herrscht denn wenn der Konkurrent einfach ausgeschlossen wird? Richtig, keiner.... Kundenfreundlich war es natürlich ironisch gesehen, ganz sicherlich. Denn der Kunde muss sich keine Gedanken über die Marke des verbauten Prozessors machen sondern bekommt sein "Produkt" fix und fertig.
Finde es zwar nicht korrekt, dass die Händler ungeschoren davon kommen, wenn man dadurch mehr und schneller Beweiße kommt, muss man das wohl hinnehmen, eher das nach 3 Jahren mit Freispruch endet.
Wäre nett, würde AMD etwas von der Geldstrafe als Entschädigung abbekommen, um mal wieder ordentlich in schlaue Köpfe und gute Maschine zu investieren zu können.
Solange kein Verfahren vor einem US-Gericht geführt wird, sind solch drakonische Strafen wohl nicht zu erwarten.
1. Zahlt Intel das aus der Portokasse... 2. sitzt genug Lobby an den richtigen Posten, damit eine bestimmte Handelskette, deren Name man wohl nicht nennen braucht, nahezu ungeschoren davon kommt...Demokratie ? Die gibts eh nur auf dem Papier!
Media Markt und Saturn gehörten auch verdonnert. Und zwar dazu, dass 50% ihrer PC Angebote mit AMD Prozessoren ausgestattet sein müssen! In den nächsten 2 Jahren dürfte darüber hinaus in deren PC Werbeprospekten keine Intel Systeme mehr auf der Vorder- und Rückseite beworben werden.
Was würdet Ihr von meinem Vorschlag für MM und Saturn halten. Jedenfalls würde das AMD helfen.
Hoffentlich bekommt AMD vorm Zivilgericht richtig was von Intel so ~15 Milliarden. Zwar ist der brutto Schaden viel höher aber es sollte reichen um einen Sprung in der Entwiklung zu machen. In NewYork eine neue FAB aufmachen und eine oder zwei alte Mühlen verkaufen. Marketing ausbauen, Schulden abbauen und den Rest in die Forschung/Produktion stecken.
procarion: aber ohne Informationen kommen eben alle davon... auch Intel. - Daher macht es die EU vollkommen richtig!
Hauptsache Intel bekommt richtig "auf die Fresse" - denn die haben schließlich das unmoralische Angebot unterbreitet, die Märkte sind "nur" darauf eingegangen, weil es für sie ökonomisch Sinn machte (was aber auch nur beweist, dass die Blöd-Märkte nur kurzfristig denken können).
Und es wäre bewiesen, dass Intel die Volksvertretung jahrelang belogen hat! Und sie machen damit auch noch munter weiter: »Intels Vorgehensweise war immer gesetzmäßig, wettbewerbsfreundlich und vorteilhaft für Verbraucher«
Diesel_im_Blut: Ich finde deinen Vorschlag super!!!

Kann man dich noch irgendwie schnell in die entsprechenden Gremien wählen?
@Diesel_im_Blut: Vergiss aber nicht die geprägten Verkäufer bei MM oder Saturn zu schulen damit sie auch AMD verkaufen können...
@Plasma80:
Stimmt, die Verkäufer müssen geschult werden. Und wenn nicht jeder mind. 50% AMD verkauft, Gehaltskürzung...
Ich glaube, das bezog sich eher darauf, das Intel die Verkaufsschulung für PCs Systeme gesponsert hat und mit Kaffee und Kuchen nicht geizte.
Ich glaube, ich gehe heute mal nach Saturn und frage nach einem AMD System um die in Grund und Boden zu argumentieren. Was ein Spaß! ^,^
zu intel fällt mir nur folgendes ein:

immer feste druff
@Plasma80:Stimmt, die Verkäufer müssen geschult werden. Und wenn nicht jeder mind. 50% AMD verkauft, Gehaltskürzung...
warum gehaltskürzung? für jeden verkauften AMD pc soll MM den ma eine Provision Zahlen
für Provision tun die doch alles... hehe da wird noch so der grösste dreck verkauft
Ich glaube, das bezog sich eher darauf, das Intel die Verkaufsschulung für PCs Systeme gesponsert hat und mit Kaffee und Kuchen nicht geizte.Ich glaube, ich gehe heute mal nach Saturn und frage nach einem AMD System um die in Grund und Boden zu argumentieren. Was ein Spaß! ^,^
Zeichne es auf und stells in youtube =)
"Straffreiheit gegen Informationen."
Käse. Mitgefangen, mitgehangen. Hat die MSH etwa NICHT die Kohle angenommen?