Nvidia entlässt Mitarbeiter

6,5 Prozent seiner Belegschaft weltweit — rund 360 Mitarbeiter — wird Grafikchip-Hersteller Nvidia kündigen. Die dadurch gesparten Kosten sollen für in »strategisch wichtige« Unternehmensbereiche gesteckt werden.

Von dem Stellenabbau bei Nvidia sind rund 360 Mitarbeiter betroffen. Die künftig eingesparten Personalkosten sollen in Unternehmensbereiche investiert werden, die für das Wachstum des Grafikchipherstellers von »strategischer Bedeutung sind«. Zunächst wird es aber nochmal teuer: 7 bis 10 Millionen US-Dollar soll der Personalabbau kosten. Damit reagiert Nvidia »auf dramatische Veränderungen bei den Geschäftsaussichten, die sich anderes entwickelt haben, als wir zum Jahresanfang erwartet haben«, so Nvidia-Sprecher Derek Perez.

Am 26. Oktober endet das dritte Quartal des Nivida-Geschäftsjahres, bis dann sollen die Entlassungen abgeschlossen sein. »Die angekündigten Maßnahmen sind schwierig, aber notwendig«, äußerst sich Nvidia-CEO Jen-Hsun Huang. Er verspricht den betroffenen Mitarbeitern Abfindungen und Unterstützung bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen.

Zwei Faktoren dürften zu Nvidias jetziger Personalpolitik maßgeblich beitragen: Einerseits musste der GPU-Hersteller im Juli eine über 200 Millionen US-Dollar schwere Sonderabschreibung vornehmen. Ausgaben für Reparaturen und Garantiekosten aufgrund fehlerhafter Mobil-Grafikchips rissen ein tiefes Loch in Nvidias Bilanz, die zum ersten mal seit 5 Jahren einen Verlust verzeichnet. Betroffen von schadhaften GPUs waren unter anderem Dell und HP (siehe »GPU-Fehler: Nvidia rutscht ins Minus«). Zudem sieht sich Nvidia derzeit starker Konkurrenz durch ATi ausgesetzt und hatte im Juli sogar die Preise für viele Grafikkarten senken müssen.

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9 Kommentare
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  • Carsten 9punkt13
    schön das nvidia auf dauer doch nicht mit nicht so guter und überteuerter hardware durch kommt!
    für die mitarbeiter tut es mir leid! aber nicht für die firma selber!
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  • Anonymous
    Wow, sich erst mit teurer defekter Hardware übernehmen und dann so kosten einsparen. Thumbs-down!
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  • Muecke
    Quote:
    wie produziert man billiger... wenn weniger leute die hand aufhalten!!!


    Nope, nv macht nur das Design; hergestellt werden die Karten von Auftragsfertigern -- und zwar von den gleichen, die auch für AMD die GraKas herstellen. Billiger herstellen ist damit nicht möglich. Man kann nur Chips designen, die billiger in der Herstellung sind und so günstigere Preise beim Auftragsfertiger bekommen. Das dauert aber, das aktuelle Design mit 1.3 Milliarden Transistoren kann man vergessen. Frühstens in der nächsten Generation sehen die wieder Land.

    An der Stelle noch die Anmerkung, dass in den oben genannten Verlusten die wieder erstarkte Konkurrenz noch gar nicht drin ist. Das minus kommt allein aus den Rückstellungen für defekte Karten. Richtig übel werden die Zahlen erst, nachdem ATI seine bald erscheinenden LowEnd-Karten an OEMs liefert.
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