Der Stand-By-Verbrauch ist ein ernstes Thema. Nur nicht für den Handel. Wir testen die Relevanz anhand verschiedener Netzteile und Mainboards und am Schluss anonym Online-Shops und Läden. Ignoranz und Unwissen machen dem guten Vorsatz schnell den Garaus.
Eigentlich sind wir eher nebenher auf diese Thematik gestoßen, als uns rein zufällig zwei auf den ersten Blick identische Netzteile eines Herstellers in die Hände fielen. Beide unterschieden sich lediglich durch das Vorhandensein bzw. Fehlen des Aufdrucks "ErP ready". Einmal neugierig geworden, testeten wir den Unterschied beider Probanden in der Praxis und merkten in der richtigen Kombination der Hardwarekomponenten einen messbaren Unterschied. Natürlich wissen wir bereits länger um die Existenz derartiger Richtlinien, aber irgendwie ist der Stand-By-Verbrauch (Behörden-Deutsch: Schein-Aus) leider auch eines der Dinge, die man ganz gern verdrängt.
Das treue Fußvolk des Grafikkartenherstellers A jubiliert, wenn man 5 Frames pro Sekunde mehr mit 5 Watt weniger Verbrauch erreicht, als mit einem Vergleichsprodukt des Herstellers B. Aber niemand aus dem sich balgenden Gesamtanhängerhaufen weint den 5, 10 oder sogar noch mehr sinnlos verbratenen Watt eine Träne nach, die gegebenenfalls im Bereitschafts-Modus durch den Zähler fließen.
Auch wenn man die Eurokraten gern an dem Regelungen zur Form der Bananen und Gurken festnagelt - mit den beschlossenen Energiesparrichtlinien, insbesondere zum Stromverbrauch im Stand-By-Modus, hat man sich ernsthaft Gedanken gemacht, denen die Industrie mittlerweile in Form von käuflich erwerbbaren Produkten gefolgt ist. Dumm nur, dass einem willigen Endverbraucher seitens des Einzelhandels niemand die nötige Hilfestellung gibt - sei es aus Ignoranz, Unwissenheit oder Bequemlichkeit.
Tom investigativ - was haben wir genau vor?
Wir erklären natürlich zum besseren Verständnis erst einmal kurz die gefassten Richtlinien, prüfen danach praktisch die Relevanz des Stand-By-Verbrauches als Kostenfaktor und testen im Anschluss anonym den Handel mit einem etwas auf spießig getrimmten Endvierziger, der in diversen Märkten mit Freude den unwissenden Noob gibt und auch per Mail ausgewählte Online-Shops nervt. Eins vorab: das erschütternde Ergebnis ist der eigentliche Grund für diesen Artikel und am Ende gewinnen unter anderem ein Jungverkäufer und der Chef, der die Mails noch selbst beantwortet. Doch der Reihe nach...
- Einführung
- EU-Richtlinien leicht verständlich
- CE-Zeichenschwindel mit China-Export
- Praxistest: Katastrophe Office-PC
- Praxistest: einmal mit und einmal ohne ErP
- Praxistest: Netzteil, Mainboard und BIOS
- Online-Shops im Test: "Hilmar Brenninger" geht online einkaufen
- VV-Computer: Bei Mail Anruf samt Theorie
- Planet4One: die Pauschal-Kompatiblen
- CSV-Computer: das gibts doch (gar) nicht
- NorskIT: Wir sind billig, also nicht willig.
- Hardwareversand: Wissen ja, aber...
- Alternate: Kundenkonto statt Auskunft
- Mindfactory: Schraps hat den Hut verloren
- PCAnymore: Chef antwortet selbst
- Atelco: Seltsames Gleichnis und 80+ = Erp?
- Aussitzer: diese Shops schweigen komplett
- Mit "Hilmar Brenninger" live unterwegs
- Fazit: Hersteller Top, Handel Flop und ein Ratschlag von "Hilmar"

Dies geht so weit, dass auf Nachfragen nach einem Austausch eines defekten Produkts, welches bereits 2 mal unrepariert und sogar mechanisch defekt vom Hersteller zurückgeschickt wurde, mit dem Anwalt gedroht wird.
Auch wenn es OT ist:
Für die Probleme mit den Shops gibt es hier im Forum sogar eine eigene Sparte. Ich bin auch gern bereit, in einem berechtigten Schadensfall persönlich nachzufragen. Jedoch finde ich anonyme Beschuldigungen - berechtigt oder nicht - fehl am Platz und unfair. Man sollte dann wenigstens bereit sein, sein Gesicht zu zeigen. Sonst bekommt das Ganze nämlich schnell einen arg faden Beigeschmack. Ich bitte Dich deshalb, mich per PN über diesem Fall in Kenntnis zu setzen, vielleicht finden wir ja sogar eine Lösung.
Versuch in den meisten Shops mal was zum Thema Garantie heraus zu finden. Selbst Händler die ja vom Verkauf leben, wissen oft nicht den Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie, bzw. verweisen dann nur auf selbst zu tätigende Anfragen beim Hersteller.
NorskIT war früher schon ein absolutes NoGo. Wundert mich irgendwie nicht, dass die ihre alte schon einmal zum Scheitern geführente Strategie weiter verfolgen. Bei einigen anderen bekannten Shops hätte ich schon etwas mehr Professionalität erwartet, zumal die ja einen eigenen Geschäftskundenbereich haben, der sich ja eigentlich um so etwas kümmern sollte.
Ich bin schon auf den angekündigten Test gespannt.
PS: Ich habe einige deiner absichtlichen Fehler entdeckt, verrate dir aber nicht wo.
EDIT: Im übrigen ein sehr guter Artikel, der mir wieder einmal aufzeigt, wie gering mein Fachwissen ist. Auf ErP und EuP hatte ich natürlich nicht geachtet als ich meinen Rechner zusammen gestellt/gebaut habe.
Auf knapp 50.000 Zeichen darf man auch mal 11 Tippfehler haben
Ich finde, die verdächtige Ähnlichkeit der Kennzeichen lässt keinen anderen Schluss zu als den, dass hier jemand die Verbraucher bewusst täuschen will. Je nachdem, was zu erst da war, hat entweder China das "China-Export"-Symbol dem CE-Zeichen angeglichen, um Schrott in unseren Markt zu drängeln, oder die EU hat das Zeichen bewusst ähnlich gestaltet, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu China "aufzuwerten". Typisch wäre ersteres, aber dass EU, Zoll und Verbraucherverbände dabei dermaßen wegzuschauen scheinen, deutet ja irgendwie doch auf eine Verwicklung der hiesigen Instanzen hin. Wahrscheinlich ein bisschen von beidem.
Man kann doch nicht von jedem Käufer verlangen, dass er als Entscheidungshilfe erst mit Zirkel und Geodreieck dass CE-Zeichen abmessen muss! Oder vorsichtshalber gleich 50-100 Euro drauflegt, um sichergehen zu können, dass die Qualität in der Packung auch stimmt.
Wenn man online kauft, wird sicher oft eine "CE-Kennzeichnung" als Feature erwähnt, aber ganz sicher nicht, welche genau es ist. Shops, die solche Täuschungsversuche unterstützen, haben es dann eigentlich nicht besser verdient, als dass man ihnen den Kram einfach wieder zurücksendet.
Dieser Test zeigt ziemlich gut auf das es man leider immer noch nicht drumrum kommt sich selbstständig zu informieren bevor man einkaufen geht, sehr schade.
mittlerweile hat sich das stark geändert. zockerkiddie-praktikanten empfehlen einem zeugs, was ihrer meinung gerade das nonplusultra ist, völlig gegen die "das kriegen, wofür man bezahlt" richtlinie. gutes personal ist rar geworden (man kennt die gesichter ja irgendwann), die preise sind auch nur noch durchschnittlich. wenn ich wieder mal dort bin, werde ich mich mal bezüglich erp "beraten" lassen. das wird bestimmt interessant!
Ich bin so froh, das ich meinem Bruder jetzt einmal ein vernuenftiges System vorschlagen konnt. Der hatte sich naemlich vor ein paar Jahren einfach mal ein Asrock DualSATA2 Board gekauft und rotzigen RAM und ne billige Audigy LE ohne Hardwaresupport, ein billiges Netzteil und dazu noch ein uebles Billiggehaeuse. Und das Teil lief bescheiden und stuerzte regelmaessig ab. Habe mich eine halbe Woche gequaelt, das Teil einigermaßen zum Laufen zu bringen, weil mein Bruder es auch nicht mehr ausgehalten hat. Vor ein paar Wochen wollte er sich endlich was neues zulegen. Er wollte nen I7 mit x58 haben, und da habe ich ihm ein Mainboard fuer 200€, den I7 950, einen guten Zahlman Kuehler und einfachen Triple-Channel RAM von Kingston empfohlen. Zudem habe ich ihm ein altes Chiefec Bigtowergehaeuse gegeben und meine GTX280 ausgeliehen. Ergebniss: System laeuft wie geschmiert und rasend schnell. (Im Gegensatz zu dem Billigrotz AMD/ Asrock- Schrott, den er vorher hatte) Hat ihm bis jetzt keine 600€ gekostet. Er will sich noch eine neue Grafikkarte und eine richtige Soundkarte kaufen, es kommt also noch etwas dazu. Ich denke mal das das System gut 2 - 3 Jahre absolut wunderbar laufen wird.
Ich bezweifle, dass alle Produkte aus China ein falsches CE-Zeichen führen. Übrigens steht auch im Artikel, dass sie selten auftreten.
Über die Art und Weise, wie in den Elektronikmärkten zum Teil Ware an den Mann gebracht wird, kann man nur den Kopf schütteln.
Ich erlebte in einem Promarkt einmal, wie ein junger Verkäufer einem offensichtlich unkundigen älteren Herren eine nicht gerade günstige Ultra-Mega-Gaming-Tastatur mit tausend Tasten verkaufte. Dabei wollte der Mensch nur einen einfachen PC zum Surfen.
Versucht die Weltherrschaft an dich zu reissen?
Ich bezweifle, dass alle Produkte aus China ein falsches CE-Zeichen führen. Übrigens steht auch im Artikel, dass sie selten auftreten.
Über die Art und Weise, wie in den Elektronikmärkten zum Teil Ware an den Mann gebracht wird, kann man nur den Kopf schütteln.
Ich erlebte in einem Promarkt einmal, wie ein junger Verkäufer einem offensichtlich unkundigen älteren Herren eine nicht gerade günstige Ultra-Mega-Gaming-Tastatur mit tausend Tasten verkaufte. Dabei wollte der Mensch nur einen einfachen PC zum Surfen.
Dem Herrn haette ich eine sehr gute G8x von Cherry empfohlen
Dafür gibts ja den da
Wieso baut kein Gehäuse Hersteller mehr echte Netzschalter in die Gehäuse wie zu AT Zeiten? Was hindert die Hersteller denn daran das Kaltgerätekabel ab-zugreifen und einen echten Schalter ins Gehäuse zu bauen?!
Wer dann wirklich WOL benötigt kann das ja problemlos z.B. über so ein Teil abwickeln:
http://www.amazon.de/AllNet-ALL3075-Allnet-Netzwerksteckdose/dp/B001VG8GVM
Das funktioniert an meinem Eigenbau ESXi Server übrigens einwandfrei und ich möchte es nicht mehr her geben.
??? warum sollte man den Null/Neutralleiter trennen?
Phase wird bei Schaltern standardmäßig getrennt und das langt auch.
Aber wenn man konsequent ist, darf man keinen Schalter mit eingebautem ineffektivem Glimmlämpchen nehmen.
Die Sicherheit. Heute bastelt jeder ohne weiteren Elektronikkenntnissen am PC rum. Ein Netzteil zu öffnen, davor haben die Leute aber zum Glück Angst. Wenn so ein Kabel im Gehäuse rumliegen würde, ich weiß ja nicht. Alle Schalterkontakte müssten natürlich auch nach innen isoliert sein, weil man eben nicht davon ausgehen kann, dass der Rechner immer nur im geschlossenen Zustand am Netz hängt.