THG entdeckt Notebook-Fehler: Microsoft bringt Patch

Vor knapp zwei Wochen sorgte THG mit dem Artikel "Bug bei Intel oder Windows XP? Notebook-Akkus abgewürgt " für Aufsehen in der Branche. Denn kein weiterer Vertreter aus der Presse ging diesem Thema nach, obwohl einige Redaktionen ähnliche Messergebnisse hatten. Zu diesem Zeitpunkt war nicht klar, wer der Verursacher des Dilemmas ist. Heute sieht die Situation besser aus, denn es gibt zumindest Abhilfe für das Problem.

Hier noch einmal die Fakten: Wie wir bei einem Test vor einigen Wochen feststellen mussten, kann extern angeschlossene USB2.0-Hardware einen erhöhten Stromverbrauch bei Notebooks mit Core-Duo-Prozessoren verursachen. Mit Ingenieuren von Intel und Microsoft hat THG seitdem versucht, die Ursache des Problems zu finden. Die umfassenden Untersuchungen ergaben bei allen drei Teams übereinstimmend, dass die vermutlich einzige Ursache des ungewöhnlich hohen Stromverbrauchs ein Fehler im Advanced Configuration and Power Interface (ACPI)-Treiber in Windows XP Service Pack 2 ist. Wie unsere Tests beweisen ist von dem Problem nicht nur die aktuelle Intel Mobiltechnologie-Plattform, Codename Napa, sondern auch die Vorgängergeneration, Codename Sonoma, betroffen. Eine Untersuchung inwieweit auch AMD-Notebookplattformen ein ähnliches Verhalten zeigen, steht noch aus. Die entsprechende Messungen laufen noch. Inzwischen hat Microsoft bestätigt, dass man an einem offiziellen Patch arbeitet, der das Problem lösen soll.

"Der Artikel in THG hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass unser vorhandener Hotfix schwierig zu implementieren ist", erklärte Michael Burk, PR-Manager des Microsoft Client Team. "Denn wir haben herausgefunden, dass neben einer Veränderung der Registrierung auch ein BIOS-Update benötigt wird. Erst dann ist die Lösung auch wirklich stabil." Ein vorläufiger Workaround, der THG und eineigen OEMs bekannt ist und der inzwischen auch auf diversen Hardwareseiten im Internet kursiert, kann die Akkulaufzeit bei Notebooks an denen USB2.0-Hardware angeschlossen ist, zwar wieder einigermaßen auf die normale Laufzeit bringen. Er kann aber laut Burk, auch Stabilitäts-Probleme zur Folge haben. Deshalb rät Microsoft davon ab, den Workaround zu nutzen. Stattdessen, so Burk, sollte man lieber auf den endgültigen Patch und das BIOS-Update warten. Aus den eben genannten Gründen erlaubt es uns Microsoft auch nicht, diesen vorläufigen Workaround der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Die Ursache für den scheinbar übermäßig hohen Stromhunger der neuen Intel Mobiltechnologie-Plattform ist also in einem Fehler im ACPI-Treiber begründet. Dieser sorgt dafür, dass der asynchrone Taskplaner ohne Unterbrechung weiterläuft, sobald ein USB2.0-Gerät angeschlossen wird. Ständige Speicherzugriffe verhindern dann, dass die CPU in einen tieferen ACPI-Ruhezustand als den C2-Status geht. Somit bleiben Prozessor, Chipsatz und Speicher weiterhin aktiv, obwohl sie eigentlich nichts zu tun haben. In der Folge sinkt die Akkulaufzeit bei Anschluss eines USB2.0-Gerätes zum Teil erheblich.

Quellen aus der Branche haben uns erzählt, dass Intel ebenfalls eine Lösung entwickelt hat. Intel-USA-Sprecherin Connie Brown konnte zwar die Verfügbarkeit des Hotfix nicht bestätigten, aber sie gab an, dass Intel "seit einiger Zeit" mögliche Lösungen untersucht.

Der von uns für die im folgende beschrieben Test verwendete Workaround, besteht in einer relativ einfachen Ergänzung der Windows-Registrierung. Wie bereits erwähnt, haben wir von Microsoft keine Erlaubnis zur Veröffentlichung des Workarounds erhalten, der - zumindest offiziell - bisher nur für Microsoft-Partner mit Vertraulichkeitsvereinbarung verfügbar ist. Aber zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels waren die Details der Problemumgehung immer noch in einem

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