Linux-Foundation: »Entfernt das FAT-Dateisystem«

Nach dem Ende des Streits zwischen TomTom und Microsoft um diverse Redmonder Patente für das FAT-Dateisystem plädiert der Chef der Linux-Foundation für eine Abschaffung der Microsoft-Technik in Open-Source-Produkten.

Erst letzte Woche einigten sich Microsoft und TomTom: Die Niederländer setzen bei ihren Navigatinsgeräten auf Linux-Software, die wiederum Microsofts FAT-Dateisystem (File Allocation Table) nutzt. Der Fall endete für Microsoft gut, für TomTom eher bescheiden. TomTom muss Redmond entschädigen, Microsoft darf aber im Gegenzug ein TomTom-Patent weiter nutzen (siehe »Microsoft und TomTom einigen sich«).

Der Fall hatte in der Linux-Community für Aufsehen gesorgt, einige Vertreter von Open-Source-Vereinigungen, darunter auch Jim Zemlin, der Chef der Linux-Foundation, sahen in Microsofts Verhalten »eine Bedrohung« (siehe »Microsoft-Klage: Nachteil für die Softwareindustrie«).

Für Zemlin ist die Gefahr auch noch nicht vorbei: Er befürchtet weitere Microsoft-Klagen für die Zukunft; die einseitige Einigung zwischen TomTom und dem Software-Giganten Microsoft ist für ihn ein Beleg dafür, dass Microsoft weiter ein Auge auf die Open-Source-Konkurrenz hat: »Wenn es darauf ankommt, trachtet Microsoft offenbar immer noch aktiv danach, offene Technologien oder Standards zu untergraben«, so Zemlin im Foundation-Blog. Dass Microsoft neuerdings mit seiner Web App Gallery (siehe »Microsoft bündelt Open-Source-Anwendungen«) auf Kuschelkurs mit der Open-Source-Community ist, dürfte Zemlins Meinung nicht ändern, im Gegenteil: Er ruft die Hersteller von Open-Source-Software und Hardware, die diese einsetzt dazu auf, auf FAT zu verzichten. Und bietet hierbei Hilfe an: »Die Linux Foundation unterstützt Interessierte in technischen Belangen bei der Entfernung des FAT-Dateisystems von ihren Produkten«, erklärt Zemlin. »Wie von Microsoft in der eigenen Pressemitteilung eingeräumt«, so Zemlin, »kann dieses Dateisystem leicht durch verschiedene Alternativen ersetzt werden«, so der Linux-Foundation-Chef.

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19 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • trevorcolby
    hmm, ich wußte nicht mal, dass FAT noch geschützt ist. Ich will hier jetzt nicht eine Diskussion starten ob es sinn macht etc oder ob M$ wieder mal der berühmte Krake ist etc. Aber weiß jemand denn gute Alternativen die das oben beschriebene Problem leicht umgehen ? (Ich habe davon leider überhaupt keine Ahnung - sorry !)

    Davon abgesehen hätte ich mir in dem Artikel seitens der redaktion bereits Hinweise dazu erwünscht.

    Danke !
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  • BlackX
    Open-Source-Software muss ja auch nicht zwangsläufig was mit Linux zu tun haben.
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  • derGhostrider
    "FAT" wurde mit QDOS von Microsoft gekauft und dann weiterentwickelt.

    Allerdings frage ich mich, was die Alternative sein sollte. So viele USB-Sticks und sonstige Speicherkarten werden in FAT formatiert.
    Jeder größere Hersteller zahlt brav seine Lizenzabgabe, nur TomTom meinte das nicht zu brauchen.
    Die Rechnung haben sie nun bekommen. Zu Recht!
    FAT ist eine alte Krücke, da müssen wir uns nichts vormachen. Aber womit sollte es schon ersetzt werden? Wie "toll" würden es Linux-User finden, wenn sie ab morgen die Speicherkarten ihrer Kameras nicht mehr lesen könnten, da diese NUR FAT können? Wie toll würden sie es finden, wenn die USB-Sticks inkompatibel zu MS würden, da sie Ext3 oder sonst wie formatiert würden?
    Wirklich gut überlegt scheinen die Äußerungen nicht zu sein, zumindest nicht im Sinne der User. Da möchte jemand mal wieder mit aller Gewalt sagen: "MS ist ja sooo böse!"
    Dabei ging es nur um eine ganz normale Lizenzverletzung. Nichts, woran sich "jeder mit Linux" nun stören müsste.
    Einer an der Spitze übertreibt es, ein paar kleine Fanatiker springen gleich auf den Zug auf und bashen munter gegen MS.

    Immer das gleiche.
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