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Facebook steigt auf ARM-Server um

von - quelle: SemiAccurate

CPUs auf ARM-Basis finden sich in allen möglichen Geräten. Dem IT-Fan sind sie vor allem als Herzstück von Handy und als NAS-Prozessor ein Begriff. Einem Bericht zufolge könnten sie aber auch bald in Servern Einzug halten, und zwar bei Facebook.

Immer wieder kochen Gerüchte hoch, dass ARM-CPUs bald bei dieser oder jener großen Firma in den großen Server-Farmen zu finden sein solle. Nun kristallisiert sich der erste Kandidat heraus: Einem aktuellen Bericht zufolge will Facebook nun sein Data-Center in Oregon mit ARM-Servern ausstatten. Interessanterweise will man die Prozessoren laut Bericht nicht von einem der etablierten ARM-Partner wie Samsung oder Qualcomm beziehen. Stattdessen solle eine relativ junge texanische Firma namens Smooth-Stone als CPU-Lieferant dienen, die allerdings genau den Serverraum als ihr Einsatzgebiet auserkoren hat.

Eigentlich gelten ARM-CPUs nicht als sonderlich schnell. So kann die aktuelle Generation nach wie vor nicht an die Performance aktueller Atom-CPUs von Intel heranreichen, die ihrerseits zu den langsamsten der derzeit verkauften Chips gehören. ARM-CPUs scheinen aber inzwischen "schnell genug" zu sein, um einen Thread auf einem Facebook-Server auszuführen. Letztlich könnte Facebook also einfach zwischen Leistung (Performance) und Leistungsaufnahme abwägen und eine einfache Rechnung nach "Watt pro Thread" aufmachen. x86-CPUs sind zwar leistungsfähiger und können mehr Threads gleichzeitig abarbeiten, verbrauchen aber auch mehr Strom. Gut möglich, dass letztlich auf viele Server hochgerechnet die ARM-CPUs in PHP-Anwendungen wie Facebook am wenigsten Strom bei ausreichender Leistung aufnehmen.

Sollte sich Facebook tatsächlich für einen Komplettumstieg entscheiden, dürfte Intel alles andere als glücklich sein. Immerhin ginge der Chipschmiede dann ein riesiger Auftrag durch die Lappen. Außerdem dürfte die Reaktion anderer großer Firmen interessant sein. Viele werden nun auf Facebook schauen um abzuschätzen, inwiefern sich das ARM-Modell auf die eigene Server-Farm übertragen ließe. Sicherlich werden dadurch Intel, AMD, IBM und Co nicht aus den Serverräumen vertreiben - für viele Zwecke braucht es eben doch die volle Prozessor-Power oder die x86- bzw. Power-ISA. Ein Umdenken wäre aber durchaus möglich - und möglicherweise sinken dann ja auch die Preise. Immerhin sind ARM-Chips weit günstiger als Intels Xeons oder AMDs Opterons.

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master snowman 25/08/2010 08:50
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> Immerhin sind ARM-Chips weit günstiger als Intels Xeons oder AMDs Opterons
ja? dafür braucht man wieder mehr dieser chips, und wurde auch der rest auf der platine für diese aussage berücksichtigt? einfach ein urteil ohne begründung zu sprechen, naja... ein anderer gedanke: ist es nicht google, die vorhaben ARM aufzukaufen?

benkraft 25/08/2010 10:21
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Ein Xeon-Chip, selbst der preiswerteste, kostet nicht unter 150 Euro - dabei handelt es sich noch um die alte Wolfdale-Generation, also einen Core 2 Duo.
Schaut man sich ein halbwegs aktuelles Modell an, sind es ab 173 Euro für einen Doppelkerner und bis zu knapp 1.500 Euro für das Spitzenmodell mit 6 Kernen und 12 Threads. Mainboards dazu kosten ab knapp 230 Euro.

Kein ARM-Prozessor liegt in diesen Bereichen.
Außerdem: Anschaffungskosten machen nur einen Teil der Gesamtkosten aus. Wie im Text erklärt, ist es der Stromverbrauch, der ARM-CPUs attraktiv machen könnte. Selbst wenn man nun für die ARM-Ausstattung ebenso viel bezahlen müsste, wie für eine Xeon-Variante (was ich mir nicht wirklich vorstellen kann), würde man über die Stromkosten schon sehr schnell sehr viel Geld sparen.

Was das Mainboard anbelangt: Als Partner wird SuperMicro gehandelt. Es ist nicht auszuschließen, dass man dann mehrere CPUs auf ein Mainboard packt. Das käme ja auch der Serverdichte entgegen.

Ob ARM zum Verkauf steht, ist auch so eine Sache. Da würden die Wettbewerbshüter sicherlich seeehr genau hinschauen. Auch Intel, Apple und Nvidia wurden ja schon mal als potentielle Interessenten gehandelt. Fakt ist: ARM baut ja selbst keine Prozessoren sondern entwickelt Referenzdesigns und vergibt dann Lizenzen. Wenn eine andere Firma, die möglicherweise sogar selbst im CPU-Geschäft tätig ist, ARM übernähme, könnte man die Lizenz-Vergabe an andere Firmen kontrollieren und unliebsame Konkurrenten ausbremsen. Insofern... Kann sein, kann nicht sein. Ich sehe es derzeit nicht als wahrscheinlich an.

marcolb 25/08/2010 19:57
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Find ich gut, man muss ja nicht immer bei Intel oder AMD kaufen

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