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Klage: Wem gehört Facebook?

Von - Quelle: The Wall Street Journal | B 3 kommentare
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Über eine schräge Geschichte berichtet aktuell das Wall Street Journal: Ein Mann namens Paul D. Ceglia behauptet, er habe laut Vertrag Anspruch auf 84 % des sozialen Netzwerks Facebook. Die Firma selbst nennt die Klage unseriös.

Wie das Wall Street Journal berichtet, reichte Ceglia Ende Juni 2010 im Bundesstaat New York Klage gegen Facebook und behauptet, ihm stünden 84% der Anteile an der Social-Networking-Seite Facebook zu. Seinen Anspruch begründet er mit einem Vertrag, den er im Jähr 2003 mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg geschlossen habe. Gegenstand war dabei die Entwicklung und Gestaltung einer Webseite für die Absolventen der Elite-Uni Harvard, die sich wie ein interaktives Jahrbuch nutzen lassen und TheFacebook.com heißen sollte. Das WSJ zitiert aus einer ihm vorliegenden Kopie des Vertrages:

""for the purchase and design of a suitable website for the project Seller [Mr. Zuckerberg] has already initiated that is designed to offer the students of Harvard university [sic] access to a wesite [sic] similar to a live functioning yearbook with the working title of 'The Face Book.'"

Im Gegenzug sollte Ceglia für eine Zahlung von 1.000 Dollar zu 50 Prozent an der entstehenden Seite beteiligt werden. Aus thefacebook entwickelte sich dann die Seite facebook.com, aus der wiederum das heutige Unternehmen Facebook, Inc hervorgegangen ist.

Eine weitere Klausel des Vertrages soll besagen, dass sich sein Anteil für jeden Tag, um den sich der Start der Seite verzögerte, um ein Prozent erhöhe. Da die Webseite erst 34 Tage nach ihrem eigentlichen Starttermin veröffentlicht wurde, meint Ceglia nun, Anspruch auf 84 % von Facebook zu haben. Weil das Geschäft seitdem kontinuierlich laufe, folge daraus auch, dass er Anspruch auf 84 % aller Einnahmen habe, die seitdem erzielt worden sind. Das wäre durchaus lukrativ, denn Facebook hat aktuell etwa 500 Millionen Nutzer, und der Wert des Netzwerkes wird auf 6,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. 

So merkwürdig das Ganze anmuten mag, das zuständige Gericht scheint den Vorgang erst einmal ernst zu nehmen. Richter Thomas Brown ordnete jedenfalls bis eine endgültige Entscheidung vorliege an, dass Facebook vorerst keine Kapitalanteile verkaufen dürfe. Facebook bezeichnet die Klage als völlig unseriös ("completely frivolous") und hat seinerseits den Antrag gestellt, den eigenen Fall an ein Bundesgericht zu übergeben. Inwieweit die Klage Erfolg haben wird, steht in den Sternen, doch ist Ceglia der US-Justiz wohl nicht unbekannt. Aktuell ist eine Klage gegen in anhängig, die ihm vorwirft, er habe Kunden seines Holzbrennstoffhandels betrogen. Auch aus einem anderen Grund könnte diese Klage scheitern, bevor sie überhaupt so richtig in Fahrt kommt: Möglicherweise sind Ceglias Ansprüche verjährt.

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  • metal_alf , 13. Juli 2010 18:26
    Autsch ... tönt zwar unseriös aber evtl. hat ja der Herr Zuckerberg in jugendlichem Leichtsinn einen Fehler gemacht? Wäre ja Mal was geiles! Vom Milliardär zum nicht in null Komma nix :-P
  • bluray , 13. Juli 2010 19:04
    Was zeigt das mal wieder...
    lasse ALLE Punkte eines Vertrage NOTARIELL prüfen und ggf. auf spätere Auswirkungen prüfen.

    Interessant, dass die Amis scheinbar keine Verjährungsfristen kennen. Ansonsten wäre genau DIES ein Grund, künftig Klauseln, wie

    "Der Anspruch auf Anteile aus der Firma verjährt nach X Jahren"
    "Der Vertragspartner hat dadurch seine Ansprüche verwirkt"

    mit in den Vertrag einzubauen.

    interessant ist der Fakt, dass Cegilia diese Klage erst 7(!) Jahre nach Entwicklung von facebook eingereicht hat.

    Man könnte jetzt böse unterstellen, dass Cegilia absichtlich abgewartet hat, um herauszufinden, wie sich facebook entwickelt, um bestmöglichen Profit aus der Sache heraus zu schlagen! Ich mag mich dumpf daran erinnern, dass es Facebook vor paar jahren nicht so gut ging und jenes erst in den letzten 3(?) Jahren so richtig florierte, da Zuckerberg etliche Features mit dazubauen liess und sogar eine API bereitstellen lassen hat, mit der facebook das ist, was es heute verkörpert, nämlich eine recht flexible (aber auch meiner Meinung nach total überladene) Web 2.0 Anwendung.

    Naja, egal, wie das Ganze ausgehen wird. Die Assgeier, sprich der Rechtsantwalt (oder mehrere) dürften sich angesichts der Streitsumme die Finger lecken!
  • TNC-Flipstar , 15. Juli 2010 18:25
    Das ist schon eine echt fiese Nummer von ihm, aber es auch sehr verlockend wenn da ein paar Millionen winken, müsst ihr doch zugeben. ;)