Pilotprojekt: Facebook-Fahndung der Polizei
Die Polizei in Hannover zog einer erste positive Bilanz ihres im März diesen Jahres gestarteten Pilotprojekts, Facebook bei ihren Ermittlungen miteinzubeziehen. Ob sich die Polizei zukünftig dort weiter informieren und auch fahnden darf, ist noch offen.
Wir hatten vor einiger Zeit darüber berichtet, dass US-amerikanische Behörden bei ihrer Ermittlungsarbeit Facebook nutzen. Auch die Polizei in Hannover hat sich dazu entschlossen das Soziale Netzwerk im Rahmen ihrer Fahndungsarbeit in Anspruch zu nehmen. Damit zählt die Polizei der niedersächsischen Landeshauptstadt bundesweit zu einer der ersten, die Facebook aktiv als Hilfe bei ihren Ermittlungen einbezogen hat. Auch die Polizeiinspektion Harburg startete ein Pilotprojekt.
Laut einem Bericht der Hannoverischen Allgemeinen ziehen die Behörden für das seit März diesen Jahres laufende Pilotprojekt eine positive Bilanz. Wie der Polizeisprecher Heiko Steiner erklärte, war es möglich unter Zuhilfenahme des weltgrößten Sozialen Netzwerks insgesamt acht Fälle aufzuklären. Neben Fällen im Zusammenhang mit Körperverletzungs- und Diebstahldelikten, wurden den Fahndern über das Internet auch entscheidende Hinweise auf zwei vermisste Kinder gegeben.
Facebook sei daher von Bedeutung, weil man über das Soziale Netzwerk mit Zielgruppen Kontakt aufnehmen könne, die klassische Medien nicht erreichen. Erstmalig wurde die Facebook-Community jetzt auch für Ermittlungen in einem Mordfall mit einbezogen. Laut Polizeisprecher Steiner sind etwa 500 Hinweise im Fall der am ersten Adventssonntag in Hannover getöteten Studentin eingegangen – viele davon über Facebook.
Wie es in Zukunft weiter geht, ist offen. Nach Kritik von Datenschützern, haben die Behörden trotz der großen Resonanz ihr Projekt mittlerweile beendet und sich aus dem Netzwerk verabschiedet. Bis dahin verzeichnete die Hannoverische Polizei immerhin 80.000 Facebook-Fans. Für Januar seien Gespräche mit der Landesdatenschutzbeauftragten und Facebook Deutschland geplant. Einen Monat später werde das Thema auch auf der Agenda des Arbeitskreises Polizei und Innere Sicherheit der Innenminister stehen.
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