Mehr Drehzahl? Festplatten mit 15.000 gegen 10.000 U/Min

Im Server- und Workstation-Segment gelten höhere Drehzahlen: 10.000 U/Min sind Standard, High-Performance-Laufwerke warten mit 15.000 U/Min. Doch was bringen die ganz schnellen Laufwerke tatsächlich?

SAS 15k savvio

Festplatten für Desktop-PCs arbeiten heute üblicherweise mit 7.200 U/Min, da sich diese Drehzahl im 3,5”-Format als guter Kompromiss zwischen Langlebigkeit, Lautstärke, Kosten und Leistungsfähigkeit herausgestellt hat. Bei 2,5” Notebook-Festplatten findet derzeit der Umstieg von 4.200 auf 5.400 U/Min statt, da bei Notebooks Unterschiede in der Festplattenleistung deutlich spürbar sind; mehr und mehr Hersteller bieten deshalb 2,5”-Laufwerke mit 7.200 U/Min. Doch im Server- und Workstation-Segment ist eine höhere Schlagzahl angesagt: 10.000 U/Min sind Standard; High-Performance-Laufwerke warten mit 15.000 U/Min. Doch was bringen die ganz schnellen Laufwerke tatsächlich?

Neben der verwendeten Aufzeichnungstechnologie ist die Drehzahl eines Festplattenlaufwerks entscheidend für dessen Leistungsfähigkeit. Meist denkt man dabei an die Datenübertragungsraten, deren Unterschiede für den Anwender schnell ersichtlich werden: Ob Windows-Start oder Übertragung von Gigabyte großen Dateien; je schneller die Transferraten, desto kürzer die Wartezeiten. Hohe Drehzahl kombiniert mit moderner Aufzeichnungstechnologie wie PMR (Perpendicular Magnetic Recording – senkrechtes Aufzeichnungsverfahren) ergibt praktisch immer neue Rekorde bezüglich der Transferleistung.

Doch auch die durchschnittliche Zugriffszeit verkürzt sich mit steigender Rotationsgeschwindigkeit. An dieser Stelle muss man die Zugriffszeit von der Suchzeit abgrenzen, denn nur erstere hat in der Praxis Relevanz: Die Zugriffszeit setzt sich zusammen aus der Suchzeit und der stets anfallenden Rotationslatenzzeit: Nach der Positionierung der Laufwerksköpfe muss die Elektronik oft noch darauf warten, dass die Speicherscheiben eine teilweise Umdrehung rotieren, bis die angeforderten Sektoren die Köpfe passieren und gelesen werden können. Je höher die Drehzahl, desto kürzer fällt die Rotationslatenzzeit aus.

Dummerweise steigt der Preis für Laufwerke mit hoher Rotationsgeschwindigkeit rapide an, so dass eine Server-Festplatte mit 15.000 U/Min aktueller Generation erheblich mehr kostet als die Drives mit 10.000 U/Min. Außerdem ist der Tempozugewinn mit Einschnitten bei der Kapazität, oder einem weitere Aufpreis verbunden. Wir vergleichen zwei aktuelle 2,5” Seagate Savvio-Laufwerke mit 10.000 und 15.000 U/Min – einzeln, im RAID 0 und im RAID 5 mit jeweils vier Laufwerken.

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6 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Wie ist die geringere Kapazität der 15k - Festplatten zu verstehen?
    Haben die 10k - Platten zwei Scheiben und die 15k - Platte nur eine, oder wurde bei den 15k - Scheiben schlicht die Speicherdichte reduziert?
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  • Ich weiß nicht wo ihr geschaut habt aber die 15k Festplatten gibt es mit bis zu 300 GB Speicherplatz http://www.alternate.de/html/product/details.html?articleId=185122&showTechData=true
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  • Wer lesen kann ist im Vorteil, Techniker Freak. Da steht: "Noch liegen die größten Kapazitäten bei 2,5” SAS-Festplatten bei 147 GB bei 10.000 U/Min oder 73 GB mit 15.000 U/Min, während 3,5” Festplatten für Server bis zu 300 GB unterbringen."

    Oder um es in einem einfachen Satz zu sagen: "3,5-Zoll Platten mit 15.000 U/Min gibt es bis 300GB"

    Die Platte die Du verlinkt hast ist eine 3,5" Platte und damit mit der obigen Aussage abgedeckt.
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  • Es wäre schön gewesen, wenn in diesem Test auch 3,5" Server-Platten zum Vergleich mit drin gewesen wären. Die sollten doch wohl immer noch in vielen Servern drinstecken, und vor allem nochmal eine ganze Ecke schneller sein, oder nicht?

    Und ganz toll, wenn auch handelsübliche 3,5" HDDs mit 7200U als Vergleichswert mit hinzugenommen worden wären.

    Ansonsten interessanter Artikel.
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  • @rogard

    Zitat: "Die sollten doch wohl immer noch in vielen Servern drinstecken, und vor allem nochmal eine ganze Ecke schneller sein, oder nicht?" - Seite 2, Absatz 2 nochmal lesen und gut is...
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  • Alte Faustregel:

    Wenn Du €1000 hast, dann kaufe davon die preiswerteste Platte die Du bekommen kannst und spendiere ihr soviel RAM wie Geld übrig bleibt. Um den umgekehrten Fall, kaufe teuerste Platte und RAM vom Rest, läuft man damit immer Kreise.
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