Herstellertypische Fehler und Ausfälle
Die "CC-Fliege" beißt Seagate
Die schlechten Ergebnisse von Seagate resultieren hauptsächlich aus der 7200.11 Serie der Barracuda mit der Kapazität von 500 Gigabyte bis zu 1,5 TB, die man wohl kaum als erfolgreich bezeichnen kann. Diese Festplatten machen immerhin 65% der Ausfallrate aller Seagate-Platten aus, die bei Storelab eingeliefert wurden. Diese Modelle wurden ganz offensichtlich mit heißer Nadel gestrickt und nur unzureichend getestet. Die meisten Modelle haben bereits in den ersten 1,5 Jahren einen Defekt erlitten und damit noch nicht einmal das Ende der Garantiezeit erlebt. Erstaunlich auch der Vergleich zu älteren Seagate-Serien bis zur 7200.10, die um vieles sicherer waren und nur 35% des Einsendeanteils ausmachten. Der am häufigsten aufgetretene Effekt war dabei die fehlerhafte Firmware und der ausgegebene Fehlercode "000000CC". Aus diesem leiteten Ingenieure später den Begriff «CC-Fly" (Tsetsefliege) ab. Typische Symptome waren die Festplattenverlangsamung im Betrieb und der anschließende "Tod" nach einem Neustart durch den zerstörten Microcode.
Doch es traten, nicht nur bei Seagate, auch andere Fehler auf. Der häufigste ist das Verkeilen der Motorachse. Die Festplatten aller Produzenten fallen aus diesem Grund mehr oder weniger regelmäßig aus. Betroffen sind vor allem Festplatten mit größerer Kapazität, in denen 3 oder mehr magnetische Platten (Platter) verwendet werden. Die zusätzlichen Platter vergrößern die Achsbelastung und führen später als Hauptgrund zum Stillstand des Motors. Es reicht oft schon, diese Festplatten aus 20 cm Höhe fallen zu lassen. Ein Verkeilen der Achse kann man dann an einem kreischenden Festplattengeräusch und erhöhten Vibrationen fest machen. Seagate verwendet, um diesem Problem entgegen zu wirken, ab der Serie 7200.12 eine neue Technologie. Wie sicher diese ist, müssen erst Langzeituntersuchungen beweisen. Derzeit liegen noch keine gesicherten Daten seitens Storelabs vor.
Western Digital hält sich vornehm bedeckt
Unter den Ausfällen bei Western Digital hatten 59% der Platten eine Kapazität von bis zu 500 GB und ein mittleres Alter von 3,5 Jahren. Die restlichen 41 % betreffen Platten mit einer Kapazität von mehr als 500 GB. Auf Grund der Konstruktion und der zusätzlichen Platter sind sie weniger haltbar und liefen in der Regel nur 1,5 Jahre. Für die Festplatten von Western Digital ist laut Storelab der Ausfall der Magnetköpfe charakteristisch. Die Defekte geschehen überwiegend durch Überhitzung (die Köpfe einer Festplatte von Western Digital sind bei Temperaturen von mehr als 45 Grad Celsius sehr anfällig), sowie durch physische Einwirkungen. Die Besonderheit der Konstruktion der Festplatten von Western Digital macht diese besonders empfindlich gegen Schläge und Druck. Im Unterschied zu anderen Herstellern fixiert Western Digital die Achse mit dem Kopf-Block nicht mit einer separaten Schraube gegenüber dem Deckel der Festplatte. Deshalb kann Druck, der auf das Gehäuse und den Deckel ausgeübt wird, zu einer Verschiebung dieser Achse führen. Die Folge ist ein veränderter Neigungswinkel und damit der Defekt der Platte. Ein weiterer Grund ist die Lagerung der Motorachse im Deckel. Verschiebt sich der Deckel, kann bereits der Motor blockiert werden. Bis auf diese Anfälligkeit sind die Festplatten von Western Digital mechanisch und elektronisch sicher.
Verkeilen der Platter bei Toshiba/Fujitsu und Samsung
Von Toshiba/Fujitsu wurden überwiegend die 2,5" Notebookfestplatten ausgewertet. Die mittlere Laufzeit dieser Festplatten betrug 2 Jahre. Die spezifische Krankheit der Toshiba-Festplatten war das Verkeilen der Motorachse durch defekte Flüssigkeitslager. Der häufigste Grund für deren Ausfälle war die Alterung. Der Deckel, der die Achse der Festplatten von Toshiba abschließt, ist sehr dünn und unterliegt deshalb häufig einer Deformation. Mit der Zeit verdampft aus diesem Grund das Schmiermaterial des Lagers. Dadurch erhöht sich allmählich die Reibung, in der Buchse treten Späne auf und am Ende frisst sich die Achse fest. Das Verkeilen der Motorachse ist der schwerste Fehler und eine Datenrettung nicht in jedem Fall möglich. Ein weiterer häufiger Grund für das Ausfallen dieser Notebook-Festplatten sind Schäden durch das Herunterfallen und das Anschlagen der Magnetköpfe. Diese schweben normalerweise hauchdünn, von einem Luftstrom angehoben, über den Plattern - sie zerkratzen diese aber im Falle einer mechanischen Einwirkung durch den direkten Kontakt bis hin zur Unbrauchbarkeit der Festplatte. Man hört ein leises Summen, die Platte wird im BIOS erkannt, arbeitet aber nicht mehr. Die Daten sind fast immer verloren.
Festplatten der Firma Samsung sind vor allem durch mechanische Beschädigungen der Platter durch die Magnetköpfe betroffen, was hier den häufigsten Ausfallgrund darstellt.
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Sldo ich bin mit meinen WD Platten sehr zufrieden da hat noch keine den Geist aufgegeben. Die Älteste ist von Ende 1994 läuft immernoch einwandfrei.
Ich ersetze alle 4-5 Jahre meine Festplatte. Durch den Generationswechsel ergibt sich dann auch ein Geschwindigkeitsvorteil. Hatte noch keinen Ausfall einer Platte bei mir zu beklagen, da sich die "Fehler" meist frühzeitig bemerkbar machten.
Erhöhte Vibrationen, Leerlauf und Last werden mit der Zeit lauter, unruhiger Lauf, etc. heißt bei mir immer Lagerschaden --> neue Platte muss her. Damit fahre ich ganz gut.
Da Festplatten nicht mehr die Welt kosten, ist ein prophylaktischer Tausch meist die günstigste Alternative. Zumal alle Daten noch zur Verfügung stehen. Über das Geschwindigkeitsplus der neuen Generation an Festplatten kann man sich dann noch zusätzlich freuen.
Hab gerade letzten Monat meine Platte getauscht. Was meine alte Platte an maximalen Durchsatz schafft, hat die neue knapp als Minimaldurchsatz.
Edit:
Verlasst euch nicht auf SMART!
Wenn SMART einen Defekt meldet, ist es meistens zu spät, bzw. die letzte Chance noch etwas zu retten.
Hatte ich schon bei einem vorherigen Wechsel bemerkt.
>Durchschnittliche Haltbarkeit in Jahren. Western Digital: 1.5 Jahre für >Platten
DAS wäre aber erschreckend... (typisch THG)
die tabelle schaut eher aus wie das durchschnittsalter der zu reparierenden (defekten) festplatten...
Nenne es Laufzeit, Nutzungsdauer Standfestigkeit, Haltbarkeit in Jahren - der restliche Kontext ist eigentlich eindeutig.
Endlich mal ein expliziertes Gedankenspiel, auf das ich gewartet habe.

Statt Eigen-Lobeshymnen der Hersteller auf Ihre Speicherdichten/Hybrid- und Öko-Lösungen das Wichtigste:
"Mit was darf man denn so rechnen"
Habe 7 74GB WD Raptoren seit 2002 im Dauereinsatz... 3 Betriebssystemgenerationen drauf und noch nie auch nur Zucken an den Platten festgestellt. Denke sie werden mich noch so weit begleiten, bis SSDs endgültig die Festplatten ablösen...
Hm, da hab ich gegenteiliges erlebt, aber ich kann nicht mit mehr als 200 Platten dienen

Hitachi und WD sind mir alle Platten abgeraucht die ich von denen hatte, innerhalb von 1 - 3 Jahren. Seagate 3 von 4 in einem 1 Jahr (nicht die 7200.11) und bei Samsung 1 von 7, allerdings nach etwa 6 Jahren
Und die wurden ziemlich identisch gelagert, gekühlt und auch genutzt.
Ich hatte noch keine schlechten Erfahrungen mit WD Platten. Nur mit Seagate Platten in NAS Geräten, welche von den Firmware Problemen betroffen waren. Den treuesten Dienst leistet eine 80GB Maxtor Platte von 2003. Die läuft und läuft und läuft.
Ich denke je neuer die Platten sind, umso weniger halten sie aus. Ich hatte bis vor kurzem noch 2 Seagate 7200.7 in Betrieb. Eine davon ist mir nach 1 Monat verraucht, seitdem hatte ich nie wieder Probleme.
Wobei hingegen die hochgelobten Samsungplatten den Weg in meinen PC nicht mehr finden werden. 3 Platten in 1,5 Jahren ist einfach zu viel, wobei ich noch eine SP2514 auf Lager habe, die auch noch funktioniert - aber alle neueren Platten sind eine Katastrophe.
Jetzt Versuch ichs mal mit den WD RE3 Laufwerken, mal schaun wie lange die durchhalten, bis jetzt sind sie mal problemlos
@formatc:
ok, dann erklär ich es euch halt doch..
die meisten festplatten werden NICHT repariert, sondern weggeworfen..
um so älter sie sind, um so eher werden sie entsortgt und/oder enthalten keine/weniger wichtigen daten..
eine z.b. 7 jahre alten Festplatten die im Müll landete ist also nicht in "eurer" statistik
wenn ihr jetzt immer noch nicht kapiert habt, dass man nicht von dem durchschnittsalter der zu reparierenden festplatten, auf das durschnittsalter aller festplatten schließen kann, dann weiß ich auch nicht..
Weißt Du was lustig ist? Dass Du den Artikel offensichtlich nicht gelesen hast. Ich weiß nicht wie oft es drin steht (wäre mal 'ne Aufgabe das zu zählen), aber es wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass es sich ausschließlich um eine Auswertung der eingesandten Festplatten handelt.
Und noch etwas:
Es ist nicht "unsere" Statistik, sondern die eines der führenden Datenrettungsunternehmen Russlands. Auch diesen Fakt kann man bequem entnehmen. Ein wenig guter Wille vorausgesetzt. Ich bin jedenfalls froh, ab und zu auch einmal Zahlen zu bekommen, die nicht von Lobbyisten geglättet wurden. Aus diesem Grund sind die Grafiken auch original - ich wüsste auch keinen Grund, die Kompetenz der Storelab-Ingenieure anzuzweifeln. Falls Du einen hast, nur zu. Kontakt kann vermittelt werden.
Ich hatte früher immer Seagate, eine WD war auch dabei, das gab immer Probleme mit den Platten. Bin dann auf Samsung umgestiegen schon wegen dem Preis. Die Platten laufen jetzt seit 3. Jahren zuverlässig.
Der Beitrag hat mir gut gefallen, weiter so.
Meine alte Maxtor 540 MB (Jahrgang 1995, 14 Jahre dauerhafter Betrieb) wird die Seagate 7200.12 im momentanen Sys definitiv noch überleben und gnadenlos überbieten in Sachen Haltbarkeit und Zuverlässigkeit.

Passt halt nix drauf, außer ein 98er Windows.
Formatcs Artikel gehören auch immer mit zu die letzten Perlen von THG.
Stets gut und mühevoll geschrieben, keine sinnfreie Themenwahl, sehr wenig Rechtschreibfehler, keine kaputten Sätze, logische und durchdachte Gedankengänge sowie Schlussfolgerungen.
Davon könnten sich die anderen Redakteure noch eine Scheibe abschneiden
Ich habe früher als Techniker gearbeitet und hatte damals viele IBM/Hitachis der bekannten Serien getauscht.
Danach waren sie äusserst zuverlässig. Sicher gabs mal einen DOA aber an Ausfälle kann ich mich seitdem nicht erinnern. Und da hab ich viele verbaut oder auch im Kollegenkreis gesehen.
Viele Maxtor sind im laufe der Jahre eingegangen, auch mehrere Samsungs,
wobei ich die F1 der neueren Generation als relativ zuverlässig einschätze. Hatte zwar auch ein paar Ausfälle in der Firma mit der F1 640GB.
WD war auch recht gut und Seagate hab ich eigentlich immer etwas gemieden.
Letztes Jahr wurde es dann ein 7200.12 in der Firma. Und was ist, sie spinnt bereits.
Nunja....
So hat eben jeder seine Favoriten.
Meine waren immer Hitachi und WD und ich bin nach den hier gelisteten Zahlen wohl nicht gar so falsch unterwegs.
hmmm ich weiß nicht so recht. In eine derartige Statistik fließen so viele Nebenbedingungen ein, dass sie nicht mehr wirklich glaubwürdig ist.
Kann btw einer französisch und mir den Test hier übersetzen:
http://www.hardware.fr/articles/77 [...] sants.html
Der Witz ist, mit Deinem Artikel bestätigst Du die Erkenntnisse von Storelab irgendwie. Trotz Nebenbedingungen
Die Ausfallquoten über die Händlerreklamationen sind auch bemerkenswert:
- Western 0,89%
- Hitachi 0,92%
- Samsung 2,25%
- Maxtor 2,79%
- Seagate 2,89%
Zumal Maxtor und Seagate größtenteils baugleiche Platten sind
Wundert mich das Samsung so gut abschneidet.

Aber für die Fanboys ist das bestimmt trotzdem ein Schock
Naja, bei deren kleinem Marktanteil... ich gehe mal davon aus, dass diese Platten dort weniger in kommerziell genutzten PCs verbaut werden.