Anmelden / Registrieren

Der SSD-Schwindel: Flash-Laufwerke verringern Akku-Laufzeit

Der SSD-Schwindel: Flash-Laufwerke verringern Akku-Laufzeit
Von , Achim Roos

Vom dicken Flash-SSD-Kuchen will scheinbar jeder sein Stückchen abhaben – schließlich gelten Solid State-Laufwerke auf Flash-Basis als die zukünftigen Performance-Laufwerke schlechthin. Auch wir haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Artikel über Flash-basierte SSDs veröffentlicht und dabei etwaige Leistungszuwächse und mögliche Energieersparnis betont. Im Grunde genommen ist daran auch nichts verkehrt: SLC (Single Level Cell) SSD-Laufwerke lassen herkömmliche Festplatten hinsichtlich der Performance ganz schön alt aussehen. Allerdings haben wir jetzt herausgefunden, dass es mit der Energieersparnis so eine Sache ist – die gibt es nämlich gar nicht. Flash-SSDs entziehen Ihrem Akku sogar schneller die Energie und verkürzen damit dessen Laufzeit.

"Tom’s Hardware muss sich irren!"

Nein, unsere Ergebnisse sind korrekt. Wir haben in den vergangenen Monaten knapp zehn verschiedene Flash-SSDs von sieben Herstellern getestet. Dabei war die Leistungsaufnahme der meisten Produkte irgendwo zwischen annehmbar bis hin zu enttäuschend. Da wir mehr über die Auswirkungen von Flash-SSDs bei der Verwendung in Notebooks wissen wollten, haben wir unserem Test-Notebook, ein Dell Latitude D630, vier verschiedene Flash-SSDs eingepflanzt und diversen Mobilemark-Benchmarks unterzogen. Dabei haben wir unsere Flash-SSDs mit einer High-Performance 2,5-Zoll-Notebook-Festplatte mit 7.200 U/Min verglichen und prompt hinsichtlich der Laufzeit Abweichungen von bis zu einer Stunde (!) festgestellt – zu Ungunsten der Flash SSDs.

Wie geht es weiter mit Flash SSDs?

Flash gilt weiterhin als In-Produkt, weil Laufwerke merkliche Performance-Vorteile bieten (allerdings nur bei SLC-Flash). Unsere Ergebnisse sind allerdings für alle Anwender interessant und für diejenigen unter Ihnen, die viel unterwegs sind, sogar ernüchternd. In der Benchmark-Sektion wird deutlich, dass Theorie und Praxis manchmal recht wenig miteinander zu tun haben.

Was Performance angeht halten wir Flash-Laufwerke nach wie vor für die zukunftsweisende Technologie. Solange die durchschnittliche Leistungsaufnahme von Flash-SSDs allerdings über der einer herkömmlichen Notebook-Festplatte im 2,5-Zoll-Format liegt, dürften derartige Produkte kaum zur Schlüsselkomponente für energieeffiziente Notebooks und ultra-portable Geräte werden. Tatsächlich ist die Gesamtlaufzeit mit einem High-Performance 2,5“-Laufwerk und 7.200 U/Min sogar besser als mit den meisten der vier Flash-SSDs, die wir dem Mobilemark-Test unterzogen haben.

Alle 30 Kommentare anzeigen.
Auf dieser Seiten können keine Kommentare mehr abgegeben werden
Sortieren nach: Neueste zuerst | Älteste zuerst
  • kmueho , 1. Juli 2008 19:45
    Mich würde interessieren, welche Leistungsaufnahme ein Flash-Laufwerk noch hat, wenn es vom Betriebssystem abgeschaltet wird. Falls der Verbrauch nochmal deutlich unter dem "normalen" Idle-Wert liegt, könnte man ja die Energiespar-Einstellungen des Betriebssystems auf "Ausschalten nach einigen Sekunden" stellen, wenn ich mal davon ausgehe, dass die Flash-Platte bei Bedarf ruckzuck wíeder betriebsbereit ist und ihr diese Prozedur auch nicht schadet. Das könnte nochmal ordentlich Energie einsparen.
  • derGhostrider , 1. Juli 2008 20:08
    @kmueho:

    Die System"platte" ausschalten? Na, das wird wohl ehr nichts, zumindest nicht, solange die noch irgendwie benutzt wird. Erst, wenn man lange NICHTS macht, kann sich auch eine normale Platte schlafen legen. Selbst wenn man ein langes Dokument liest, wird ab und an beim Scrollen nachgeladen. Ganz zu schweigen von Index- und anderen Diensten
  • Joe4711 , 1. Juli 2008 20:12
    Wie wäre es mal damit, einen Graphen der Stromaufnahme über die Zeit zu zeichnen?
  • Anonymous , 1. Juli 2008 20:27
    Irgendetwas kann an den Grafiken "Energy Consumtion" und "Mobilemark: Akku-Laufzeit-Ergebnisse" nicht stimmen. Wenn ich das richtig verstehe, hält der Mobilmark doch das System immer unter load oder ? Aber die Hitachi Festplatte verbraucht doch im Load betrieb am meisten Leistung. Und 2 SSD Laufwerke haben definitiv weniger Leistungsaufnahme als die Hitachi ... irgendwo muss da noch Leistung flöten gehen, sonst passt das nicht. Schliesslich verbraucht die Scandisk SSD nur halb so viel Energie und der Laptop läuft genauso lange wie der mit dem Hitachi Laufwerk ... das pass irgendwie nicht
  • kiu77 , 1. Juli 2008 20:39
    freeflyers Einwand ist auch mir aufgefallen. Also, wo steckt der Bug?
  • Superfritz , 1. Juli 2008 22:18
    Kommt vielleicht daher, dass alle anderen Komponenten nicht mehr auf die Festplatte warten müssen und alles schneller geht -> System verbraucht insgesamt mehr Strom.
  • Superfritz , 1. Juli 2008 22:30
    Ah ok, hab nicht weit genug runter gescrollt, hat sich erledigt.
  • BlackX , 1. Juli 2008 22:51
    mir doch egal ich will das ding fürn desktop
  • Superfritz , 2. Juli 2008 00:14
    Für das Geld, was die Platte kostet, kannst besser nen SAS Controller + 2 15k Festplatte kaufen. Sind schneller und haben deutlich mehr Speicherplatz.
  • SpeedStarMunich , 2. Juli 2008 00:27
    habe folgendes Produkt in einem großen deutschen Filial+Onlineshopt entdeckt:
    2.5" OCZ Core SATAII 32GB Solid State Disk
    - SATA2 Interface
    - 120-143 MB/s Lesen
    - 80-93 MB/s Schreiben
    - Kompaktes 2,5? Design
    für ca. 150 EUR, lieferbar in ca. 2 bis 3 Wochen
    Also das nenn ich mal nen Hammer-Preis, wo ich mir es echt als Systemplatte überlegen würde, wenn die techn. Daten stimmen
  • Anonymous , 2. Juli 2008 00:32
    mummpitz: alle dienste (index usw.), welche totaler mummpitz sind bei vista gehören eh aus! Dann muss flash weniger verbrauchen! Ich rieche Verschwörung: die hd Industrie will uns manipulieren! ssd sind energieeffizenter, wie uns das Fraunhofer Inst. gezeigt hat.Punkt.
  • Lord Nelson , 2. Juli 2008 03:28
    Ich würde mal sehr gern wissen, wofür eine SSD im idle überhaupt noch Strom verbrauchen kann. Wenn weder geschrieben noch geladen werden muss und auch keine mechanischen Teile betrieben werden müssen - wie können da bis zu 2 Watt verbraten werden?! Irgendwas ist da doch seltsam...
    Und dann verstehe ich außerdem nicht, wie zB die Crucial-SSD beim XP-Startup dermaßen grauslig abschneidet, wenn sie den Bruchteil der Hitachi-Zugriffszeiten und ein Vielfaches des Hitachi-Lesetransfers aufweist!
    Ich kann diese Ergebnisse absolut nicht nachvollziehen. Bitte kläre mich jemand auf!
  • Anonymous , 2. Juli 2008 07:47
    Ich empfehle zu diesem Artikel mal die Diskussion auf der amerikanischen tomshardware-Seite. Das Problem an dem Vergleich ist die Auslastung. Tomshardware hat das bei einem Prozessortest vor einiger Zeit mal gut erkannt und ist darauf eingegangen, hier haben sie es wieder vergessen.

    SSDs haben eine wesentlich höhere Übertragungsrate als HDDs. Ein Benchmark, der also über eine feste Zeit eine konstante Auslastung erzeugt, überträgt bei SSDs also viel mehr Daten. Eine reale Lastsituation läst sich damit nur ungenügend beschrieben.
    Das Kopieren einer großen Datei (zB DVD-Iso) braucht bei einer SSD natürlich wesentlich weniger Zeit, die Platte kann sich die übrige Zeit "schlafen" legen und verbraucht im Mittel weniger Strom als die HDD beim kopieren des selben Isos.
    Ein P2P Client erzeugt jedoch eine stetige Last, ohne vom Geschwindigkeitsvorteil zu profitieren, da der Datenstrom anderweitig limitiert ist. Hier (und nur bei solchen Konstantbelastungen, die mit dem Benchmark getestet wurden) verbrauchen scheinbar SSDs mehr Strom.
    Jetzt muß jeder selbst entscheiden, was seinem Anwendungsprofil entspricht: konstante Datenmengen (kopieren,laden,speichern von Dateien), oder konstante, aber begrenzte Last (P2P, Caches, Paging usw.).
    Das die SSDs dabei schlechter Abschneiden ist natürlich immernoch eine Sauerei. Aber es ist nachvollziehbar, das Energieeffizienz nicht gerade ienes der ersten Entwicklungsziele bei einer techn. Neuentwicklung sind.
  • Anonymous , 2. Juli 2008 09:23
    SSD verbrauchen viel Akkustrom
  • Anonymous , 2. Juli 2008 09:39
    Meine Vermutung ist, dass der PATA-auf-SATA-Konverter der Schuldige ist. Die heutigen Flash-Drives sind praktisch alles PATA-Laufwerke, die per Konverterchip fit für SATA gemacht wurden. Und diese Chips brauchen meist mehr Leistung als die SSD-Platte selbst. Interessant wäre also eine Wiederholung des Test mit PATA-Festplatte und PATA-SSD im selben Notebook!
  • Anonymous , 2. Juli 2008 11:55
    Mein Tablet läuft mit Flash jedenfalls 'ne halbe Stunde länger, insofern kann mir tomshardware nix erzählen, von dem riesigen Performanceunterschied mal abgesehen. Zudem schaltet sich meine Festplatte nach 1 Sekunde Untätigkeit in den Ruhemodus (powercfg.exe sei dank); das spart Strom. Klassische Platten in diesem Modus sind nicht ratsam - meist bootet der Rechner dann nicht mal mehr richtig.

    Apropros Performance - wenn ihr einen interessanten Test lesen wollt dann lest mal das hier:

    http://www.forumdeluxx.de/forum/showthread.php?t=485474
  • powerhawk , 2. Juli 2008 12:32
    Was mich wundert ist, daß offensichtlich keiner den Hauptgrund für SSD mit mir teilt: Ich brauch mein Notebook im Betrieb nicht vorsichtig auf den Tisch bugsieren, sondern kann es auch fallenlassen!!!

    Das wäre für mich der einzige Grund, SSD zu wollen. Alles andere sind Goodies, aber nicht die Hauptsache.
  • hrahn , 2. Juli 2008 12:52
    Wirst lachen, aber das kannste seit einiger Zeit mit jedem Thinkpad oder Apple-Notebook machen.
    Die haben Lagesensoren drin, welche die Festplatte bei entsprechenden Erschütterungen oder Beschleunigungen (freier Fall, Umkippen) blitzschnell parken - da passiert eigentlich nix, solange es nicht ein Fall von solcher Stärke ist, dass das NB eh physisch beschädigt wird.
  • mooep , 2. Juli 2008 16:28
    Naja, ich hab mein Notebook eigentlich nicht um es durch die Gegend zu werfen, sondern um damit (mobil) zu arbeiten, aber was weiss ich schon?

    Mehr Performance und längere Akkulaufzeit wären für dich Goodies? Ich seh's eher andersrum!
  • kscr13 , 2. Juli 2008 18:27
    Interessant wäre doch mal ein Betriebssystem, das nicht alle 2 Sekunden irgendwas auf die Festplatte schreibt. Weil bis es das gibt, wird die Systemplatte nicht viel Ruhe haben. Meine Systemplatte rattert alle 3Sekunden, egal, ob was läuft oder nicht. Mit Flash sollte das eigentlich reduziert werden, deswegen gibt es auch die Hybrid-Festplatten. Die Idee ist gut, die Umsetzung momentan Müll. Selbst wenn man nur einen Film schaut oder mit Firefox surft gibt es Zugriffe. ICQ schreibt seinen Log ... Windows indexiert und defragmentiert ... sind nicht nur die Festplatten schuld.
Alle Kommentare anzeigen