Leistungsvergleich: Grafiktreiber-Update vs. CPU-Übertaktung?

Glaubt man einigen 3D-Enthusiasten, bringt jede neue Grafiktreiber-Version mindestens 10 Prozent Leistungszuwachs. Somit entsteht die landläufige Meinung, dass aufwändige Vergleichstests, die mit älteren Treiberversionen durchgeführt wurden, bereits veraltet sind. Anlass für uns, anhand von Messwerten den Tatsachen ins Auge zu sehen. Was ist also an der Hysterie, die durch einige Foren geistert dran, dass angeblich jede neue Grafik-Treiberversion automatisch mehr 3D-Geschwindigkeit liefert? Hier sind die Fakten.

Wie viel Leistung bringen neue Grafiktreiber?

ATI bringt jeden Monat einen neuen Catalyst heraus, liegt ein Verkaufsstart von neuen Grafikchips dazwischen, gibt es für die Presse zusätzliche Betatreiber. Bei Nvidia ist der Zyklus zwischen den offiziellen WHQL-Treiberversionen etwas größer, dafür gibt es in unregelmäßigen Abständen Betatreiber mit kleinen Änderungen.

Rechnet man nüchtern, bleiben gewisse Behauptungen ein Mythos. Bei ATI und Nvidia gibt es in einem Jahr mindestens 12 neue Treiber. Glaubt man den Gerüchten, steigert jeder davon die 3D-Geschwindigkeit um 10 Prozent, womit Grafikkarten schon nach wenigen Monaten ihre Leistung verdoppelt hätten. Ziemlich unglaubwürdig, da es schon neue Grafikchips schwer haben, sich mit 30 bis 50 Prozent vom Vorgänger abzusetzen. Würden die Behauptungen stimmen, dass man mit jedem Grafiktreiber automatisch mehr Speed bekommt, wäre das Kaufen neuer 3D-Hardware überflüssig, da Treiber-Updates ja mehr bringen.

In der Praxis sieht es eher so aus, dass die ersten Betatreiber für 3D-Tests auf Geschwindigkeit hin optimiert und manchmal anfällig für kleine Fehler sind. Die folgende offizielle Treiberversion bekommt mehr Stabilität, was in einigen Spielen etwas Leistung kostet. Mit dem größten Geschwindigkeitszuwachs kann man bei neuen Produkten innerhalb der nächsten drei Monate rechnen, weitere Fehler werden ausgebessert und durch Anpassung aktueller Spiele wird das Grundniveau der 3D-Performance gesichert. Dann folgenden drei Monaten mit weiteren Optimierungen für Benchmark-Spiele, um bessere Testergebnisse zu bekommen. Danach kommt die übliche Anpassung auf neue Games und weitere Optimierungen für Crossfire oder SLI.

Nimmt man den gesamten Produktzyklus einer Grafikkarte, kann man mit 30 Prozent mehr Gesamtleistung durch Treiber-Updates rechnen. Höhere Einzelergebnisse sind möglich, liegen aber oft an Fehlern bei der Speicheranpassung oder schlecht optimierten Spielen, Beispiele dafür sind der FlightX mit Nvidia-Karten, die weniger als 512 MByte Grafikspeicher hatten oder Crysis, das eine ewige Baustelle bleibt, da die Frameraten je nach Treiberversion hoch und runter gehen.

Ziel des Tests ist folgende Behauptungen zu prüfen: Wie viel Leistungssteigerung liegt zwischen Catalyst 8.6 und Catalyst 8.8, getestet wird mit Radeon HD 4870. Ein weiteres Gerücht geht um Crossfire mit dem HD 4870, erst die aktuelle Treiberversion soll die Performance von zwei gekoppelten Grafikkarten deutlich verbessern. Die Geforce GTX 280 wird mit dem Forceware 177.39 angeblich nicht ausgelastet, ein aktueller Test mit dem aktuellen Betatreiber Geforce 177.92 wird die tatsächlichen Unterschiede zeigen.

Alle Tests wurden zusätzlich mit übertakteter CPU durchgeführt, nur so kann man erfahren, wie viel Potential in den schnellen Grafikchips noch schlummert. Als Kontrollgruppe wird die Geforce 9600 GT mit Forceware 175.16 und Geforce 177.92 getestet, sie hat als Chip der 9er-Serie die längste Treiberoptimierung hinter sich und dient als untere Leistungsgrenze für den CPU-Power-Test.

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37 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Anonymous
    Ich hätte gerne eine Quellenangabe, wo behauptet wird, das JEDES Treiberupdate 10% Performancezuwachs bringt (Wenn möglich nicht von einem 14jährigen in eine Spieleforum). Ziemlich unprofessionell solche reißerischen Aussagen.
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  • derGhostrider
    @rad05:
    Das sind aber typische Vorwürfe, die z.B. hier bei THG bei ungefähr JEDEM Test im Forum zu lesen sind.
    "Es gibt aber schon seit 3 Tagen eine neue Beta, die um 10% schneller sein soll bei Grafikkarte XY!" und dann natürlich auch tolle Schlußfolgerungen wie: "Ihr macht das mit Absicht, damit die Grafikkarte schlechter abschneidet oder habt keine Ahnung. So solltet ihr die Tests lieber gleich lassen."

    Diese Beispiele sind als inhaltliche Zitate zu verstehen und nicht wörtlich. Beispiele kann man in den Kommentaren zu fast jedem Grafikkartentest finden. Vor allem, wenn natürlich ATI gegen nVidia getestet wird und die Karten relativ neu sind. Auch beliebt bei CF vs SLI.
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  • 3D Mann
    Danke@Ghostrider, da muss ich nicht mehr viel dazu sagen :)

    Es geht nicht darum einzelne Kommentare an den Pranger zu stellen, es geht um Tests und Fakten, die diesen Behauptungen nachgehen. Auf jeden Fall hat ein Treibervergleich und Test nicht geschadet, die Ergebnisse sind sehr informativ.
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  • charras
    Mir wär ein Treiberupdate im Moment jede Woche recht.Ich besitze eine 3780x2 und bin absolut abgefuckt, denn fast jedes Game flackert,wenn Catalyst A.I. angeschaltet ist.Wenn ichs abschalte läuft definitiv nur eine Gpu (hab eine G15 Tastatur und kann mir mit Everest die Gpu Auslastungen anzeigen lassen).
    Bis auf ein paar Spiele flackern alle und für mich ist diese multi gpu Sch..sse mitlerweile echt abtörnend, wenn sowas nicht funktioniert sollte mans auch net auf den Markt werfen.

    Falls jemand eine Lösung für mein Problem hat...immer her damit.
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  • 3D Mann
    Probier mal Anti Aliasing auf Standard oder aus, und deaktiviere mal temporale oder adaptive Kantenglättung, Catalyst AI auf Standard. AA und AF auf Applikation und nur im Spielmenü aktivieren.
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  • derGhostrider
    Ich schiebe noch mein persönliches Fazit hinterher:

    Zur Zeit sind die (sehr schnellen) CPUs einfach zu langsam. Es ergibt bald schon keinen Sinn mehr noch stärkere Grakas zu kaufen, wenn deren Leistung dann doch nur ungenutzt bleibt, da nicht genügend Daten nachgereicht werden.
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  • Joker-00
    Klasse Test! Vielleicht endet damit tatsächliche mal das geflame mancher Personen gegen die THG-Tests.
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  • BlackX
    Was soll das für ein dummer vergleich sein?
    Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen!
    Nein danke das will ich nicht lesen!

    Dann lieber so ein vergleich http://www.geeks3d.com/?p=1219
    oder so http://en.expreview.com/2008/08/29/driver-performance-check-17519-vs-17792/
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  • leanproduction
    @Ghostrider:
    An sich stimmt es. Aber eine wichtige Sache hast du vergessen in deinem Fazit. Je höher die Auflösung ist und umso mehr Effekte aktiviert sind (und AA/AF) desto weniger trifft deine Aussage zu. Da dann die Grafikkarten wieder zu langsam sind um alles darzustellen... Dafür machen schnellere GPUs durchaus Sinn...
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  • Niner
    Ich hab durch den 177.92 bei einigen Spielen + 5-10FPS. Ich finds gut das die Hersteller durch Treiber eine Leistungssteigerung erzeilen können. Jetzt läuft bei mir endlich Pro Street komplett ruckelfrei und das habe ich nicht mal durch Graka OC hingbekommen > jetzt brauche ich erstmal meine Graka nicht mehr übertakten.
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  • Anonymous
    @ leanproduction:

    Da hast du schon Recht, aber mal ganz ehrlich, wieviel Prozent der Spieler spielen mit Auflösungen von 1600x1200 ? Die meisten werden auf 1280x1024 oder 1440x900 spielen. Das sind nämlich die gängigsten Auflösungen von (zahlbaren) TFTs im Moment. Ausser bei Notebooks vllt, aber da hat man auch keine 2 GTX280 drin. ;-)

    Gruß
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  • Elishah
    1600x1200 sind in der Tat nicht gängig. Weit verbreitet sind 1680x1050.
    Und zahlbar sind 22" meines Erachtens alle mal. (Man schiele zu Auflösungen von 1920x1200 und siehe die wahnsinnige Kostensteigerung)
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  • Denn1s
    1600x1200 oder 1680x1050 macht den Kohl doch nicht fett... Es ist durchaus eine gängige Auflösung... Jede gute 17er Röhre und erst recht jede 19er Röhre macht diese Auflösung (jetzt hätt ich fast nativ gesagt ;)). Es ist jedenfalls für einen Test unerheblich ob man 1.920.000 Pixel (1600x1200) oder 1.764.000 (1680x1050) nutzt. Die Dimensionen sind ähnlich...

    Es ist in dem Test jedenfalls schön zu sehen, wie die Karten mit der CPU-Leistung skalieren (oder eben auch nicht). Da sieht so mancher 9600GT Besitzer, dass er seinen E6750 gar nicht übertakten braucht oder gar einen dickeren Prozessor kaufen, wenns dem jenigen ums Gaming geht...
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  • charras
    @3D Mann
    Hab` ich alles schon probiert, aber man muss auch dazusagen, dass es zig Möglichkeiten gibt. Also in den Einstelungen untereinander.
    Greetz

    Hant ihr schonmal dran gedacht, dass die Treiberprobleme explizit extra gemacht sind.?
    Einfach gemacht sind, um uns dämliche user neue Hardware kaufen zu lassen?
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  • kiu77
    Genau, charras!
    Früh übt sich, wer ein ordentlicher Verschwörungstheoretiker werden will.
    Die Hersteller versuchen sich mit absichtlich immer langsamer gemachten Treibern gegenseitig zu unterbieten. Demnächst wirbt noch einer mit "Wir sind die langsamsten!"

    Super Gedanke, das, sag ich mal. Alle Achtung!
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  • charras
    Mein Göttchen
    Du bist aber sensibel
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  • charras
    Es geht doch ums Überbieten,aber ich muss dir Recht geben es gibt schöne
    Verschwörungsvisionen, oder?

    Ich wollte und will lediglich dafür eine Erklärung dafür, dass kein Treiber wirklich funzt.
    Ich raff halt net, warum "Die" sowas machen.
    bzw. net alles dran setzen son Mist zu vermeiden.
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  • Anonymous
    @Ghostrider
    Also ich seh das etwas anders, bezüglich der zu langsamen Prozessoren.
    Ich denke, dass der Einfluss des Prozessors auf die Spiele Performance mit jeder Grafikkartengeneration weiter sinkt. Sicher auch mit Hilfe der Spieleentwickler und weiteren Optimierungen für neue/neuere Technologien.

    Auf einer DualCore Cpu älterer Generationen laufen aktuelle Spiele doch sehr gut mit aktuellen HighEnd Karten. Wenn auch zugegebener Maßen in manchen Spielen dann doch mit angezogener Handbremse.
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  • 3D Mann
    Alte Spiele sind von der CPU abhängig, aktuelle Spiele von der Grafikkarte, schnelle Grafikkarten von der CPU, da jagt doch der Hund den eigenen Schwanz.
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  • Headyman
    @charras
    Warum "Die" sowas machen?
    Ich nehme mal an, Du kommst nicht aus der Softwarentwicklung.

    Die derzeitigen Grafik-APIs sind sehr mächtig, die Treiber entsprechend komplex. Das ist schon mal ein schlechter Start.
    Hinzu kommt, das für eine Softwarelösung unendlich viele Möglichkeiten exisitieren, jede Programmierung hat seine spezifischen Vor- und Nachteile. D.h. eine Stück Software( z.B. Graka-Treiber) ist immer eine Zusammensetzung aus Kompromissen.

    Jedes Spiel ist anders programmiert, nutzt also den Treiber in einer besonderen Art, deshalb läuft z.B. ein Spiel ganz toll, und ein anderes womöglich gar nicht.

    Dann ist das auch eine Frage der Man-Power, wieviele Treiberprogrammierer erlauben sich ATI und NVIDIA, das ist zumeist eine Kostenfrage.
    Wer jetzt aber sagt: "Dann müssen die halt mehr Leute einstellen", liegt wieder falsch. Wer mal in verscheiden großen Software-Entwicklungs-Teams gearbeitet hat, weiß, daß steigende Teamgröße keine Garant für bessere Software ist, eher im Gegenteil.

    All diese Gründe haben zu der paradoxen Situation geführt, das beide großen Grakahersteller vor allem ihre Treiber für gängige Spiele anpassen (diverse Optimierungen nur für diese Spiele aktivieren).
    Nachteil: alle anderen Anwendungen, erhalten nur "normale" Performance, da die Entwicklungszeit für die speziellen Optimierungen draufgeht und nicht dem "Mainstream" zugute kommen.

    Mit diversen Tricks kann man beispielsweise aktuelle Spiele als "AnwendungX" dem Treiber vorgaukeln, und voila, wir haben praktisch immer DEUTLICHE Performance-Einbrüche.
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