Zwangspraktikum bei Foxconn
Die Lokalregierung einer chinesischen Provinz vergattert Berufsschüler zum Dienst in den Foxconn-Werken.
Die "Werkstatt der Welt" Foxconn kommt nicht aus den Schlagzeilen. Vor kurzem hatte der Skandalhersteller noch mit einer Reihe von Selbstmorden zu kämpfen.
Das straff durchorganisierte Elektronikunternehmen beschäftigt in China 400.000 Arbeiter. Es fungiert im Wesentlichen als Auftragsnehmer für viele westliche Konzerne. So wird dort unter anderem das Apple iPhone gefertigt, was hierzulande nicht gerade billig ist.
Funktionäre der Henaner Provinzhauptstadt Zhengzhou haben jetzt 100.000 Berufsschüler des ersten und zweiten Jahrgangs dazu verpflichtet, bei Foxconn zu arbeiten. Die Aktion wird als "Praktikum" bezeichnet und dauert jahrgangsabhängig drei beziehungsweise sechs Monate, wobei 16 Jahre Mindestalter Voraussetzung sind. Wer sich jedoch weigert, bekommt kein Abschlusszeugnis für seine Ausbildung ausgehändigt. Zudem wird während der Arbeitsperiode kein Unterricht angeboten. Ganz so bitter ist die Pille jedoch nicht, weil die Schüler für ihre Arbeit mit umgerechnet 192 bis 276 Euro entlohnt werden sollen. Ferner gibt es eine kostenlose Kantine.
Auslöser für dieses Verfahren sind unter anderem auch die stark gestiegenen Löhne und Herstellungskosten in der Sonderwirtschaftszone Shenzhen im Süden des Landes. Deshalb will Foxconn Teile seiner Produktion ins billigere Zhengzhou verlagern, welches im östlichen Zentralchina liegt. Ferner verspricht sich der Hersteller auch gewisse Anlerneffekte für die künftigen Mitarbeiter.
Zwangsrekrutierungen haben in kommunistisch geführten Ländern Tradition. Auch in der ehemaligen DDR gab es solche Aktionen, beispielsweise während der Erntezeit.
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Tja... Löhne sind gestiegen, also machen wir das eben über Pseudo-Outsourcing. Die "Praktikanten" sind in diesem Sinne günstige Kurzzeit-Arbeitskräfte, die vermutlich noch nicht einmal dem normalen Arbeitsrecht dort unterliegen.
Auch eine Methode, um die Lohnkosten zu drücken und gleichzeitig die verfügbare Mannkapazität zu erhöhen, zumal Apple nun recht viel in der Queue bei denen haben dürfte, dank dem iPhone 4...
wie lange es wohl geht, bis die ersten produkte mit fair-trade label auf den markt kommen?
in der Unterhaltungselektronik dürfte das ziemlich LANGE dauern, da alles in Fernost produziert wird und man sich dort recht wenig um Fair-Trade schert...
Bevor man hier anfängt, gierige Kommunisten zu beschimpfen, würde ich schon empfehlen in dem eigenen Land rumzuschauen.
Die zukünftigen Ärzte in Deutschland sind auch verpflichten 1 Jahr Praktikum zu machen. Unterricht gibt es dabei auch kaum. Und [was für eine Überraschung!] die sie werden in vielen Kliniken gar nicht bezahlt.
@bluray: Das Problem ist ja nicht unbedingt, dass Fernost sich nicht um Fairtrade schert, sondern WIR. Die Konsumenten. Unsere Industrie. Unser Kapitalismus.
Das ist genau so auch bei jedem Umschuler. Kommunism scheint relative Begriff zu sein. Hängt vom Vektorrichtung von Gewinabschöpfung ab. Dann werden die gleichen das nicht mehr als Schaden am Volk erklären, sondern fördern. Unterschied ist nur, daß diese Leistung (wo anschlissend einer runter springt, was nicht Wirkung von nur einem Tag oder Monat ist ) nicht mehr von nicht wahlbaren Parteifunktioneren erbracht wird, sonder ins Kauf für private Lob, Gewinn und Verdienst genommen wird. Und von ganzem, was man dabei verdient hat, wird nur das Geld (dabei möglich alles) genommen. Anderes gelassen. Es scheint zu sein, daß Kommunism sich kompromitiert hat, Kapitalism bringt auch gleiches allen Seiten (nur aus anderem Sichtpunkt begründet) und andere Idee gibt es nicht. Scheint unter allen Kleidungen alles gleich zu sein. Resignieren? Glauben?
Bei uns gibts Subventionen wenn ein Unternehmen abwandern will, in China kann die Lokalregierung halt billige Arbeitskräfte schicken ... Das hier interssiert letztendlich niemanden ...
Ich seh grad nicht, warum die Tatsache, dass das Iphone teuer ist, für diesen Artikel unverzichtbar wäre.
Und Dell, Sony, Nintendo und Intel, (deren Produkte auch meißt zu teuer sind) lassen wir einfach mal unter den Tisch fallen, denn die stellen (Glück für sie!) aktuell kein Handy her, dass dem Autor gefällt, aber es sich nicht leisten kann
Was soll daran so schlimm sein? Wenn ich kein 3 Monatiges Praktikum mache, kann ich erst garnicht studieren. Das ich bezahlt wurde mit 400€ im Monat, war noch Glück. Die meisten hier zahlen GAR NICHTS. Also sind die uns praktisch voraus.
DAS ist die echte falsche Presse, die dann wirkliche Nachrichten über tatsächliche Folter, mit in den Dreck zieht. Ein Bärendienst für die Menschenrechte in China.
Das Gute schlecht machen um den Idioten den "Beweis" zu liefern, das alle Nachrichten hier über China falsch wären.
THG es geht bergab
Bevor man hier anfängt, gierige Kommunisten zu beschimpfen, würde ich schon empfehlen in dem eigenen Land rumzuschauen. Die zukünftigen Ärzte in Deutschland sind auch verpflichten 1 Jahr Praktikum zu machen. Unterricht gibt es dabei auch kaum. Und [was für eine Überraschung!] die sie werden in vielen Kliniken gar nicht bezahlt.
Und? Wieviel kostet die Ausbildung eines Arztes, wieviel davon zahlt er aus eigener Tasche? Ist das mit dem Ausfall eines Jahresgehalts schon aufgewogen?
@Bzzz: Was ist billiger. Ärzte, Ingenieure und andere "Fachkräfte" im eigenen Land ausbilden oder diese teuer importieren? Diese Kostendiskussion von Studenten zeigt doch wieder mal, wie wenig viele von Bildung verstehen. Übrigens wird in keiner anderen Industrienation der Welt so wenig Geld in Bildung investiert wie in Deutschland.
@Casi: Was ist denn an Fachkräfteimport teuer? Der Staat freut sich, wenn ein anderer die Ausbildung zahlt und er dann über die geleistete Arbeit mehr rein bekommt, als er für hier und da nen Amtsgang unterm Strich ausgegeben hat. Für ein Unternehmen siehts vielleicht ein wenig anders aus - aber die werden schon ihre Gründe haben, warum sie ausländische Fachkräfte denen vor Ort vorziehen.
Daher: Zwangspraktikum, um die Leute wenigstens eine Zeit lang im Land zu halten und ein wenig Leistung zurückzubekommen. Es gibt ja auch Anstrengungen, Landärzte mit diversen Vergünstigungen zu ködern, weil kaum noch einer von selbst außerhalb einer Stadt praktizieren will.
Ich weiß, ich sehs fast jeden Tag mit eigenen Augen. Bausubstanz und Ausstattung ein einziger Flickenteppich, während der Verwaltungsapparat groß wie die Sonne ist, aber kaum mehr hergibt als ne Schüssel Wassersuppe. Als kundenorientiertes Privatunternehmen...ach, naja, was soll ich mich hier auskotzen.
Auch in der (wohl eher weniger kommunistischen!) Bundesrepublik Deutschland gibt es solche Zwangs-Praktika!
Man muss zum Beispiel als Student mehrere Praktika absolvieren, um das Diplom zu erhalten. - Gehören wir jetzt auch zu den Schurkenstaaten???
Und? Wieviel kostet die Ausbildung eines Arztes, wieviel davon zahlt er aus eigener Tasche? Ist das mit dem Ausfall eines Jahresgehalts schon aufgewogen?
Es geht nicht darum, daß einer moderner Nichtpleitestaat seinem jedem Bürger eine höhere Anfangsstartposition bezahlt (allgemein unter "Bildung" zu verstehen), ohne das direkt jedem betroffenem ins Rechnung zu stellen. Sonder darum, daß dieser Gehaltsausfall in der Praktikumszeit (und nicht nur bei schon genannten Ärzten für tatsächlich erbrachte einjährige Leistung) nicht deswegen ist, daß der Betrag an den Staat geht. Sonder es wird dem Arbeitendem vom Empfänger von seiner Leistung einfach nicht bezahlt, die Leistung wird aber verwendet und auch der Endprodukt enthält diese Leistung natürlich.
Ich finde das entscheidende ist, dass Foxconn ein privates Unternehmen ist, oder irre ich da?
Wo gibt es das sonst dass Schüler verpflichtet werden in einem vorgegebenen privaten Betrieb zu arbeiten um Ihren Abschluß machen zu können?
. Entscheidend sind hier nicht die Gesetze, sonder banales. Dieses hat man früher Kommunisten vorgeworfen. Nicht wahlbare Spitze (heute würde man sagen: einige Leistungsträger) von welchen private Vorteile (Geld, Vetten., Freunde, Rache...) von ihren fast unbeschränkten Möglichkeiten geschöpft hatten. Die Geschichte ist bekannt. Genau so, daß man "Kommunisten" als synonim für "Täter" gleichzustellen pflegt und den Volk als unglücklich und unfrei bezeichnet hatte. Wer will dem widersprechen?
. Heute die andere, durch und durch Kapitalisten, dort, wo sie freie Hand haben, machen das, wofür sie jahrzehntenlang Kommunisten verurteilt und verteufelt haben: die von ihnen abhängige wollen/konnen nicht leben.
. Letztendlich sind beides das gleiche Utopie. Nur umverteilt von eine Leistungsträger auf die andere (ging es nicht darum?). Merheitlich gewollt (sehr süsse und wirkende Utopie: 1 Blinder+1 Blinder=jetzt durft ihr die Farbe wählen). Ich habe Angst. Nicht vor Leistungsträger allgemein. Aber vor Leistungsträger, welche wir verdienen (die gewünschte stehen in Widerspruch dazu und mussen verlieren) und daß sie kommen. Politik kann da nur Geführte sein, weil kein staatliche Kommunism ist und Freiheit die Vorgabe ist, um der Unfreiheit von Kommunism was entgegenzusetzen.
. Wenn man aber nicht hinter 7 Berge schaut, dann gleiches geschiet auch hier. Gluck ist, daß hier Sozialsystemen noch funktionieren. Ein ganzen Jahr Praktikum/Leistung in meiner Leben ist auch nicht dem Leistungsträger-Staat zugüte gegangen, sonder von einem Nichtkommunist in seiner Gewerbe eigeeignet-verwendet für privat-gewerbliche Vorteile. Erste Monaten unentgeltlich für mich, so lange er freie Hand hatte (es ist so enttäuschend festzustellen, daß von freundlichen Hingabe fühlt sich nicht jeder zur Gegenleistung motiviert, wer das eigentlich besser wissen muss.), dann 150€. Es gibt Stereotip, daß Missbrauchen oder Ausnutzen man nur Soziales kann und das ein Mensch, wenn er höhe Leistungsträger ist, immun gegen einen Missbrauch ist, wenn er Freiheit hat. Spätestenst Foxconn zeigt anderes. Liegt nicht an der Freiheit (=Kapitalism?). Anscheinend auch nicht an der Unfreiheit (=Kommunism?).