Qualcomm mit Interesse an AMDs Grafiksparte

AMDs Schwäche verführt zu Spekulationen. Zwar konnte der Hersteller im letzten Quartal einen leichten Gewinn verbuchen, allerdings ist der Konkurrenzdruck von Intel im CPU-Bereich und Nvidia bei den Grafikkarten sehr hoch. Zudem setzen die leistungsstarken Smartphones und vor allem Tablets den PC-Markt immer stärker unter Druck. Dies spiegelt sich auch im Aktienkurs wieder, der sich aktuell unter der 4-Dollar-Marke bewegt.

Damit kommen schnell Gerüchte auf, dass der Hersteller sich zu einem Übernahmekandidaten entwickeln könnte oder zumindest einzelne Teile abgestoßen werden könnten. Der dazu passende Interessent ist einmal mehr Qualcomm: Der Entwickler und Hersteller von ARM-SoCs gehört im Bereich der Mobilgeräte zu einer veritablen Größe und produziert mit seiner S4-Baureihe die wahrscheinlich schnellsten Prozessoren dieses Segments. Allerdings können die hauseigenen Adreno-Grafikchips nur schwer mit der Konkurrenz mithalten und unterstützen bisher lediglich DirectX 9; selbst Nvidias GPU, die GeForce ULP ist leistungsstärker.

Dementsprechend sucht der Hersteller hier um eine Verstärkung um die Entwicklung der Adreno-GPU voranzutreiben. Schließlich sind Spiele, auch anspruchsvollere, gerade bei Tablets ein nicht unwichtiges Kaufkriterium. Dazu hat der Hersteller schon Eric Demmers, der bei AMD als CTO der Grafiksparte tätig war, abgeworben. Auch einige Analysten brachten eine Übernahme von AMD durch Qualcomm immer wieder ins Gespräch.

Darüber hinaus vermelden imAugenblick Quellen aus der Industrie, dass Qualcomm ein verstärktes Interesse an AMD haben könnten, wobei die Grafiksparte im Fokus des Interesses steht. Allerdings dürfte AMD kaum davon zu begeistern sein, den nur mühsam integrierten Grafikbereich, der aus der Übernahme von ATI resultierte, abzustoßen. Zumal der Erfolg AMDs in der letzten Zeit gerade auf die Verbindung von CPU und GPU zurückzuführen ist.

Allerdings könnte es auch zu einer ganz anderen Form von Zusammenarbeit zwischen den Beiden Unternehmen kommen: Qualcomm könnte die AMD-Grafikchips lizensieren und diese so in ihren SoCs verbauen. Dann bliebe dem Hersteller eine Übernahme von AMD erspart, was sicherlich teuer werden dürfte und dennoch könnte er Grafikchips integrieren, die unter Umständen zu den leistungsstärksten GPUs im Mobilbereich werden könnten. Denn selbst in den Einsteiger-Chips für Netbooks und Billig-Notebooks sind die verbauten Grafikchips schon DirectX11-fähig.

Erstelle einen neuen Thread im News-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
2 Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar
  • modena
    Qualcomms Adreno stammen ursprünglich von der ATI Abteilung Imageon welche sie dummerweise
    2008 an Qualcomm verkauft haben. AMD wird einen Teufel tun ihre Grafiksparte an Qualcomm zu verkaufen.

    Weiterhin sind die schnelleren Adreno deutlich stärker als Nvidias ULP Geforce.

    Selbst der Arm Mali400MP4 aus dem SGS II ist so stark wie der stäkste aktuelle ULP Geforce im Tegra 3.

    Da kann Adreno 225 und erst recht 320 lockerleicht mithalten.
  • Nonamezided@guest
    ja genau eigentlich die mobile sparte von ATI wurde an qualcomm verkauf wobei ich mich recht errinnen kann das zu diese zeit die beste grafikchip für mobilgeräte waren (ja pocket pc zeit)