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Lohnt sich eine weitere Übertaktung?

Im Test: Gainward GTX 680 Phantom - neue Referenz oder nur Durchschnitt?
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Werks-Übertaktung kontra manuelle Übertaktung

Wie die vorangegangenen Benchmaks bereits gezeigt haben, ist der Leistungszuwachs auch bei der Gainward-Karte wieder sehr moderat, und richtig große Sprünge konnte man auch dieses Mal nicht verzeichnen. Wir haben deshalb mit einem geeigneten Übertaktungswerkzeug erneut versucht, was sich im Rahmen der Vorgaben und Spezifikationen ohne wirklich signifikante Spannungsanhebung noch manuell heraus holen lässt. Den gleichen Vorgang haben wir mit einer Radeon HD 7970 von HIS wiederholt und diese parallel mit gleichen Taktraten laufen lassen.

Das manuelle Übertakten der GeForce GTX 680 unterscheidet sich ein wenig zu dem der bisher bekannten Karten, so dass wir in diesem Zusammenhang auf die sehr ausführliche Erklärung im Launchartikel verweisen möchten: Overclocking - Wenn selbst GPU Boost nicht reicht.

Wo landen wir bei der Gainward GTX 680 Phantom?

Wir haben uns erneut für eine moderate Übertaktung mittels Nvidia-Inspector auf "nur" 1,25 GHz entschieden, die die Karte jedoch im Stresstest bereits auf durchschnnittliche 84° (kurze Spitze bei 86°C) aufheizen lassen. Weiter haben wir es dem Phantom-Kühler dann auch nicht zumuten wollen, aber das wird auch das Thema des nächsten Kapitels sein.

Was im direkten Vergleich zur Gigabyte-Karte jedoch ins Auge fällt, ist die großzügigere Freigabe des Power-Targets. Gainward bietet statt 111% immerhin bis zu 150%. Der Grund dürfte auch in der geänderten Stromversorgung (einschließlich des Wegfalls des originalen TDP-Begrenzungschips) zu suchen sein. Trotzdem hat uns das erzielbare Ergebnis dann nicht überzeugen können. Wir konnten ohne deutliche Spannungsanhebung stabil keine 1300 MHz (mit Boost) erreichen, oberhalb 1270 MHz inkl. Boost) stieg sogar schon Furmark aus (siehe Abbildung unten), und Crysis 2 beglückte uns zweimal mit einem Totalausstieg.

Wir würden nicht soweit gehen und diese Karte jetzt als den mittlerweile oft zitierten "OC-Krüppel" bezeichnen, aber wenn man ehrlich ist, dann muss man auch zugestehen, dass mit normalen Bordmitteln und ohne Spannungsanhebung, sowie der vorhandenen Luftkühlung einfach nicht mehr möglich ist. Die Karte bewegt sich durchweg am Limit und bei annähernd 90° vor dem Ausstieg (1,3 GHz mit leichter Spannungsanhebung) ist auch die Gainward GTX 680 Phantom sehr deutlich an die Grenzen gestoßen. Eine Spannungsanhebung und der angebotene Kühler passen also nicht wirklich zusammen, weshalb wir aus mangelndem Praxisbezug auf diese Tests auch nicht weiter eingehen. Da hilft wohl am Ende nur Wasser.

Benchmarks nach Übertaktung bis auf 1,25 GHz

Wir werden nun die erwähnte Radeon HD 7970 mit 925 MHz (Referenztakt), 1006 MHz, 1072 MHz, 1084 MHz und 1250 MHz als Vergleichskarte mit testen. Uns interessiert vor allem, wie gut die jeweiligen Karten mit dem Takt skalieren. Dazu nutzen wir einerseits den synthetischen 3DMark11 und als Spiel und Praxisbezug Crysis 2 im DirectX11-Modus. Um die Ergebnisse bei den unterschiedlichen Taktraten besser vergleichen zu können, haben wir in den Diagrammen dieses Mal den maximalen GPU-Takt angegeben, den wir während des Benchmarks gemessen haben.

Synthetik: 3DMark11

Im synthetischen Benchmark kann die Radeon HD 7970 über den Takt ordentlich zulegen, erreichen kann sie die GeForce GTX 680 bei vergleichbarem Takt jedoch nicht. Da die absoluten Werte in der Praxis oft wenig Relevanz haben, betrachten wir nun die prozentualen Zuwächse:

Was gut zu sehen ist: der Unterschied zwischen der Phantom von Gainward und der Windforce 3X von Gigabyte ist verschwindend gering.

Crysis 2 - DirectX 11

Wenden wir uns nun der Praxis zu und betrachten erneut das Verhalten unter Crysis 2. Auch hier interessieren uns nun weniger die absoluten Werte, sowie die Reihenfolge im Benchmark an sich, sondern vor allem die Zuwächse und die einhergehende Skalierung der Leistung mit dem Takt in der Praxis.

Man muss wiederum zwei Dinge konstatieren: Die Zuwächse der Radeon HD 7970 sind wirklich beachtenswert, und man muss ehrlicherweise auch festhalten, dass AMD diese Karte mit den mageren 925 MHz des Referenzdesigns wirklich weit unter Wert verkauft. Im Gegenzug ist die GTX 680 zwar nicht das rundere Paket, aber effizienter und ebenfalls übertaktbar. Für welchen der beiden Lösungsansätze man sich im Endeffekt entscheidet, ist wiederum jedem selbst überlassen.

Für diesen Kartentest soll dieses Thema hiermit erst einmal abgeschlossen werden, wir möchten aber zugleich auch erneut auf unseren geplanten Effizienztest verweisen, bei dem wir am Ende alle Aspekte fair abwägen und gewichten wollen. Nur ist dieses Thema eben als solches so komplex und gleichzeitig auch interessant, weshalb uns dafür ein extra Artikel notwendig und lohnenswert erscheint.

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