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Nvidia Geforce GTX 760: GK104-basierte Grafikkarte für 240 Euro

Nvidia Geforce GTX 760: GK104-basierte Grafikkarte für 240 Euro
Von , Chris Angelini, Gerald Strömer

Mit seiner letzteren Grafikkarten-Neuheit vor dem Herbst will Nvidia keine Performance-Rekorde aufstellen. Stattdessen möchte das Unternehmen einfach die Leistung seiner Geforce GTX 660 Ti mit einer billigeren Karte übertreffen, also Mehrwert schaffen.

In den letzten vier Monaten konnten wir Nvidia dabei beobachten, wie das Unternehmen sein Angebot von Highend-Grafikkarten unter Zuhilfenahme eigentlich veralteter GPUs vom letzten Jahr umbaute, die allesamt auf seiner Kepler-Architektur basieren. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die GK110-GPU vor der Einführung der Geforce GTX Titan für Desktop-Gamer überhaupt nicht verfügbar war. Und auch wenn wir uns nicht gerade als überzeugte Fans der Geforce GTX 780 betrachten, macht eine zurechtgestutzte Version eines 1000 Euro teuren Flaggschiffs doch irgendwo Sinn.

Die Markteinführung der Geforce GTX 770 dagegen brachte echten Mehrwert: Die Karte ersetzt die Geforce GTX 680 und kombiniert einen kleinen Performance-Zuwachs mit dramatisch niedrigeren Preisen. Diese Kombination brachte der alten GK104-basierten Karte mit neuem Namen zurecht den Smart Buy-Award unserer US-Kollegen ein, der aber wegen der etwas anderen Preisgestaltung am deutschen Markt bei uns nicht gerechtfertigt war.

Und nun gibt es noch eine Grafikkarte, die auf der GK104 basiert: Die Geforce GTX 760. Wer mitzählt: Das macht dann insgesamt erstaunliche sechs (!) Modelle (Geforce GTX 690, 680, 670, 660 Ti, 770 und jetzt die 760), die auf einer einzigen GPU basieren. Das ist doch mal eine effiziente Ressourcenverwertung... Und natürlich nutzen diese sechs Grafikkarten den GK104-GPU in unterschiedlichen Konfigurationen, die Zahl der CUDA-Kerne schwankt zwischen 1536 und 1344. Nvidia brachte letztes Jahr sogar eine für den OEM-Bereich limitierte Geforce GTX 660 auf den Markt, bei der nur 1152 CUDA-Kerne (oder sechs der insgesamt acht SMX-Blöcke der GPU) aktiv waren...

Die unverbindliche Preisempfehlung der Geforce GTX 760 gibt Nvidia zum Zeitpunkt der Markteinführung - also jetzt - übrigens mit 199 Euro plus Mehrwertsteuer an, was knapp 237 Euro entspricht.

GK104 ist nicht totzukriegen

Für die Geforce GTX 760 aktiviert Nvidia sechs der insgesamt acht Streaming-Multiprozessoren (SMX) der GPU, die in drei oder vier GPCs (Graphics Processing Cluster) liegen können. Diese Herangehensweise ähnelt der, die Nvidia auch schon bei der Geforce GTX 780 und ihrer GK110-GPU wählte. Letztlich weiß das Unternehmen nicht immer, welche Ressourcen seiner Grafikprozessoren schadhaft sein werden. Um sich als Geforce GTX 760 zu qualifizieren, kann eine GK104-GPU also einen kompletten GPC (und damit zwei SMX-Blöcke) oder je einen SMX-Block in zwei verschiedenen GPCs deaktivieren 

Welche Kombination auch immer gegeben ist: Letztlich summiert sich das auf 1152 CUDA-Kerne und 96 Textur-Einheiten auf. Das Backend des GK104 bleibt dagegen intakt und besteht aus vier ROP-Clustern, die jeweils acht 32-Bit-Integer-Pixel pro Takt ausgeben – zusammen 32. Ganz ähnlich sieht es beim Speicher-Interface aus: Vier 64-Bit-Speichercontroller arbeiten hier zusammen und erschaffen ein 256 Bit breites Interface.

Zumindest anfänglich werden die GTX-760-Grafikkarten zwei GByte GDDR5-Speicher unterstützen, der mit 1502 MHz operiert und mit einer Bandbreite von 192,2 GByte/s den Eckdaten der Geforce GTX 670 und 680 entspricht. Dies dürfte der größte Vorteil der GTX 760 gegenüber der Geforce GTX 660 Ti sein, deren 192-Bit-Interface die Bandbreite auf 144,2 GByte/s limitiert. Das merkt man vor allem bei höheren Auflösungen, wenn das Anti-Aliasing voll aufgedreht ist.

Zu guter Letzt kompensiert die Geforce GTX 760 ihre nicht ganz so komplexe GPU-Konfiguration mit den 1152 CUDA-Kernen auch durch höhere Kerntaktraten: Ihre GK104-GPU läuft mit einem Basis-Takt von 980 MHz und hat einen Boost-Takt von 1033 MHz. Damit ist sie aggressiver getaktet als die Geforce GTX 660 Ti und die Geforce GTX 670, die als GK104-Varianten mit je 1344 CUDA-Kernen zwar über mehr Shader verfügen, aber eben nur mit einem Basis-Takt von 915 MHz arbeiten.

Gestatten – Nvidias Referenzversion der Geforce GTX 760

Die Geforce GTX 770, die uns Nvidia für den Test zusandte, wuchs uns richtig ans Herz. Ihr Referenzdesign wies nämlich die gleiche schicke Kühllösung wie die Geforce GTX Titan auf – aber eben auf einer Karte, die man sich in der Praxis auch leisten kann. Aber Nvidias Board-Partner verabschiedeten sich faste einhellig von dieser Konfiguration und setzten stattdessen auf Kühler mit zwei oder drei Lüftern, die uns schlichtweg nicht ganz so überzeugten.

Das gleiche wird wohl auch mit dem Referenz-Design der Geforce GTX 760 passieren, das übrigens optisch praktisch nicht von dem der Geforce GTX 670 zu unterscheiden ist. Wir bekamen aber auch vier Partner-Karten – und alle vier setzen auf proprietäre Kühler und Lüfter. Bei der GTX 760 stört uns das aber nicht sonderlich. Wir waren zwar große Fans der Kühllösung der GTX 770 mit ihrer Alu-Abdeckung, dem Kunststofffenster und dem die Abwäre nach außen abführenden Zentrifugal-Lüfter, aber von dem Kunststoffkühler der GTX 760 kann man sich leichter trennen.

Die GTX-760-Referenzkarte ist insgesamt rund 24 cm lang, das PCB macht davon etwa 17 cm aus. Laut Nvidia konnten die Schaltkreise zur Spannungsregelung dank des zurechtgestutzten Energiebedarfs auf die andere (also linke) Seite der GPU verlegt werden. Die GPU selbst wurde gedreht, um die Signalintegrität zu verbessern.  

Dank ihrer Fähigkeit, Abwärme aus dem Gehäuse zu entfernen und sie nicht in selbigen zu verteilen, bleiben wir weiterhin Fans von Kühllösungen mit zentrifugalen Lüftern. Leider scheinen die Board-Partner dies anders zu sehen und nutzen axiale Lüfter, die zwar leiser arbeiten, aber eben auch nicht so gezielt kühlen können.

Trotz ihrer beiden deaktivierten SMX-Blöcke hat die Geforce GTX 760 die gleiche 170-Watt-Einstufung wie die Geforce GTX 670. Aber immerhin liegt sie damit 25 Watt unter dem maximalen Energiebedarf der Geforce GTX 680 und satte 60 Watt unter dem der kürzlich vorgestellten Geforce GTX 770, die beide auf dem gleichen GK104-Grafikprozessor basieren. Da ein PCIe-X16-Slot lediglich 75 Watt Leistung bereitstellen kann, braucht man für die Stromversorgung der GTX 760 dennoch zwei 6-Pin-Stromanschlüsse.  

Die Geforce GTX 760 offeriert ihrem Besitzer die gleichen vier Display-Ausgänge, die man auf allen neueren 600er und 700er Grafikkarten von Nvidia findet: Zwei mal DVI-Ports (Dual-Link; 1x DVI-I und 1x DVI-D) sowie je einen HDMI- und DisplayPort-Anschluss in voller Baugröße. Alle vier können gleichzeitig aktiv sein, was AMDs Eyefinity-Technik zumindest teilweise Paroli bieten soll. Teilweise deshalb, weil Eyefinity bis zu sechs Bildschirme mit einer einzigen Karte betreiben kann.  

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  • Holger Spehlbrink , 25. Juni 2013 17:44
    Das Fazit der US Seite zu übernehmen macht bei einem Verkaufspreis von 240 € keinen Sinn. Dort wird die Karte zum Preis einen 7870 mit Tahiti Kern verkauft, was bei uns der Powercolor 7870 Myst für 190€ entspricht.
    Mit 240€ kostet sie so viel wie die aktuelle 7950 bei der selben Leistung, von Preisdruck keine Spur.
  • Karl Kruse , 25. Juni 2013 18:27
    240€ ist die UVP, warum man mit dieser titelt schnallt ein dummer glaub auch nicht ^^
    Die 7950 hat beim Erscheinen eine UVP von über 400€ gehabt und nun ^^

    Wahrscheinlich fehlte auch die passende andere überschritt, man weiß es nicht, oder konnte es nicht anders ausdrücken :D 

    Außerdem ist der ganze schriftliche Kram eher subjektiv, objektiv kann man es nur zu Hause beurteilen - Aber Webseiten wie diese verdienen ihr Geld damit, ob man nun durch diesen Test informiert wird oder nicht, ist ja nebensächlich und interessiert keine Sau :D 

    Amüsant aber auch dieses hier :

    Zitat:

    >> Die Markteinführung der Geforce GTX 770 dagegen brachte echten Mehrwert: Die Karte ersetzt die Geforce GTX 680 und kombiniert einen kleinen Performance-Zuwachs mit dramatisch niedrigeren Preisen. Diese Kombination brachte der alten GK104-basierten Karte mit neuem Namen zurecht den Smart Buy-Award unserer US-Kollegen ein, der aber wegen der etwas anderen Preisgestaltung am deutschen Markt bei uns nicht gerechtfertigt war. <<

    Ja gut, höhere Steuern/ teurere Händler lassen so was am deutschen Markt halt nicht zu, köstlich :D 
  • FormatC , 25. Juni 2013 21:00
    Zitat :
    Das Fazit der US Seite zu übernehmen macht bei einem Verkaufspreis von 240 € keinen Sinn. Dort wird die Karte zum Preis einen 7870 mit Tahiti Kern verkauft, was bei uns der Powercolor 7870 Myst für 190€ entspricht.
    Mit 240€ kostet sie so viel wie die aktuelle 7950 bei der selben Leistung, von Preisdruck keine Spur.


    Im Artikel lese ich:
    Aber die direkte Konkurrenz der GTX 760, die Radeon HD 7950, bekommt man derzeit zu Marktpreisen ab etwa 250 Euro - hier wird AMD den Rotstift ansetzen müssen.


    Was ist daran so falsch? Das waren die aktuellen Geizhals-Preise. Das US-Fazit liest sich doch völlig anders. Vieles schreiben wir natürlich in Kooperation, denn wir teilen die Arbeit schön paritätisch auf, aber unterm Strich nutzen wir eben als EINE Publikation mit individuellen Redaktionen natürlich bei so einem Launch auch EINEN gemeinsam erstellten Artikel. Das Fazit liest sich dann je nach Preisregion anders. Logisch.

    Übrigens waren die möglichen Straßenpreise aktuell leider nicht prognostierzierbar, denn die GTX 770 und 780 machen auch merkwürdige Kurven durch. Wenn die 760 runter geht, wird es die 7950 in Richtung 220-230 Euro drücken, da bleibt kaum noch Platz für die Karten darunter.
  • hundet , 28. Juni 2013 07:32
    Guter Test, bei EVGA ist die 760 GTX SC Blower für 209€ gelistet, mfg