Kurztest: Gigabyte Fly - The sound of heavy beats?

Bass, Bässe, besser? Wer untenrum viel erwartet und auf einen gewissen Bums steht, jedoch im klassischen Sinne keinerlei audiophile Ambitionen hegt, dem bietet Gigabyte mit dem Fly ein erstaunlich leichtes Trommelfellmassagegerät, das nicht nur Bass kann.

Ehrlich ist man ja bei Gigabyte, denn man versucht erst gar nicht, übers Marketing dem staunenden Volk das Märchen vom perfekten Klang zu erzählen. Man beschreibt diese Kopfhörer kurz und schmerzlos als "NOT audiophile, Adults for daily commute and general music listening or Gifts for teenagers". Bei einem angepeilten Listenpreis ab 45$ sollte man hierzulande schnell bei einem Marktpreis zwischen 30 und 40 Euro landen. Halt, das "Gifts for teenagers" klingt schon mal interessant, denn genau das ist es, was auch mir beim ersten Probehören durch den Kopf geschossen ist.

Fassen wir das heutige Testobjekt also schnell noch einmal vorab in eigene Worte: ultraleichter Kopfhörer mit Lederpolstern statt Pur-Schaum, einer ordentlichen Basskulisse und einem, sagen wir mal, insgesamt erträglichen Frequenzgang, der vor allem unbeschwert basssüchtigen "Teenagern" wohl die ersehnte Ohrenmassage zum kleinen Preis verspricht. Dazu gibt es optisch jede Menge Metall, eine nette Optik und einen nicht mal üblen Langzeittragekomfort.

All dies ist Grund genug für mich, dieses Teil einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und auch den gesetzten Klanganspruch nicht nur subjektiv, sondern auch mit unserem Kunstkopf und den verbauten Mikrofonen mit einer Messkurve zu belegen.

Technische Daten
Durchmesser der Treiber
40 mm (Neodym)
Impedanz16Ω
Frequenzgang
15-20,000 Hz (Herstellerangabe)
Empfindlichkeit
122 dB/mW
Nennleistung
40 mW
Kabellänge
1.2 m (blau, Kunststoff)
Anschluss
3.5 mm Klinke
Gewicht
79 g (ohne Kabel)
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4 Kommentare
    Dein Kommentar
  • angenhm ehrlich von allen Beteiligten, wenn es nur mehr davon gäbe ;)
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  • Ich finde es mal mutig, nicht immer etwas zu wollen, was man eh nicht halten kann. Das ist noch nicht mal Badewanne pur, sondern eigentlich ganz clever eingekauft. Wäre nicht das etwas kurze und zu störrische Kabel, hätte man die Dinger echt sogar mit einem Award nach hause schicken können.
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  • Hallo FormatC:
    Wie hast du die Messungen denn jetzt durchgeführt?
    Inwieweit kann dieser "Kunstkopf" denn noch modifiziert werden?

    Professionelle Messungen erfolgen am KEMAR.
    Es 2 gravierende Unterschiede zwischen KEMAR, Mensch und diesem "Kunstkopf".
    Erstmal zum Menschen: Wir haben einen Gehörgang und eine Ohrmuschel.
    Ohrmuschel:
    Die Formung und Gestaltung dieser ist nicht zufällig, sondern hat evolutative Gründe für das Hören. Sprachverstehen, Ortung von sagittalern und horizontalen Schallereignissen werden dadurch verbessert bzw erst möglich!
    Gehörgang:
    Durch unseren Gehörgang erziehlt man eine "Verstärkung" früher OEG ( open ear gain) heute REUG ( real ear unaided gain). Grund: Helmholtzresonator und Stehwellenresonanzen durch das Masse-Feder-System Luft im Gehörgang und der Concha. Diese Verstärkung ist bei jeden Menschen etwas anders, beträgt aber zwischen 15-20dB in einem Bereich 2 bis 5khz am Trommelfell. gibt auch ein Wikipedia eintrag zur OEG.

    Bei der bei THG verwendeten Mikrofonanordnung ist dieser Effekt falsch berücksichtigt.
    Fehler: Die Mikrofone ohne das Restvolumen des Gehörgangs zwischen KH und "Ohrmuschel" anordnen. Wie ich sehen kann ist das bei dem "Modell" nicht der Fall, die Mics sitzen in der Concha, es kommt zu Resonanzen und Messfehlern.
    Damit ist dieser Freqenzgang total unbrauchbar bzw in keinster! Form mit den Nahfeld- oder Freifeldmessungen der Lautsprecher vergleichbar. Knowles Kunstkopf mit ein paar technischen Details Infos zur Normgerechten Messung Cenelec IEC Norm
    Nun gebe ich dir Recht, dass an man KH schlecht messen kann. Möglichkeiten das zu umgeben bestehen ja mit einem Kunstkopf und du hast auch einen Weg versucht, aber leider die oben genannten Punkte nicht ganz berücksichtigt bzw damit nicht das gemessen, was die KH tatsächlich ausgeben.

    Einfachste Möglichkeit:
    1. Messung: Du beschallst deinen Kunstkopf mit den Referenzlautsprechern (kA was du da nimmst weißes Rauschen, Chirp,...) im Freifeld ohne Köpfhörer. Kurve 1 (Wiedergabekurve. incl der Resonanzen) über die internen Microfone.
    2. Messung Schallausgabe über den aufgesetzem KH. Diese Messkurve. incl der Resonanzen, ziehst du von der 1. Messung ab und erhällst eine Wiedergabekurve. nicht perfekt und relativ ungenau. da der Einfluss des Luftvolumens zwischen KH und Ohrmuschel Resonanzen und damit Pegeländerungen verursacht. das geht dann auch nicht bei "in ears".

    Professionelle Möglichkeit:
    deinen Kunstkopf wie ein KEMAR modifizieren. also gehörgang nachbilden. Man kann es halbwegs mit einem 2cm³ kuppler nachbilden besser wäre aber ein "Ohrsimulator Kuppler" um das wiederzugeben was man tatsächlich "hört", bzw um die Wiedergabekurve zu bestimmen.
    1. Messung, Scahllausgabe Freifeld ohne KH, Messkurve über Mics im Kopf aufnehmen.
    2. Messung Schallausgabe über KH, Messkurve über Mics im Kopf aufnehmen.

    2. Messung - 1. Messung = Wiedergabekurve
    So könntest du die Messungen bei offenen oder halboffenenKH zumindest mit den Freifeldmessungen vergleichen.
    Bei in-Ears gleicher Messablauf.
    zusätzlich kann man noch die Dämpfung von IE und geschlossenen KH bestimmen. etc.
    Bei weiteren Fragen mich einfach anschreiben.
    PS: bin von Beruf Hörakustikmeister und z.Z. Student der Elektrotechnik.
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  • Headsettests wären der hammer.
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