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Test Google Nexus 4: Heißsporn mit Seltenheitswert

Test Google Nexus 4: Heißsporn mit Seltenheitswert
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Ein Smartphone der Oberklasse zum Mittelklasse-Preis - viele rieben sich bei der Vorstellung verdutzt die Augen. Doch das Nexus 4 ist nur schwer zu bekommen und der Abstand zu anderen Highend-Boliden nur gering.

Mit dem Nexus 4 sorgten die beiden Hersteller LG und Google zuerst für einiges Aufsehen und wenig später für einigen Verdruß: Sie versprachen ein Highend-Smartphone zum Mittelklasse-Preis, das allerdings schon nach nur wenigen Minuten ausverkauft und dann über Wochen hinaus nicht lieferbar war. Und auch aktuell prangt über den zwei Versionen des Smartphones im Google-Play-Store zumeist ein rotes "AUSVERKAUFT". Andere Händler, die das aktuelle Android-Referenzgerät listen, etwa Saturn, geben Lieferzeiten von drei bis vier Wochen an. Nach inoffiziellen Schätzungen sind bisher gerade mal 400.000 Geräte verkauft worden. Selten hatten Hersteller ein derart geringes Interesse die Kaufgelüste der Nutzer zu erfüllen. Damit stellt sich vor allem eine Frage: Lohnt sich das Warten eigentlich?

Typisch Nexus: Das Nexus 4 ist opisch an seine Vorgänger angelehnt

Schickes Äußeres mit Reminiszenzen an vorangegangene Nexus-Modelle

Mit seinen leicht abgerundeten Ecken, der schwarzen Oberfläche, die nicht, wie bei so vielen anderen Android-Geräten, durch Funktionstasten unterbrochen wird und von einem silbernen Rahmen umfasst wird, wirkt das Nexus 4 elegant und greift gleichsam die fast schon traditionellen Gestaltungsmerkmale vorangegangener Modelle, auch wenn diese nicht von LG produziert wurden, auf. In der linken und rechten Längsseite ist jeweils eine Hardware-Taste - zum einen die Wippe zur Regelung der Lautstärke und zum anderen die Taste zum Ein- bzw. Ausschalten - untergebracht, die sich in jeder Situation gut erreichen lassen.

Von besonderem Chic ist die Rückseite, bei der unzählige Quadrate hinter einer dünnen Glasplatte wie eine Art Pailettenbesatz im Gegenlicht glitzern. Damit wirken die Oberflächen insgesamt relativ glatt und das Smartphone fühlt sich in einer schwitzigen Hand leicht rutschig an - und dürfte bei unvorsichtigeren Nutzern schnell an Glanz verlieren. Das gilt übrigens auch für die Display-Oberfläche, die aus dem Rahmen nach außen herausgewölbt ist. Das mag man zwar auf den ersten Blick als optisch schick erachten, äußeren Einflüssen ist es jedoch schutzlos ausgesetzt. Wird das Display auf einem Tisch o.ä. aufgelegt ist auch das Gorilla Glas schnell überfordert.

Aufgrund der Integration der klassischen Android-Funktionsstasten in das Display wirkt das Nexus 4 trotz einer Diagonale von 4,7" weit weniger wuchtig als andere Bildschirmgiganten wie etwa das Samsung Galaxy S3; zudem sind die Display-Ränder recht schmal gehalten, sodass ein Panel verbaut werden konnte, das etwas breiter ist als üblich und eine Auflösung von 1280 x 768 Pixeln besitzt. Dies macht sich bei den Außenmaßen positiv bemerkbar. Denn trotz des großen Bildschirms liegt die Größe des Smartphones mit Maßen von 133.9 x 68.7 mm eher auf dem Niveau eines Smartphones der 4,3"-Klasse - vom Motorola RAZR i einmal abgesehen.

Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Smartphone alles andere als kompakt ist. In der Hand ist es eine mächtige Erscheinung, die dem Nutzer die Bedienung mit einer Hand schwer macht. Das liegt nicht zuletzt auch an der Bauhöhe. Mit 9,1 mm ist das neuste Google-Smartphone zwar alles andere als ein sperriger Klopfer, insgesamt aber eines der dickeren Geräte in dieser Klasse. Auch beim Gewicht wurde nicht ums Gramm gefeilscht: 139 g sind völlig im Rahmen, aber längst kein Bestwert.

Es gibt 25 Kommentare.
Weitere Kommentare
  • 1
    FormatC , 31. Januar 2013 10:54
    Ich benutze mein Smartphone nicht nur zum Telefonieren, sondern auch beruflich für jegliche Art der Kommunikation. Da wäre schon aus Gründen der Sicherheit und Garantie eine umgefrickelte Basis das Letze, was ich haben (und riskieren) will. Smartphone als PC-Ersatz? Ärmlich. Ich habe in meiner Wohnung allein 5 PCs, dazu zwei Notebooks, ein Tablet und eben Smartphones. Für unterwegs reichen mir Office (Mail, Excel, Powerpoint, Exchange), Navigation & Co. und wenn es da dann doch mal mehr zu tun gibt, dann tun es Laptop oder Tablet dreimal besser.

    Der typische Smartphoneuser ist kein Frickler, die maximal 2%, die wirklich wissen, warum sie es oder was sie da genau machen, kann man als klitzekleine Minderheit gern vernachlässigen. Ich will einen Gebrauchsgegenstand, basta. Mir tut jede Sekunde Zeit weh, die ich in so ein billiges Ding nachinvestieren muss, nur um mein Ego zu streicheln, dass ich was Besseres bin als alle anderen User, die mit der Originalware arbeiten. Das interessiert mich nicht im geringsten. WLAN geht aus? Und? Juckt mich nicht. Wozu brauche ich WLAN mit ausgeschaltetem Display?

    Übrigens:
    Es lief gerade ein Handyupdate. Übers WLAN. Display schaltet nach 5 Minuten aus. Download lief trotzdem weiter.
  • 1
    matthias wellendorf , 30. Januar 2013 11:00
    Wenn ich Testgeräte roote und flashe wie ich lustig bin, besteht leider die Gefahr, dass ich einem Hersteller zu sehr auf die Füße trete. Insofern können solche Updates nur sehr begrenzt ausprobiert werden. Ich habe den Text dazu aber um einen Hinweis ergänzt.
  • 0
    Phoneblogger , 18. Februar 2013 11:20
    Hab es kürzlich auch in der Hand haben und ausführlich testen können. Und was soll ich sagen? Das Ding rockt! Super Display, super schnell und vor allem auch tolle Fotos macht es! Gefällt mir gut. Noch dafür zu dem Preis!
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